Ein Abschied mit Blumen - Trauerfloristik und Grabblumen

Maria Steinwender

Verfasst von

Maria Steinwender

16. Juli 2021lesezeit: 6 minuten

Ein Meer aus roten Rosen vom Gatten, ein Gesteck von den Enkerln, Sonnenblumen und Gerbera von den Kindern: Blumenkränze und Trauergestecke sind fixer Bestandteil eines Begräbnisses und für viele eine Möglichkeit, einem lieben Menschen „durch die Blume“ einen letzten Gruß zu senden.

Trauerfloristik: Herkunft und Tradition

Warum stellt man Blumenkränze bei einer Beerdigung auf?

Der Trauerkranz ist fester Bestandteil der Trauerkultur. Als Symbol im Totenbrauchtum steht der Trauerkranz zum einen als Symbol für die Ewigkeit und damit auch als Zeichen für ein Leben nach dem Tod. Zum anderen symbolisiert er die Verbundenheit zwischen dem oder der Verstorbenen und den Hinterbliebenen, über den irdischen Tod hinaus.

Weitere Traditionen, in denen die Kranzform dominiert, sind die der Siegerkränze der Antike und der christlichen Märtyrerkränze. Bereits seit der Barockzeit werden solche Trauerkränze auf Begräbnissen verwendet.

Blumenwahl

Wo kann auf einem Begräbnis überall mit Blumen dekoriert werden?

Blumen können nicht nur den Sarg oder die Urne schmücken, sondern auch die Trauerfeier und Kirche oder Aufbahrungshalle in Form von Strauß und Gesteck begleiten.

Neben den typischen Trauerblumen ist es ratsam, die Lieblingsblume der oder des Verstorbenen mit in Trauerkranz und Grabschmuck zu integrieren, um der Trauerfloristik eine persönliche Note hinzuzufügen. In den meisten Fällen werden auch einzelne Blumen, Blüten oder kleine Sträuße ins offene Grab geworfen.

Die Blumen- und Kranzspenden werden von den Floristen zur Trauerfeier oder zum Friedhof gebracht. Die Kränze und Gestecke von den Angehörigen werden meist um den Sarg drapiert. Während der Trauerfeier dienen sie als Dekoration des Sarges oder der Urne und bieten einen angemessenen Hintergrund für Pfarrer, Trauerredner oder Musiker.

Nach der Beisetzung und dem Schließen des Grabes werden die Kränze üblicherweise auf den Grabhügel gelegt. Besondere Kränze der engsten Angehörigen können auch auf Kranzständern am Grab aufgestellt werden.

Welche Farben sollten die Blumen bei Grabgestecken und Trauerkränzen haben?

Während die Trauerkleidung meist schwarz und gedeckt ist, werden bei der Wahl des Blumenschmucks helle Farben bevorzugt. Meist kommen weiße oder cremefarbene Blumen zum Einsatz. Aber auch farbenfrohe Kränze und Gestecke sind keine Seltenheit mehr.

Oft wird Blumenschmuck genutzt, um die Persönlichkeit des Verstorbenen zu unterstreichen. War der oder die Verstorbene naturverbunden? Dann bietet sich Grabschmuck aus Wiesenblumen an. Die Wahl der Blumen und deren Farben hängt zweifelsohne auch von der Jahreszeit ab.

Die häufigsten Trauerblumen

Die Wahl der Blumen für den Trauerkranz sollte mit Bedacht erfolgen – sie sagt oft etwas über die Beziehung und die Gefühle gegenüber der verstorbenen Person aus. Dies kann schnell mißverstanden werden, vor allem in konservativen Gesellschaftsschichten.

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Welche Kombinationen sind zu welcher Jahreszeit üblich?

  • Frühjahr: Sogenannte Frühblüher, die Hoffnung spenden ergeben einen wunderbar frühlingshaften Trauerkranz: Hyazinthen, Narzissen, Christrosen, Tulpen oder Veilchen sind besonders hübsch für einen zarten, filigranen Trauerkranz in frischen Farben.

  • Sommer: Gerbera, Dahlien, Ranunkeln, Hortensien oder Rosen haben im Sommer Saison. Kombinieren lassen sich die eben genannten Blumen gut mit Beerenzweigen und grünen Blättern, die dem Kranz mehr Volumen geben und einen schönen Rahmen bilden.

