Tierkrematorium: Ablauf, Kosten & Standorte in Österreich

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Ines Wancura

Verfasst von Ines Wancura

28. April 2021Lesezeit: 6 Minuten

Ines Wancura

Es ist nie einfach Abschied zu nehmen. Dabei stellen geliebte Haustiere keine Ausnahme dar. Der Verlust schmerzt oftmals ähnlich stark wie der eines geliebten Menschen. Immerhin hat einen das Tier wahrscheinlich viele Jahre begleitet und war damit nicht nur ein treuer Wegbegleiter sondern auch ein Teil der Familie.

Genau aus diesem Grund ist es oftmals besonders wichtig auch den tierischen Familienmitgliedern im Todesfall einen würdevollen Abschied zu ermöglichen. Das Entsorgen in einer sogenannanten Tierkörperbeseitigungsanlage ist dabei für Viele keine Option. Eine würdige und angemessene Alternative ist die Kremation in einem eigens dafür vorgesehenen Tierkrematorium.

In diesem Artikel erfahren Sie:

Katze und Hund

Tierkörperbeseitigung - Was passiert mit Tieren, die nicht bestattet werden?

Kann ich das Tier nach dem Einschläfern bei der Tierärztin oder dem Tierarzt lassen?

Das Angebot klingt meist gut: Gegen einen Unkostenbeitrag von rund 20-50 € kann man das verstorbene Tier direkt bei der Tierärztin oder dem Tierarzt lassen. Diese oder dieser kümmert sich dann um die fachgerechte "Entsorgung" der sterblichen Überreste.

Wer bei diesem Angebot an eine typische Kremation oder Tierbestattung denkt, liegt leider in den meisten Fällen falsch. Selbstverständlich gibt es auch Tierärztinnen und Tierärzte, die mit Krematorien zusammenarbeiten und die Ihnen die Fahrt zum Krematorium gerne abnehmen.

Diese Angebote existieren allerdings meist nicht zu einem Preis von 20-50 €. Eine Liste mit den ungefähren Kosten einer Kremation finden Sie etwas weiter unten im Text.

Prinzipiell sind tote Tiere in Österreich entsorgungspflichtig, das bedeutet sie müssen entweder kremiert werden, oder auf einem eigens dafür vorgesehenem Tierfriedhof begraben werden.

In einzelnen Bundesländern wie Wien oder Niederösterreich ist es auch erlaubt kleinere Tiere mit einer behördlichen Genehmigung im eigenen Garten zu begraben.

Was passiert auf einer Tierkörperbeseitigungsanlage (TBA)?

Werden die verstorbenen Tiere nicht kremiert oder auf einem begraben, sondern für einen geringen Unkostenbeitrag in der Tierarztpraxis gelassen, kommen sie in der Regel auf eine sogenannte Tierkörperbeseitigungsanlage.

Dort werden die Tiere dann mit anderen tierischen Nebenprodukten, die nur zur Entsorgung zugelassen sind, weiterverarbeitet. In der Regel werden sie getrocknet und zu Tiermehl gemahlen, aber auch Schmieröl oder Bio-Diesel kann aus den sterblichen Überresten gewonnen werden.

Ist die Vorstellung für Sie unerträglich, so haben Sie dennoch viele Möglichkeiten, wie Sie weiter vorgehen können. Besonders die Kremierung kann völlig unkompliziert in einem von vielen Tierkrematorien in Österreich durchgeführt werden.

Arrangement von Urne, Rose und Kerzen.

Kremation als Voraussetzung für andere Bestattungsformen

Genau wie beim Menschen ist die sogenannte Kremation oder Einäscherung auch bei Tieren die Voraussetzung für die meisten Bestattungsarten.

Ausgenommen von der Erdbestattung, bei der der ganze Körper in einen Sarg gebettet und dann begraben wird, setzen alle Bestattungsformen eine vorhergehende Einäscherung voraus.

Dafür gibt es in Österreich eigene Tierkrematorien, die sie für die Einäscherung Ihres geliebten Haustieres beauftragen können. Nach der Einäscherung können Sie sich dann ganz individuell entscheiden, welche Bestattungsform für Ihren geliebten Wegbegleiter die Richtige ist.

Folgende Optionen stehen Ihnen dabei zur Auswahl:

Urnenbeisetzung auf einem Tierfriedhof

Auf einem eigenen Tierfriedhof, kann die Urne in einem Erdgrab beigesetzt werden. Ähnlich wie bei einem Menschen kann auch bei einem Haustier eine eigene Trauerfeier abgehalten werden, um sich angemessen verabschieden zu können.

Aufbewahrung der Urne in einem Urnenhain

Manche Tierfriedhöfe beherbergen auch einen sogenannten Urnenhain. Dort kann die Urne mit den verbrannten Überresten Ihres geliebten Begleiters in einem eigenen Fach abgestellt und dekorativ geschmückt werden.

Baumbestattung auf einem Waldfriedhof

Auch eine Baumbestattung ist für manche Menschen eine beliebte Variante ihrem Tier die letzte Ehre zu erweisen. Dabei wird die Asche des Tieres in eine biologisch abbaubare Urne gefüllt und so im Wurzelwerk eines Baumes beigesetzt.

Die Urne löst sich auf und die sterblichen Überreste gehen eine Symbiose mit der umliegenden Natur ein. Auch hierfür gibt es eigene Waldfriedhöfe bzw. Bestattungswälder für Tiere.

Urne für zu Hause

Eine weitere Option ist es, die Asche des Tieres in einer hübschen Schmuckurne zu Hause aufzubewahren. Dies ist bei Tieren, anders als bei Menschen, ohne eine behördliche Genehmigung erlaubt.

