Tierkrematorium: Ablauf, Kosten & Standorte in Österreich

Ines Wancura

Verfasst von

Ines Wancura

5. März 2021lesezeit: 6 minuten

Es ist nie einfach Abschied zu nehmen. Dabei stellen geliebte Haustiere keine Ausnahme dar. Der Verlust schmerzt oftmals ähnlich stark wie der eines geliebten Menschen. Immerhin hat einen das Tier wahrscheinlich viele Jahre begleitet und war damit nicht nur ein treuer Wegbegleiter sondern auch ein Teil der Familie.

Genau aus diesem Grund ist es oftmals besonders wichtig auch den tierischen Familienmitgliedern im Todesfall einen würdevollen Abschied zu ermöglichen. Das Entsorgen in einer sogenannanten Tierkörperbeseitigungsanlage ist dabei für Viele keine Option. Eine würdige und angemessene Alternative ist die Kremation in einem eigens dafür vorgesehenen Tierkrematorium.

In diesem Artikel erfahren Sie:

Tierkörperbeseitigung - Was passiert mit Tieren, die nicht bestattet werden?

Kann ich das Tier nach dem Einschläfern bei der Tierärztin oder dem Tierarzt lassen?

Das Angebot klingt meist gut: Gegen einen Unkostenbeitrag von rund20-50 €kann man das verstorbene Tier direkt bei der Tierärztin oder dem Tierarzt lassen. Diese oder dieser kümmert sich dann um die fachgerechte"Entsorgung"der sterblichen Überreste.

Wer bei diesem Angebot an eine typische Kremation oderTierbestattungdenkt, liegt leider in den meisten Fällen falsch. Selbstverständlich gibt es auch Tierärztinnen und Tierärzte, die mit Krematorien zusammenarbeiten und die Ihnen die Fahrt zum Krematorium gerne abnehmen.

Diese Angebote existieren allerdings meist nicht zu einem Preis von20-50 €. Eine Liste mit den ungefähren Kosten einer Kremation finden Sie etwasweiter untenim Text.

Prinzipiell sind tote Tiere in Österreichentsorgungspflichtig, das bedeutet sie müssen entweder kremiert werden, oder auf einem eigens dafür vorgesehenem Tierfriedhof begraben werden.

In einzelnen Bundesländern wieWien oder Niederösterreichist es auch erlaubt kleinere Tiere mit einer behördlichen Genehmigung im eigenen Garten zu begraben.

Was passiert auf einer Tierkörperbeseitigungsanlage (TBA)?

Werden die verstorbenen Tiere nicht kremiert oder auf einem begraben, sondern für einen geringen Unkostenbeitrag in der Tierarztpraxis gelassen, kommen sie in der Regel auf eine sogenannteTierkörperbeseitigungsanlage.

Dort werden die Tiere dann mit anderen tierischen Nebenprodukten, die nur zur Entsorgung zugelassen sind,weiterverarbeitet. In der Regel werden sie getrocknet und zu Tiermehl gemahlen, aber auch Schmieröl oder Bio-Diesel kann aus den sterblichen Überresten gewonnen werden.

Ist die Vorstellung für Sie unerträglich, so haben Sie dennoch viele Möglichkeiten, wie Sie weiter vorgehen können. Besonders dieKremierungkann völlig unkompliziert in einem von vielen Tierkrematorien in Österreich durchgeführt werden.

Kremation als Voraussetzung für andere Bestattungsformen

Genau wie beim Menschen ist die sogenannteKremation oder Einäscherungauch bei Tieren die Voraussetzung für die meisten Bestattungsarten.

Ausgenommen von der Erdbestattung, bei der der ganze Körper in einen Sarg gebettet und dann begraben wird, setzen alle Bestattungsformen eine vorhergehendeEinäscherungvoraus.

Dafür gibt es in Österreich eigeneTierkrematorien, die sie für die Einäscherung Ihres geliebten Haustieres beauftragen können. Nach der Einäscherung können Sie sich dann ganz individuell entscheiden, welcheBestattungsformfür Ihren geliebten Wegbegleiter die Richtige ist.

FolgendeOptionenstehen Ihnen dabei zur Auswahl:

Urnenbeisetzung auf einem Tierfriedhof

Auf einem eigenen Tierfriedhof, kann dieUrne in einem Erdgrabbeigesetzt werden. Ähnlich wie bei einem Menschen kann auch bei einem Haustier eine eigene Trauerfeier abgehalten werden, um sich angemessen verabschieden zu können.