  • Herbst: Mit Chrysanthemen, Karden (und anderen Distelarten) und Erika lassen sich herbstliche Kränze dekorieren. Moos, Lotus, Reisig und Efeu eignen sich ideal für die Fertigung eines Trauerkranzes.

  • Winter: Christrosen, Rosen, Amaryllis oder Lilien passen ideal für einen Trauerkranz in den Wintermonaten. Häufig werden im Winter auch Trockenblumen, Baumpilze, Flechten oder Tannenzapfen für den Trauerkranz verwendet. Dieser kann als Trockenblumenkranz auch bei Frost für lange Zeit als Dekoration auf der Grabstelle bleiben.

Wie entsteht ein Trauerkranz?

Üblich sind Trauerkränze aus Blumen und Tannengrün, die mit Trauerschleifen verziert werden. Die Schleifen tragen dabei einen letzten Gruß der Hinterbliebenen an den Verstorbenen oder die Verstorbene sowie Kondolenzbekundungen gegenüber der Trauerfamilie. Üblich sind Kranz-Größen zwischen 60 und 90 cm. Basis ist meist ein Steckschaum, welcher bewässert werden kann.

Die Blumen „leben“ so, je nach Witterung, etwa bis zu 5 Tage. Die Blumen werden gedrahtet und in den Steckschwamm gesteckt. Der Kranz selbst besteht meist aus Stroh, in Wien ist ein Drahtkranz üblich, was jedoch wegen der Entsorgung problematisch sein kann.

Für Sarggestecke werden ebenso Unterlagen aus Schaum und Holz verwendet. Die Zweige immergrüner Pflanzen, wie etwa Tannen, werden als Grundlage der floralen Gestecke verwendet. Sie symbolisieren ebenso wie die kreisrunde Form die Unendlichkeit.

Die grüne Farbe steht für die Hoffnung, dass nach dem Tod ein neues Leben auf den Verstorbenen wartet und dass der- oder diejenige mit den Angehörigen im nächsten Leben wieder vereint sein wird.

Grundsätzlich gilt: Erlaubt ist, was gefällt – der oder dem Verstorbenen und den Hinterbliebenen. Besonders schön kann auch eine Sargdecke aus Blumen aussehen. Ebenso gern werden Herzen in verschiedenen Durchmessern zum Sarg oder zur Urne gestellt.

Was kostet Trauerfloristik?

Oft wird die Anzahl der für ein Gesteckt benötigten Blumen unterschätzt, ebenso die Kosten. Trauerkränze sind mit viel Handarbeit verbunden und meistens kostenintensiv.

Der Preis eines Trauerkranzes richtet sich nach Größe, Aufwand, Verarbeitung und verwendeten Blumen und Materialien inklusive der Schleife.

Üblich ist etwa bei einem Herz aus Rosen mit 75 cm Durchmesser und der Verwendung von 250 Rosen ein Preis von 500 €. Ein kleineres Herz kommt meist auf 300 €.

Urnenschmuck

Auch für Urnen sind Blumenkränze möglich. Die Auswahl der Blumen sollte die Persönlichkeit des oder der Verstorbenen unterstreichen und jeweils zu Größe, Farbe und Material der Urne passen. Ein Blumenbouquet auf der Urne ist genauso gut möglich wie eine Umrandung durch ein Blumenbett, -kranz oder -herz. Viele Floristen arbeiten die Urne in den Blumenschmuck ein.

Bei Baumbestattungen oder Seebestattungen können Trauergäste einzelne Blumen am Baum ablegen oder Blütenblätter ins Wasser streuen. Dabei ist zu beachten, dass bei diesen Formen der Beisetzung nur natürliche Materialien als letzter floraler Gruß verwendet werden dürfen. Blumengestecke mit Metalldrähten oder Kränze sind tabu.

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Wer schickt Blumengrüße?

Trauerkränze und Blumenschmuck sind ein fester Bestandteil von Bestattungen und helfen vielen Trauernden, ihre Wertschätzung auszudrücken.

