Warum fühlt sich alles so schwer an, obwohl das Begräbnis vorbei ist? Ist es normal, an einem Tag gefasst und am nächsten Tag völlig verzweifelt zu sein? Und wie lange wird das so bleiben? In diesem Ratgeber erfahren Sie, was in der Trauer geschieht, welche Phasen Fachleute beschreiben und was Ihnen oder anderen Trauernden in dieser Zeit helfen kann.
Warum wird die Trauer nach der Beerdigung oft schlimmer?
Wann ist die Trauer am schlimmsten?
Was ist Trauer, und wie fühlt sie sich an?
Welche Phasen der Trauer gibt es?
Was ist ein Schock nach einem Todesfall?
Wie kann ich Trauer verarbeiten?
Die Phasen der Trauer bei Kindern
Wie kann ich Trauernden beistehen?
Was sollte man zu Trauernden besser nicht sagen?
Wo finde ich Unterstützung in der Trauer?
Trauergruppen und Trauerbegleitung in den Bundesländern
Trauer ist eine natürliche Reaktion auf einen schlimmen Verlust. Sie betrifft Gefühle, Gedanken und den Körper. Und das Wichtigste: Trauer verläuft bei jedem Menschen anders und in der Regel in Wellen, nicht in einer geraden Linie. Phasenmodelle wie die von Verena Kast und Elisabeth Kübler-Ross helfen, das eigene Erleben einzuordnen. Sie beschreiben aber keine feste Reihenfolge. Unterstützung finden Sie bei Familie und Freunden, in Trauergruppen, in der Trauerbegleitung und rund um die Uhr bei der Telefonseelsorge unter 142.
Warum wird die Trauer nach der Beerdigung oft schlimmer?
Viele Menschen erleben die Trauer in der Zeit nach dem Begräbnis als besonders schwer. Das liegt daran, dass in den ersten Tagen nach einem Todesfall oft kein Raum für Traurigkeit bleibt. Angehörige müssen informiert, Dokumente (z.B. Versicherungen, Ausweispapiere) zusammengesucht und das Begräbnis geplant werden. Den eigentlichen Schmerz spüren viele erst nach der Trauerfeier: wenn alles geregelt ist und der Alltag ohne die verstorbene Person beginnt.
- Die Aufgaben fallen weg. Bis zum Begräbnis gibt es viel zu tun. Danach entsteht plötzlich eine Lücke.
- Das Umfeld zieht sich zurück. Freundeskreis und Bekannte kehren in ihren Alltag zurück. Anrufe und Besuche werden seltener, gerade dann, wenn die Trauer am stärksten wird.
- Der Alltag macht den Verlust sichtbar. Der leere Platz am Tisch, das Telefon, das nicht mehr klingelt: Erst im Alltag wird spürbar, was fehlt.
Wann ist die Trauer am schlimmsten?
Darauf gibt es keine allgemeine Antwort. Viele Betroffene berichten, dass die Trauer im Laufe des ersten Jahres zunächst stärker wird. Besonders schwer sind oft die ersten Male ohne die verstorbene Person: der erste Geburtstag, das erste Weihnachten, Allerheiligen, der erste Todestag. Auch Jahre später kann ein Lied, ein Geruch oder ein Ort die Trauer plötzlich wieder wecken.
Charakteristisch für den Prozess des Trauerns ist jedoch, dass es gute und schlechte Tage gibt. In manchen Phasen verspüren Betroffene sogar so etwas wie innere Ruhe und Frieden. Und dann, scheinbar aus dem Nichts, kann plötzlich wieder tiefe Verzweiflung entstehen.

Was ist Trauer, und wie fühlt sie sich an?
Trauer ist die natürliche Reaktion auf den Verlust eines Menschen, der uns wichtig war. Sie zeigt sich nicht nur als Traurigkeit, sondern auch in vielen anderen Gefühlen, in Gedanken und manchmal sogar in Form von körperlichen Reaktionen. Neben Traurigkeit und Sehnsucht erleben Menschen oft Wut, Angst, Schuldgefühle oder empfinden eine große Leere. Manche spüren auch Erleichterung, etwa nach einer langen Krankheit, und schämen sich dann dafür. Auch das gehört zur Trauer. Trauer zeigt sich häufig auch körperlich. Typisch sind zum Beispiel:
- Erschöpfung und Müdigkeit, auch nach ausreichend Schlaf
- Schlafprobleme oder sehr intensive Träume
- Appetitlosigkeit oder Heißhunger
- Konzentrationsprobleme und Vergesslichkeit
- ein Gefühl von Enge in der Brust oder einem „Kloß im Hals“
Solche Reaktionen sind in der Regel kein Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Halten körperliche Beschwerden länger an oder werden sie stärker, sprechen Sie sie bitte bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt an.