Aufbewahrung der Urne in einem Urnenhain

Manche Tierfriedhöfe beherbergen auch einen sogenanntenUrnenhain. Dort kann die Urne mit den verbrannten Überresten Ihres geliebten Begleiters in einem eigenen Fach abgestellt und dekorativ geschmückt werden.

Baumbestattung auf einem Waldfriedhof

Auch eineBaumbestattungist für manche Menschen eine beliebte Variante ihrem Tier die letzte Ehre zu erweisen. Dabei wird die Asche des Tieres in eine biologisch abbaubare Urne gefüllt und soim Wurzelwerk eines Baumesbeigesetzt.

Die Urne löst sich auf und die sterblichen Überreste gehen eineSymbiose mit der umliegenden Naturein. Auch hierfür gibt es eigene Waldfriedhöfe bzw. Bestattungswälder für Tiere.

Urne für zu Hause

Eine weitere Option ist es, die Asche des Tieres in einer hübschenSchmuckurnezu Hause aufzubewahren. Dies ist bei Tieren,anders als bei Menschen, ohne eine behördliche Genehmigung erlaubt.

Dabei bieten wir zahlreiche Modelle und Materialien für Schmuckurnen an. So gibt es beispielsweiseUrnen mit Pfotenmotivenoder auch die Möglichkeit einFotoIhres geliebten Vierbeiners auf die Urne drucken zu lassen.

Es gibt auch die Möglichkeit eine Urne ganzindividuell zu gestalten. Man kann selbst ein Motiv wählen und die Urne per Hand bemalen lassen oder diese auch gleich eigenhändig bemalen – wie auch immer man die Urne gestalten möchte, der Phantasie sind bei bemalbaren Urnen keine Grenzen gesetzt.

Edelsteinbestattung: Ringe, Halsketten & Halsbänder

EineEdelsteinbestattungist eine einzigartige und zugleich außergewöhnliche Bestattungsart, bei der ein Teil der Asche des verstorbenen Tieres zu einem Edelstein verarbeitet wird.

Der gepresste Edelstein kann anschließend beispielsweise in einenRing, eineHalsketteoder einHalsbandeingelassen werden. Es besteht auch die Möglichkeit, mehrere Schmuckstücke fertigen zu lassen.

Einzel- oder Sammeleinäscherung?

Prinzipiell bieten Tierkrematorien meist zwei Formen der Einäscherung an: DieSammel- und die Einzelkremation.

Bei einerEinzelkremierungwird das Tier im dafür vorgesehenen Kremationsofen einzeln eingeäschert. Dabei besteht im Anschluss die Möglichkeit die Asche des Tieres wieder mit nach Hause zu nehmen und eine der oben genannten Bestattungsformen zu wählen.

Die Asche bleibt unvermischt und wird dem Besitzer in einer Urne, einem Aschesackerl oder einem Aschekarton wieder übergeben.

Bei einerSammelkremationwerden mehrere Tiere gemeinsam eingeäschert. Aus diesem Grund wird die Asche im Anschluss nicht wie bei der Einzelkremation an den Tierhalter übergeben sondern wird vom Tierkrematorium selbst beigesetzt.

Diese Form ist auch günstiger als die Einzelkremation und ist damit eine gute Alternative für die Entsorgung bei der Tierkörperbeseitigungsanlage.

Ablauf einer Tierkremation

Die Kremationsöfen der Tierkrematorien ähneln denen, die bei derFeuerbestattung von Menschenzum Einsatz kommen stark. Somit ist auch derAblauf einer Tierkremationder eines Menschen sehr ähnlich.

Dabei werden zuerst die Daten des Tieres und Besitzers aufgenommen und die Tierhalter dürfen sich vor Ort meist nochmals in Ruhe von ihrem geliebten Haustier verabschieden.

Im Anschluss wird das Tier gewogen und je nachdem, ob die Kremation sofort oder zu einem etwas späteren Zeitpunkt stattfindet entweder bei-10°C bis -15°Cgekühlt gelagert oder direkt für die Einäscherung vorbereitet.

Bei der Kremation kommt ein feuerfester Schamottstein zum Einsatz, der mit einer Nummer versehen wird, um die Asche später dem richtigen Tier zuordnen zu können. Der Kremationsofen kann nämlich Temperaturen von750-900 °Cerreichen.

Das Tier wird auf eine Art Einfahrwagen gebettet, damit in den Kremationsofen eingefahren und dort dann ebenerdig abgelegt. Abhängig von der Größe des Tieres dauert der Kremierungsprozess zwischen30 Minuten und 2,5 Stunden.

