Totensonntag: Das Allerseelen der evangelischen Kirche

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Maria Steinwender

Verfasst von Maria Steinwender

27. August 2021Lesezeit: 5 Minuten

Maria Steinwender

Immer am letzten Sonntag des Kirchenjahres wird der Totensonntag gefeiert. Dieser Feiertag wird auch Ewigkeitssonntag oder Gedenktag der Entschlafenen für das Totengedenken genannt. Üblicherweise besuchen Angehörige von Verstorbenen an diesem Tag den Friedhof und schmücken die Gräber mit Blumen und Kerzen. Woher kommt der Feiertag und seine Bräuche?

Was ist der Totensonntag?

Der Totensonntag oder Ewigkeitssonntag ist in den evangelischen Kirchen in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein Gedenktag für die Verstorbenen. Er ist der letzte Sonntag vor dem ersten Adventssonntag und damit der letzte Sonntag des Kirchenjahres. Er kann – aufgrund der fixen Lage des vierten Adventssonntages vor dem 25. Dezember – nur auf Termine vom 20. bis zum 26. November fallen.

Wann ist der Totensonntag?

Der Totensonntag wird jedes Jahr am letzten Sonntag vor dem ersten Advent begangen. Es ist der letzte Sonntag des Kirchenjahres. Die Termine für die nächsten Totensonntage sind folgende:

  • Totensonntag 2021: Sonntag, 21. November 2021
  • Totensonntag 2022: Sonntag, 20. November 2022
  • Totensonntag 2023: Sonntag, 26. November 2023
  • Totensonntag 2024: Sonntag, 24. November 2024
  • Totensonntag 2025: Sonntag, 23. November 2025

Historischer Hintergrund zum Totensonntag

In allen Kulturen, Religionen und Konfessionen nimmt das Totengedenken einen wichtigen Platz ein. Ursprünglich lehnte die Reformation ein Totengedenken ab. Man berief sich dabei auf das Matthäusevangelium „lass die Toten ihre Toten begraben“ (Mt. 8, 22). Daher schafften sie ebenso das Allerseelenfest, welches auf den 2. November fällt, in den evangelischen Kirchen ab.

Doch blieb der Wunsch der Menschen nach einem solchen allgemeinen Gedenktag bestehen.

König Friedrich Wilhelm III. von Preußen ordnete 1816 an, jeweils am letzten Sonntag des Kirchenjahres, dem letzten Sonntag vor dem 1. Advent, der Verstorbenen zu gedenken. Anlass waren unter Umständen die vielen Gefallenen der Befreiungskriege im Jahr 1813, ebenso die Welle der Empfindsamkeit im Zeitalter der Romantik, welche das Gedenken an die Verstorbenen für die damalige Zeit modern machte. Das Totengedenken wurde außerhalb Preußens von anderen protestantischen Kirchen übernommen.

Die Tradition des Totengedenkens reicht jedoch bis ins Mittelalter und der Entwicklung des Kirchenjahres zurück. Bereits damals wurde der letzte Sonntag des Kirchenjahres als Zeitpunkt bestimmt, an dem der Tod in besonderer Weise thematisiert und den Verstorbenen im Stillen gedacht wurde. Hier dominierten vor allem die Erwartungen des Jüngsten Tages und des Ewigen Lebens die Gedanken der Gläubigen.

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Totensonntag im Katholizismus?

Anders als in der evangelischen Kirche wird der letzte Sonntag des Kirchenjahres in der katholischen Kirche nicht als Totengedenken gefeiert, sondern als Hochfest. Dieser Tag ist den Katholiken auch nicht als Totensonntag bekannt, sondern trägt den feierlichen Namen Christkönigstag oder Christkönigssonntag. Dieses Fest ist vergleichsweise jung, noch keine 100 Jahre alt. Es wurde 1925 von Papst Pius XI. als Zeichen und Fest der Hoffnung eingeführt.

Seit der Liturgiereform 1969/1970 wird das neue Hochfest zeitgleich mit dem evangelischen Totensonntag gefeiert. An diesem katholischen Gedenktag stehen jedoch nicht der Tod und die Erinnerung an die Verstorbenen im Vordergrund.

Zum Christkönigstag wird stattdessen die himmlische Königsherrschaft von Jesu Christi gefeiert. Die Erinnerung an die Königswürde Jesu soll den Gläubigen am Ende des Jahres Hoffnung auf das Folgejahr und auf eine bessere Zukunft schenken.

Bräuche am Totensonntag

Am Ewigkeitssonntag besuchen die Menschen die Friedhöfe und schmücken die Gräber ihrer Angehörigen. Die Verstorbenen des ausgehenden Kirchenjahres werden im Gottesdienst verlesen und zusammen mit den Angehörigen in das Fürbittengebet mitaufgenommen. Der Dank für das Leben und der Trost für die Trauernden verbinden sich in der christlichen Hoffnung auf die Auferstehung von den Toten. Manche Gemeinden laden an diesem Gedenktag auch zum Gottesdienst in der Friedhofskapelle ein.

In der Messe zu Allerheiligen und am Totensonntag werden die Namen der Verstorbenen verlesen

Symbole am Totensonntag

Das Schmücken der Gräber mit Grabkränzen, Blumengestecken und Grabschmuck ist ein Symbol der Trauer und des ewigen Gedenkens an die Verstorbenen. Durch die Grabpflege drücken die Angehörigen aus, dass die Verstorbenen in liebevoller Erinnerung gehalten werden.