Traditionell ist es üblich, dass die Größe des Kranzes von der Beziehung zum Verstorbenen abhängt. Soll heißen: Je näher man dem oder der Toten stand, desto größer sollte auch der Trauerkranz sein. Dies ist heute nicht mehr Usus – viele Trauergäste bringen auch einfach einen großen Kranz, um die Bedeutsamkeit des oder der Verstorbenen für ihr eigenes Leben zu signalisieren.

Generell gilt: Kein Trauergast ist verpflichtet, einen Kranz zu spenden. Auch ein kleiner, individueller Trauerstrauß kann eine mitfühlende Geste gegenüber den Hinterbliebenen ausdrücken oder den Respekt vor dem oder der Toten zeigen.

Egal, ob man sich für einen Kranz oder ein Blumengesteck entscheidet: Trauerfloristik ist so oder so ein angemessener letzter Abschiedsgruß und wird von den Angehörigen auf jeden Fall wertgeschätzt.

Viele Arbeitskolleginnen und -kollegen, Vereinskolleginnen und -kollegen oder Nachbarinnen und Nachbarn schließen sich oft zusammen, um gemeinsam einen Kranz zu bestellen. Dies macht Sinn, da Kränze ja durchaus keine günstige Angelegenheit sind. Man sollte besonders darauf achten, dass in so einem Fall die Namen aller Geldgeberinnen und Geldgeber angeführt sind.

„Statt Blumen“: Darf man keine Blumen mitbringen?

Wenn die Hinterbliebenen im Vorfeld der Bestattung - etwa auf der Todesanzeige- darauf hingewiesen haben, dass sie sich anstelle von Blumen eine kleine Spende für eine bestimmte Organisation oder eine soziale Einrichtung wünschen, sollte man diesen Wunsch unbedingt berücksichtigen und von Blumengestecken oder Kränzen absehen. Man kann dennoch einen kleinen Blumenstrauß oder eine einzelne Blume mitnehmen, die am Grab niedergelegt oder nachgeworfen werden kann.

Blumen (und Erde) ins Grab nachwerfen

Dies geschieht im Rahmen einer (Erd-)Bestattung, nachdem die Urne oder der Sarg im Grab beigesetzt wurde. Die Träger verbeugen sich und die Angehörigen treten an das Grab. Meist wird dann ein Gebet gesprochen, der oder die Geistliche wirft (dreimal) Erde ins Grab und spricht die Worte „Aus der Erde sind wir genommen, zur Erde sollen wir wieder werden, Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub“. Damit wird ausgedrückt, dass der Mensch von Gott ins Leben gerufen wurde und nun zu ihm zurückkehrt.

Im Anschluss daran ist der Zeitpunkt gekommen - nun haben die Trauergäste die Gelegenheit, Blumen oder Blütenblätter sowie (mit einer Schaufel) Sand oder Erde ins Grab zu werfen. Anstelle einer Handvoll Erde können Trauergäste auch grüne Blätter oder farbige Blütenblätter auf das Grab werfen. Die Einwurfblumen sowie die Erde werden in einem Körbchen oder einer Schale bereitgestellt.

Selbstverständlich treten dabei als erstes die engsten Angehörigen an das Grab und werfen Erde oder Blumenblätter hinein. Die weiteren Trauergäste folgen und kondolieren anschließend der Familie.

Was bedeutet der Brauch des Erde-Nachwerfens?

Die Blumen oder Blütenblätter werden von der Familie ins Grab geworfen, um Liebe, Zuneigung und Würdigung dem oder der Verstorbenen gegenüber auszudrücken. Man möchte Abschied nehmen, den Tod akzeptieren und der Familie und den nahen Verwandten und Freunden zeigen, dass man ihnen in dieser schweren Trauerzeit beistehen wird.

Das Werfen von Sand oder Erde versinnbildlicht das symbolische Schließen des Grabes, die Vergänglichkeit des Körpers sowie die Übergabe des Leichnams an die Erde.

In manchen Gegenden wird darauf geachtet, diese Geste genau dreimal auszuführen - damit soll auf die Dreifaltigkeit hingewiesen werden. Die Beerdigung geschieht im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Trauerschleife

Was schreibt man auf eine Trauerschleife?

Trauerkränze werden meist mit einem farblich passenden Schleifenband aus Seide, Satin oder Moiré versehen, welches man Trauerschleife, Trauerband oder Trauerflor nennt.