Ist der Vorgang abgeschlossen, wird die Asche wieder entnommen und in eineUrne, in einAschesackerloder einenAschekartongefüllt. So kann das Tier den Besitzern nach der Einäscherung wieder übergeben werden.

Kosten einer Tierkremation

Die Kosten einer Tierkremation können je nach Krematorium natürlich leicht variieren. Außerdem hängt der Preis von derGröße des Tieres, sowie von derArt der Kremationab.

So sind Sammelkremierungen natürlich günstiger als Einzelkremierungen und die Einäscherung von kleinen Tieren kostet weniger als bei größeren Tieren.

Dabei gibt es meist eine Größen- und Gewichtsbeschränkung von ungefähr 60-70 Kilogramm. Seit 2019 gibt es allerdings auch ein eigenesPferdekrematoriumin Österreich, das es auch Pferdebesitzern ermöglicht ihren geliebten Begleiter kremieren zu lassen.

In der folgenden Tabelle können Sie sich einen ersten Eindruck über die ungefährenKosten einer Tierkremationmachen:

GewichtTierartEinzelnGesammelt
bis ca. 2 kgz.B. Vogel/ Nagetier~73 €~56 €
bis ca. 6 kgz.B. Katze/ sehr kleiner Hund~137€~94 €
bis ca. 11 kgz.B. große Katze/ kleiner Hund~200 €~130 €
bis ca 16 kgz.B. mittelgroßer Hund~300 €~164 €
bis ca. 30 kgz.B. großer Hund~344 €~238 €
bis ca. 45 kgz.B. schwerer Hund~378 €~268 €
bis ca. 60 kgz.B. sehr schwerer Hund~498 €~288 €
bis ca. 250 kgz.B. Shetland Pony~900 €-
bis ca. 500 kgz.B. Islandpferd~2.050 €-
bis ca. 700 kgz.B. Traber~2.450 €-
ab ca. 700 kgz.B. Shire Horse~2.980 €-

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Wie lange dauert eine Tierkremation?

Abhängig von der Größe des Tieres dauert der Kremierungsprozess zwischen30 Minuten und 2,5 Stunden. Viele Krematorien bieten deshalb auch die Möglichkeit vor Ort zu warten bis die Kremierung abgeschlossen ist. In der Regel wird die Asche jedoch nach ein paar Tagen von den Besitzern abgeholt.

Was kostet eine Tierkremation?

Die Kosten einer Tierkremation können je nach Krematorium natürlich leicht variieren. Außerdem hängt der Preis von derGröße des Tieres, sowie von derArt der Kremationab.

So kostet eine Einzelkremierung eines sehr kleinen Tieres, wie die eines Hamsters ca. 70-80 €, eine Kremation einer Katze oder eines kleinen Hundes kostet ca. 140-200 € und die eines sehr großen Hundes kostet ca. 340-500 €.

Kann man Pferde einäschern lassen?

Seit 2019 gibt es ein eigenesPferdekrematoriumin Österreich, das es auch Pferdebesitzern ermöglicht ihren geliebten Begleiter kremieren zu lassen.

Die Kosten einer solchen Einäscherung belaufen sich je nach Größe des Tieres auf ca. 900-3.000 €.

Was passiert mit Tieren, die bei der Tierärztin/ dem Tierarzt gelassen werden?

Werden die verstorbenen Tiere nicht kremiert oder auf einem Friedhof begraben, sondern für einen geringen Unkostenbeitrag in der Tierarztpraxis gelassen, kommen sie in der Regel auf eine sogenannteTierkörperbeseitigungsanlage.

Dort werden die Tiere dann mit anderen tierischen Nebenprodukten, die nur zur Entsorgung zugelassen sind,weiterverarbeitet. In der Regel werden sie getrocknet und zu Tiermehl gemahlen, aber auch Schmieröl oder Bio-Diesel kann aus den sterblichen Überresten gewonnen werden.

Quellen

Wikipedia-Tierkrematorium

Der Standard-Die Tierbestatter: Abschied bei 900 Grad

D.A.S. Österreich-Wo der Hund begraben liegt – Wohin mit dem toten Haustier?

Herold-Hund, Katze und andere Haustiere begraben: Vorschriften in Österreich

Wiener Tierkrematorium-Wiener Tierkrematorium

Antares Tierbestattungen-Antares Tierbestattungen

Tierkrematorium.at-Pferdekrematorium

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