Ist es normal, keine Trauer zu spüren?
Ja, auch gar keine Trauer zu spüren, kann vollkommen normal sein. Gerade in den ersten Tagen nach einem plötzlichen Verlust fühlen sich viele Menschen wie betäubt. Sie funktionieren, organisieren das Begräbnis und wundern sich, dass keine Tränen kommen. Das bedeutet nicht, dass Ihnen die verstorbene Person nicht wichtig war. Oft schützt sich die Seele zunächst vor dem vollen Ausmaß des Verlusts. Die Gefühle kommen bei vielen später, manchmal Wochen, Monate oder sogar Jahre danach.
Was bedeutet Trauerarbeit?
Mit Trauerarbeit ist die innere Auseinandersetzung mit einem Verlust gemeint: Gefühle zulassen, sich erinnern, den Verlust nach und nach als Teil des eigenen Lebens annehmen. Der Begriff geht auf Sigmund Freud zurück (Freud, „Trauer und Melancholie“, 1917). Das Wort „Arbeit“ beschreibt in diesem Zusammenhang sehr treffend, dass Trauer Kraft kostet. Das heißt aber nicht, dass man Trauer „richtig“ oder „falsch“ machen kann: Jeder Mensch trauert auf seine Weise und in seinem eigenen Tempo.
Welche Phasen der Trauer gibt es?
Die zwei bekanntesten Modelle stammen von der Psychologin Verena Kast (vier Phasen) und der Psychiaterin Elisabeth Kübler-Ross (fünf Phasen). Beide beschreiben typische Erfahrungen in der Trauer, aber keine feste Abfolge. Die Phasen können sich überschneiden, wiederholen oder in anderer Reihenfolge auftreten. Im deutschsprachigen Raum wird für die Trauer um einen verstorbenen Menschen meist das Modell von Verena Kast herangezogen. Wir stellen es deshalb ausführlicher vor.

Die vier Phasen der Trauer nach Verena Kast
1. Nicht-wahrhaben-Wollen
Unmittelbar nach dem Tod befinden sich viele Hinterbliebene in einer Art Schockzustand. Sie fühlen sich emotional betäubt, können ihre Gefühle nicht greifen und flüchten sich in Aktivitäten, etwa in die Planung des Begräbnisses. Der Verlust ist noch nicht in Kopf und Herz angekommen. Diese Verdrängung ist auch ein Schutz: Sie verschafft Zeit, bis man bereit ist, den Schmerz zu spüren. Die Phase dauert meist nur kurz, oft Stunden bis wenige Tage.
2. Aufbrechende Emotionen
Nun brechen die zurückgehaltenen Gefühle auf: Schmerz, Wut, Angst, Verzweiflung, Sehnsucht. Die Wut kann sich gegen die verstorbene Person richten, die „einen allein gelassen hat“, aber auch gegen Ärztinnen und Ärzte, Angehörige oder gegen Gott. Viele quälen sich mit Schuldgefühlen und Fragen wie:
- Warum gerade sie oder er?
- Warum ausgerechnet jetzt?
- Hätte ich etwas tun können?
- Habe ich beim Abschied alles richtig gemacht?
Für Angehörige und Freunde heißt das: Geben Sie diesen Gefühlen Raum, auch wenn sie heftig sind. Sie müssen nichts erklären oder entkräften. Zuhören und da sein hilft oft mehr als jedes Argument.
3. Suchen und langsam loslassen
In dieser Phase setzen sich Trauernde intensiv mit der verstorbenen Person auseinander. Sie blättern in Fotoalben, besuchen vertraute Orte, führen innere Gespräche mit ihr. Viele träumen intensiv. Es ist oft eine Zeit des Rückzugs, und von außen kann es wirken, als würde die Trauer stärker statt schwächer. Nach und nach findet dabei eine Trennung statt: Die verstorbene Person wird nicht vergessen, sondern bekommt einen neuen Platz im eigenen Leben.
4. Neuer Selbst- und Weltbezug
Allmählich kehrt innere Ruhe zurück. Der Schmerz tritt in den Hintergrund, ohne ganz zu verschwinden. Trauernde können wieder Pläne machen, neue Beziehungen eingehen oder alte vertiefen. Die Erinnerung an die verstorbene Person bleibt ein Teil des Lebens, oft verbunden mit Dankbarkeit und Wehmut. Viele erleben sich in dieser Zeit verändert. Freundschaften und Gewohnheiten ordnen sich neu.