Dabei bieten wir zahlreiche Modelle und Materialien für Schmuckurnen an. So gibt es beispielsweise Urnen mit Pfotenmotiven oder auch die Möglichkeit ein Foto Ihres geliebten Vierbeiners auf die Urne drucken zu lassen.

Es gibt auch die Möglichkeit eine Urne ganz individuell zu gestalten. Man kann selbst ein Motiv wählen und die Urne per Hand bemalen lassen oder diese auch gleich eigenhändig bemalen – wie auch immer man die Urne gestalten möchte, der Phantasie sind bei bemalbaren Urnen keine Grenzen gesetzt.

Edelsteinbestattung: Ringe, Halsketten & Halsbänder

Eine Edelsteinbestattung ist eine einzigartige und zugleich außergewöhnliche Bestattungsart, bei der ein Teil der Asche des verstorbenen Tieres zu einem Edelstein verarbeitet wird.

Der gepresste Edelstein kann anschließend beispielsweise in einen Ring, eine Halskette oder ein Halsband eingelassen werden. Es besteht auch die Möglichkeit, mehrere Schmuckstücke fertigen zu lassen.

Einzel- oder Sammeleinäscherung?

Prinzipiell bieten Tierkrematorien meist zwei Formen der Einäscherung an: Die Sammel- und die Einzelkremation.

Bei einer Einzelkremierung wird das Tier im dafür vorgesehenen Kremationsofen einzeln eingeäschert. Dabei besteht im Anschluss die Möglichkeit die Asche des Tieres wieder mit nach Hause zu nehmen und eine der oben genannten Bestattungsformen zu wählen.

Die Asche bleibt unvermischt und wird dem Besitzer in einer Urne, einem Aschesackerl oder einem Aschekarton wieder übergeben.

Bei einer Sammelkremation werden mehrere Tiere gemeinsam eingeäschert. Aus diesem Grund wird die Asche im Anschluss nicht wie bei der Einzelkremation an den Tierhalter übergeben sondern wird vom Tierkrematorium selbst beigesetzt.

Diese Form ist auch günstiger als die Einzelkremation und ist damit eine gute Alternative für die Entsorgung bei der Tierkörperbeseitigungsanlage.

Hund und Besitzerin

Ablauf einer Tierkremation

Die Kremationsöfen der Tierkrematorien ähneln denen, die bei der Feuerbestattung von Menschen zum Einsatz kommen stark. Somit ist auch der Ablauf einer Tierkremation der eines Menschen sehr ähnlich.

Dabei werden zuerst die Daten des Tieres und Besitzers aufgenommen und die Tierhalter dürfen sich vor Ort meist nochmals in Ruhe von ihrem geliebten Haustier verabschieden.

Im Anschluss wird das Tier gewogen und je nachdem, ob die Kremation sofort oder zu einem etwas späteren Zeitpunkt stattfindet entweder bei -10°C bis -15°C gekühlt gelagert oder direkt für die Einäscherung vorbereitet.

Bei der Kremation kommt ein feuerfester Schamottstein zum Einsatz, der mit einer Nummer versehen wird, um die Asche später dem richtigen Tier zuordnen zu können. Der Kremationsofen kann nämlich Temperaturen von 750-900 °C erreichen.

Das Tier wird auf eine Art Einfahrwagen gebettet, damit in den Kremationsofen eingefahren und dort dann ebenerdig abgelegt. Abhängig von der Größe des Tieres dauert der Kremierungsprozess zwischen 30 Minuten und 2,5 Stunden.

Ist der Vorgang abgeschlossen, wird die Asche wieder entnommen und in eine Urne, in ein Aschesackerl oder einen Aschekarton gefüllt. So kann das Tier den Besitzern nach der Einäscherung wieder übergeben werden.

ABLAUF EINER TIERKREMATION.png

Kosten einer Tierkremation

Die Kosten einer Tierkremation können je nach Krematorium natürlich leicht variieren. Außerdem hängt der Preis von der Größe des Tieres, sowie von der Art der Kremation ab.

So sind Sammelkremierungen natürlich günstiger als Einzelkremierungen und die Einäscherung von kleinen Tieren kostet weniger als bei größeren Tieren.

Dabei gibt es meist eine Größen- und Gewichtsbeschränkung von ungefähr 60-70 Kilogramm. Seit 2019 gibt es allerdings auch ein eigenes Pferdekrematorium in Österreich, das es auch Pferdebesitzern ermöglicht ihren geliebten Begleiter kremieren zu lassen.

In der folgenden Tabelle können Sie sich einen ersten Eindruck über die ungefähren Kosten einer Tierkremation machen:

GewichtTierartEinzelnGesammelt
bis ca. 2 kgz.B. Vogel/ Nagetier~73 €~56 €
bis ca. 6 kgz.B. Katze/ sehr kleiner Hund~137€~94 €
bis ca. 11 kgz.B. große Katze/ kleiner Hund~200 €~130 €
bis ca 16 kgz.B. mittelgroßer Hund~300 €~164 €
bis ca. 30 kgz.B. großer Hund~344 €~238 €
bis ca. 45 kgz.B. schwerer Hund~378 €~268 €
bis ca. 60 kgz.B. sehr schwerer Hund~498 €~288 €
bis ca. 250 kgz.B. Shetland Pony~900 €-
bis ca. 500 kgz.B. Islandpferd~2.050 €-
bis ca. 700 kgz.B. Traber~2.450 €-
ab ca. 700 kgz.B. Shire Horse~2.980 €-

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Quellen

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