Die Schleife wird mit den Namen der Schenkenden sowie dessen oder deren persönlichen Abschiedsworten bedruckt, so dass der Kranz seine Aufgabe als Kondolenzgebinde und letzter Gruß an den Verstorbenen oder die Verstorbene erfüllt.

Ob der Spruch eher förmlich oder persönlich formuliert ist, hängt von der jeweiligen Beziehung zu dem oder der Verstorbenen und den Angehörigen ab. Sind diese gläubig, darf es auch gerne ein religiöser Text sein.

Hier finden Sie Inspiration, falls Sie auf der Suche nach Sprüchen für eine Trauerschleife sind:

Sprüche für Trauerschleifen

  • Für immer in unseren Herzen
  • In Dankbarkeit
  • In Liebe und Dankbarkeit
  • Die Liebe bleibt
  • Wir werden Dich nie vergessen
  • Ein letzter / stiller Gruß
  • In stillem Gedenken
  • In tiefer Trauer / Verbundenheit
  • Geliebt und unvergessen
  • Wir werden Dich nie vergessen
  • Aufrichtige Anteilnahme
  • Ein letztes Lebewohl
  • Danke für Deine Liebe / Freundschaft
  • Abschied in Dankbarkeit
  • Gott nahm Dich und führte Dich heim
  • Im Glauben an das ewige Leben
  • Herr, schenke ewigen Frieden
  • Unserem lieben Vater / Großvater / Onkel bzw. Unserer lieben Mutter / Großmutter / Tante
  • Meiner lieben Frau ein letzter Gruß // Meinem lieben Mann ein letzter Gruß // Für meinen / meine (Namen oder Kosenamen)
  • In dankbarer/liebevoller Erinnerung
  • Die Zeit vergeht, die Liebe bleibt
  • Liebe ist ewige Gegenwart
  • Einem lieben / echten Freund
  • Aus Gottes Hand in Gottes Hand
  • Den Augen fern, dem Herzen ewig nah
  • Die Erinnerung lächelt, auch wenn das Herz weint

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Häufig gestellte Fragen

Welcher Text gehört auf eine Trauerschleife?

Dies liegt im individuellen Ermessen und hängt vom persönlichen Nahverhältnis ab.

Hier ein paar Sprüche in aller Kürze:

  • In dankbarer/liebevoller Erinnerung
  • Die Zeit vergeht, die Liebe bleibt
  • Liebe ist ewige Gegenwart
  • Einem lieben / echten Freund
  • Aus Gottes Hand in Gottes Hand
  • Den Augen fern, dem Herzen ewig nah
  • Die Erinnerung lächelt, auch wenn das Herz weint

Mehr dazu finden Sie im vollständigen Artikel.

Was kostet ein Trauerkranz?

Trauerkränze unterscheiden sich hinsichtlich Umfangs und Blumenauswahl. So ist naturgemäß ein kleiner Kranz günstiger als ein großer.

Teuer sind sie so oder so – viele Arbeitsstunden fließen hinein, die Blumenauswahl ist individuell. In unserem Online-Shop kostet etwa ein Trauerkranz mit Blumen der Saison 270€.

Welche Blumen nimmt man für einen Trauerkranz?

Die beliebtesten Blumen für einen Trauerkrank sind Rosen, Lilien, Callas, Nelken, Chrysanthemen; aber auch Tulpen, Lilien und Vergissmeinnicht. Die Wahl der Blumen hängt vom Naheverhältnis und von der Jahreszeit ab.

Was kostet ein Blumenherz?

Üblich ist etwa bei einem Herz aus Rosen mit 75 cm Durchmesser und der Verwendung von 250 Rosen ein Preis von 500 €. Ein kleineres Herz kommt meist auf 300 €. In unserem Shop kostet ein Trauerherz mit Blumen der Saison 176€.

Warum schickt man Blumen im Trauerfall?

Um die besondere Wertschätzung gegenüber dem oder der Verstorbenen sowie deren oder dessen Familie auszudrücken.

Wer schickt Blumen zur Beerdigung?

Nahe Angehörige, Freundinnen und Freunde, Verwandte, Arbeitskolleginnen und Kollegen – jeder und jede, der dem oder der Verstorbenen Wertschätzung ausdrücken möchte.

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