Überblick

Hospiz

Was ist ein Hospiz?

Der Begriff Hospiz beschreibt ursprünglich eine Einrichtung für schwerstkranke, sich im Sterben befindende, Menschen. Allerdings hat sich dieser Begriff im Laufe der Zeit etwas gewandelt. Heutzutage versteht man unter Hospiz vielmehr ein umfassendes, ganzheitliches Unterstützungskonzept für schwerstkranke und sterbende Menschen und deren Angehörige.

Schwarz-Weiß-Fotografie zweier sich haltender Hände
Gerade in Zeiten schwerer Krankheit ist es wichtig für einander da zu sein

Es gibt einerseits die Möglichkeit, sich stationär in ein Hospiz zu begeben, andererseits gibt es die ambulanten Begleitung, um schwerstkranken Personen das Sterben zu Hause in der gewohnten Umgebung zu ermöglichen. Ein Hospiz ist ein Angebot, das komplett auf die Bedürfnisse der sterbenden Personen zugeschnitten ist. Stationäre Hospize besitzen in der Regel eine sehr geringe Anzahl an Betten. Meist liegt diese bei mindestens acht und höchstens 16 Betten. Ein Hospiz ist eine selbständige Einrichtung oder ist an ein Pflegeheim angeschlossen.

Erstellen Sie ein unverbindliches Angebot für eine Bestattungsvorsorge!

Wir helfen Ihnen gerne.

Neben Hospizen für Erwachsene gibt es außerdem spezielle Kinderhospize. Sie dienen vor allem der Entlastung der Eltern, da die Pflege eines unheilbar kranken Kindes unglaublich kräftezehrend ist. Dies übernehmen in einem Kinderhospiz die Krankenschwestern und -pfleger. Im ambulanten Bereich hingegen werden das schwerkranke Kind und seine Familie zwar im häuslichen Bereich unterstützt, es findet jedoch keine pflegerische Tätigkeit statt.

Nach Dr. Christoph Student, einem Pionier der Hospizentwicklung, gibt es fünf Kennzeichen, die allen Hospizangeboten weltweit zugrunde liegen:

  • Der sterbende Mensch und seine Angehörigen stehen im Zentrum des Dienstes. Ein ganz wichtiger Punkt dabei ist, dass die Angehörigen gleichermaßen bedacht werden, da sie oft noch mehr leiden als die/der Sterbende selbst.
  • Der Gruppe der Betroffenen steht ein interdisziplinäres Team zur Verfügung. Es sind nicht nur Ärztinnen/Ärzte und Pflegekräfte beteiligt, sondern auch Sozialarbeiterinnen/Sozialarbeiter und Seelsorgerinnen/Seelsorger.
  • Mit Einbezug freiwilliger Helferinnen und Helfer. Das Ziel der Freiwilligen, die ehrenamtlich tätig sind, ist es, Sterbebegleitung zu einem Teil alltäglicher zu gestalten und damit der Integration des Sterbens in den Alltag zu dienen.
  • Gute Kenntnisse in der Symptomkontrolle. Dabei steht die Sorge um Schmerzfreiheit und Lebensqualität im Vordergrund. Aber nicht nur Schmerzen selbst, sondern auch Ängste sollen den Betroffenen genommen werden, da diese auch Schmerzen verstärken können.
  • Fürsorge für die betroffene Gruppe. Dieser Punkt meint zum einen, dass Hospizdienste rund um die Uhr zur Verfügung stehen müssen. Zum anderen ist auch eine Trauerbegleitung für die Angehörigen immens wichtig, damit die Hinterbliebenen ohne zusätzliche körperliche und seelische Schäden die Lebensphase nach dem Tod eines geliebten Menschen überstehen.

Palliativstation

Was ist eine Palliativstation?

Palliativstationen sind stationäre Einrichtungen in Krankenhäusern. Sie entstanden im Zuge der Hospizbewegung als weiteres Angebot neben ambulanter Begleitung und stationären Hospizen. Sie sind Einrichtungen für schwerstkranke und sterbende Menschen. Ebenso wie bei einem Hospiz besteht das Team aus einem palliativmedizinisch qualifizierten Team, das sich unter Berücksichtigung der körperlichen, psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten, sowie um deren Angehörige kümmert.

Die Hauptaufgaben liegen im Bereich der Schmerz- und Symptomlinderung. Eine Palliativstation ist keine Sterbestation und keine Einrichtung der Langzeitpflege. Es wird grundsätzlich bei allen Patientinnen und Patienten nach Besserung oder Stabilisierung der Beschwerden eine Entlassung angestrebt, entweder nach Hause oder in eine andere, adäquate Betreuungseinrichtung wie z. B. ein Pflegeheim.

Die Aufgabe eines mobilen Palliativteams ist Beratung und Unterstützung schwerstkranker Menschen und deren Angehöriger in deren Zuhause durchzuführen. In der gewohnten Umgebung werden Gespräche geführt, um beispielsweise Ängste abzubauen und Ressourcen zu stärken.

Aufnahmekriterien und Kosten für ein Hospiz

Was sind die Aufnahmekriterien für ein Hospiz? Wie hoch sind die Kosten?

Die Einweisung in ein Hospiz oder eine Palliativstation erfolgt in der Regel durch eine Fachärztin/einen Facharzt, entweder von zu Hause aus oder bereits aus einem Krankenhaus.