Das Aufstellen und Anzünden von Grab- und Kerzenlichtern ist nicht nur ein Symbol des Totensonntags, sondern stellt einen wesentlichen Brauch der Bestattungskultur dar. Schon seit tausenden von Jahren und in verschiedenen Kulturen ist das Entzünden eines Grablichts ein wichtiges Symbol bei einer Beisetzung und beim Gedenken an die Verstorbenen.

Eine Kerze wird an Allerheiligen zum Gedenken der Toten entzündet

Das Flämmchen der Kerzen und Grablaternen soll das „ewige Licht“ symbolisieren. Dieses soll am Tag und durch die finstere Nacht erstrahlen und den Seelen der Verstorbenen den Aufstieg in den Himmel weisen. Das Licht soll jedoch nicht nur als Wegweiser dienen, es steht auch als Symbol der Erinnerung, ein wortloses Zeichen mit der Bedeutung „Ich denke an Dich!“ und „Ich habe Dich nicht vergessen!“

Auch das Glockenläuten nach dem Gottesdienst hat eine Bedeutung: Der Schall der Glocken soll alle Menschen, auch diejenigen, die am Totensonntag nicht in die Kirche gehen, an das feierliche Totengedenken erinnern und das Verklingen der Glockentöne soll an die Vergänglichkeit des Lebens erinnern.

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Andere kirchliche Gedenktage im November und Oktober

Wenn der Oktober endet und der November beginnt, bricht für die evangelischen Christen jedes Jahr aufs Neue eine ganz besondere Zeit des Gedenkens an: Bereits am 31. Oktober feiern die evangelischen Christen den Reformationstag – im Gedenken an die Reformation der Kirche durch Martin Luther. Dieser hatte am Tag vor Allerheiligen im Jahr 1517 seine 95 Thesen zu Ablass und Buße an die Tür der Kirche in Wittenberg geschlagen und eine Erneuerung der Kirche entfacht.

An den beiden ersten Tagen im November werden in der katholischen Kirche Allerheiligen und Allerseelen gefeiert. Der 1. November gilt als hoher Festtag und ist im Unterschied zum 2. November eigentlich kein Tag des Totengedenkens.

Theologisch steht Allerheiligen in Bezug zu Ostern und der Auferstehung der Toten, da die Heiligen laut christlicher Überzeugung bereits in Gemeinschaft mit Gott stehen und eine „Kirche des Himmels“ bilden. Die Kirche gedenkt daher an diesem Tag der vielen unbekannten Heiligen, die in keinem Kalender stehen.

Gebet für die Verstorbenen

Gedenken aus der Ferne am Totensonntag

Jeder und jede Hinterbliebene trauert und gedenkt anders. In unserer schnelllebigen Zeit hat sich auch die Art, wie wir gedenken, gewandelt – man ist seltener an den Orten, an denen wir unsere Toten bestatten. Die Bestattungs- und Trauerkultur passt sich der Zeit an - so ist Trauern und Gedenken heutzutage in allen erdenklichen Formen möglich. Wir haben Tipps, wie Sie Ihrer Verstorbenen gedenken können, wenn Sie dessen oder deren Grabstätte nicht besuchen können.

Blumen schicken

Blumen werden bei einem Besuch auf dem Friedhof gerne mitgebracht, um das Grab zu schmücken. Am Totensonntag werden auch gerne Kränze niedergelegt. Auch wenn es einem nicht möglich sein sollte, die Grabstelle zu besuchen, können Blumen zum Gedenken an eine:n Verstorbene:n gekauft und an einem pietätvollen Ort zuhause oder wo auch immer man sich gerade eingerichtet hat, aufgestellt werden – am besten, es handelt sich dabei um die Lieblingsblumen des oder der Verstorbenen.

Lassen Sie Blumen sprechen!

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Die Lieblingsmusik des oder der Verstorbenen hören

Zum Gedenken bietet es sich an, einen Musiker oder eine Band, die der oder die Verstorbene gerne gehört hat oder die Sie mit der oder dem Verstorbenen verbinden, abzuspielen. Dies kann auch unterwegs, im Auto, über das Smartphone angehört werden. Eine Liste zu Trauermusik über verschiedene Musikrichtungen hinweg finden Sie in unserem Artikel.

Virtuelle Gedenkstätten

Im Internet gibt es die Möglichkeit, virtuelle Parten für Verstorbene — sogenannte Gedenkseiten — einzurichten, die Hinterbliebene und Freunde von überall und zu jeder Zeit besuchen und dem Verstorbenen online gedenken können. Hier können Sie Einträge verfassen und sich mit anderen Hinterbliebenen austauschen, Erinnerungen und Fotos teilen oder kondolieren.

Bei Benu besteht die Möglichkeit, eine Traueranzeige kostenfrei online erstellen zu lassen. Sie ist personalisierbar, und der Inhalt der Traueranzeige und das zugehörige Foto können frei gewählt werden.

Wenn Sie möchten, können Sie auch zuhause eine Kerze anzünden, wie Sie es auch in der Kirche getan hätten. Im Gebet können Sie so verbunden sein mit allen, die an diesem Tag um einen geliebten Menschen trauern.

Falls Sie mehr Informationen diesbezüglich benötigen oder Fragen auftauchen – Benu ist jederzeit telefonisch oder per Mail für Sie erreichbar.

Häufig gestellte Fragen

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