Die Aufnahmekriterien für ein Hospiz sind dabei folgende:

  • Die Patientinnen/Patienten haben eine weit fortgeschrittene, fortschreitende, nach menschlichem Ermessen unheilbare Erkrankung.
  • Die Patientinnen/Patienten haben eine begrenzte Lebenserwartung.
  • Die Patientinnen/Patienten haben eine medizinische Aufnahmeindikation (z.B. starke Schmerzen, therapieresistente Übelkeit bzw. Erbrechen).
  • Eine Versorgung zu Hause ist aus medizinischen oder psychosozialen Gründen nicht mehr möglich.
  • Patientinnen/Patienten und Angehörige müssen über die Unheilbarkeit und den fortgeschrittenen Krankheitsprozess informiert sein.
  • Die Patientin/der Patient sowie die Angehörigen wünschen ausdrücklich eine Aufnahme und sind mit dem Prinzip der lindernden Pflege und Therapie einverstanden.
  • Die religiöse Herkunft spielt keine Rolle!

Die Kosten eines Hospizes belaufen sich auf den in einem Krankenhaus üblichen Selbstbehalt. In einem Hospiz gibt es in der Regel keine festen Besuchszeiten.

Ärztliche Versorgung im Hospiz

Wie sieht die ärztliche Versorgung in Hospizen aus?

Neben Ärztinnen und Ärzten kümmern sich diplomierte Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger um die Bedürfnisse der Schwerstkranken. Dabei schöpfen sie alle Möglichkeiten der Palliativmedizin- und pflege aus. Es wird stets versucht, körperliche Leiden und Schmerzen zu behandeln und diese ebenso zu lindern. Dabei steht der Mensch selbst im Mittelpunkt und es werden sowohl körperliche, psychische, soziale als auch spirituelle Bedürfnisse gleichermaßen geachtet.

Fotografie einer Pflegerin, die ihrer rollstuhlgebundenen Patientin einen Sonnanaufgang zeigt

Zusätzlich zu dem Ärzte- und Pflegeteam sind in einem Hospiz noch freiwillige Helferinnen und Helfer, die ein Ehrenamt bekleiden, verfügbar, die sich um die Kranken und deren Angehörigen vor allem im sozialen Bereich kümmern. Mit Hilfe dieser Ehrenamtlichen entsteht zumindest etwas Normalität im Leben der Patientinnen/Patienten und deren Angehörigen.

Unterstützung für Angehörige

Was ist für Menschen wichtig, die einen schwerkranken Menschen betreuen? 

Besonders für die Angehörigen einer schwerstkranken Person ist die Zeit vor und nach dem Tod eines geliebten Menschen besonders herausfordernd.

Aus diesem Grund bieten Hospize eine umfassende Betreuung auch für Angehörige an. In der Regel bieten Hospize einerseits Einzelgespräche mit Therapeutinnen/Therapeuten an. Andererseits gibt es oftmals die Möglichkeit, bei einer angeleiteten Trauergruppe teilzunehmen, in der man gemeinsam mit anderen Menschen, denen ähnliches wiederfährt, über das Erlebte spricht und versucht, es zu verarbeiten. In dieser schweren Zeit ist es unter anderem sehr wichtig, als Begleiterin/ Begleiter gut für sich selbst zu sorgen (z.B. Freunde zu treffen, etwas zu unternehmen, das Ihnen Freude bereitet) und angebotene Hilfestellungen in Anspruch zu nehmen.

Wie werden die Angehörigen einer schwerstkranken Person unterstützt? 

Der „Ratgeber für Angehörige von schwerkranken Menschen“ vom Dachverband Hospiz Österreich liefert begleitenden Menschen – Angehörigen, Freundinnen und Freunden und Verwandten – Hilfestellungen, Ideen, Möglichkeiten zur Unterstützung und wissenswerte Informationen, die beim Begleiten von großer Bedeutung sind. Die Familienhospizkarenz erlaubt Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen, ihre Arbeitszeit für die Betreuung schwerkranker oder sterbender Menschen anzupassen. Möglich ist es, die Stunden zu reduzieren aber auch eine völlige Dienstfreistellung zu bekommen.

Ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen und Begleiter spielen ebenfalls eine wichtige Rolle – sie führen Gespräche, lesen vor, hören zu und bieten Hilfestellung an, wenn Hilfe bei Erledigungen oder Untersuchungen gebraucht wird. Diverse Kurse bereiten die ehrenamtlichen Helferinnen/ Helfer auf ihre Tätigkeit vor; regelmäßige Supervisionen und Weiterbildungen unterstützen sie bei ihrer Tätigkeit. Da die Dienste von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern kostenlos sind, helfen diese Spenden unter anderem dabei, Weiterbildungskosten oder Kilometergeld abzudecken oder das Hospiz auf sonstigem Weg zu unterstützen (Steuerliches Absetzen der Spende ist möglich).

Aufgrund dieser umfassenden und wertvollen Hilfestellung kommt es bei Beerdigungen auch oft vor, dass anstelle von Kranz- und Blumenspenden Spenden für ein Hospiz gewünscht werden. Darauf ist Rücksicht zu nehmen.

Bewerten Sie diese Seite

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
(auf die Sterne klicken)

8 Bewertungen
Ø 4,88 von 5,00 Sternen

Loading...

Quellen:
Prof. Christoph Student (Die fünf Kennzeichen des Hospiz)
khgh.at (Palliativstation)
cs.or.at (Aufnahmekriterien & Kosten Hospiz)
hospiz-tirol.at (Ärztliche Versorgung)
hospiz.at (Begleiten bis zuletzt)

Siehe auch:
Bestattungsvorsorge – Was kann man schon zu Lebzeiten regeln?
Sterbehilfe – Welche Formen gibt es und was ist in Österreich gesetzlich erlaubt?

Rückruf anfordern