Die fünf Phasen nach Elisabeth Kübler-Ross
Das Modell von Elisabeth Kübler-Ross beruht auf Gesprächen mit schwer kranken Menschen. Es beschreibt, wie Menschen auf die Nachricht reagieren, dass sie selbst sterben werden: mit Nicht-wahrhaben-Wollen, Zorn, Verhandeln, Depression und schließlich Zustimmung. Später wurde es oft auf die Trauer von Angehörigen übertragen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber zu den Sterbephasen.
Verlaufen die Phasen immer der Reihe nach?
Nein. Beide Autorinnen haben ihre Modelle nicht als feste Abfolge verstanden, und die heutige Trauerforschung sieht Trauer erst recht nicht als Stufenleiter. Viele Trauernde erleben ein Hin und Her: Tage, an denen der Alltag fast normal wirkt, und dann, scheinbar aus dem Nichts, wieder tiefe Verzweiflung. Das sogenannte Duale Prozessmodell beschreibt genau diese Bewegung zwischen der Auseinandersetzung mit dem Verlust und der Hinwendung zum neuen Alltag (Stroebe und Schut, 1999). Beides gehört zur Trauer, und beides ist wichtig.
Wenn Sie lange in einer bestimmten Phase festzustecken scheinen und weder Familie noch Freunde Ihnen helfen können, kann professionelle Unterstützung entlasten.
Was ist ein Schock nach einem Todesfall?
Viele Menschen reagieren auf die Nachricht vom Tod eines nahestehenden Menschen zunächst mit einem Schock. Sie fühlen sich wie betäubt, die Situation wirkt unwirklich. Das ist eine natürliche Schutzreaktion und klingt meist nach Stunden bis wenigen Tagen ab.
Typische Anzeichen eines Schocks nach einem Todesfall sind:
- das Gefühl, neben sich zu stehen oder „im falschen Film“ zu sein
- emotionale Taubheit, keine Tränen
- Zittern, Frieren, Übelkeit oder Herzklopfen
- Schwierigkeiten, klar zu denken oder sich später an Gespräche zu erinnern
- ein starker Drang, zu funktionieren und alles zu erledigen
Fachleute sprechen bei solchen Reaktionen auch von einer akuten Belastungsreaktion.
Was hilft im Schockzustand?
Bleiben Sie möglichst nicht allein. Bitten Sie eine vertraute Person, bei Ihnen zu sein. Achten Sie darauf, etwas zu trinken und zu essen, auch wenn Sie keinen Appetit haben. Und nehmen Sie sich Zeit: Viele Schritte nach einem Todesfall müssen nicht in der ersten Stunde erledigt werden. Unsere Bestatterinnen und Bestatter begleiten Sie durch die Abläufe und sind rund um die Uhr erreichbar.
Treten starke körperliche Beschwerden auf, etwa Atemnot oder Schmerzen in der Brust, rufen Sie ärztliche Hilfe.

Wie kann ich Trauer verarbeiten?
Der wichtigste Schritt ist, die Trauer zuzulassen, mit allen Gefühlen, die dazugehören. Dazu kommen kleine Dinge, die Halt geben: über die verstorbene Person sprechen, Abschied in eigener Form nehmen und auf sich selbst achten.
Trauer zuzulassen klingt zunächst einfach. Für viele Menschen ist es aber der schwerste Schritt, denn es bedeutet, sich sehr schmerzhaften Gefühlen zu öffnen. Wichtig zu wissen ist: Trauer verläuft in Wellen, und ganz vergeht sie selten. Wer einen geliebten Menschen verliert, wird ihn wahrscheinlich immer vermissen. Das heißt aber nicht, dass Sie nicht eines Tages wieder lachen und sich freuen können.
Was hilft in der Trauer?
Die folgenden Anregungen stammen aus der Trauerbegleitung. Nicht alles passt für jeden Menschen. Probieren Sie aus, was Ihnen guttut.
- Erinnerungen teilen: Vielen Trauernden hilft es, Erlebnisse aus der gemeinsamen Zeit mit einem vertrauten Menschen zu teilen. Das müssen nicht nur schöne Erinnerungen sein. Auch Konflikte und schwierige Gefühle haben in der Trauer Platz.
- Schriftlich Abschied nehmen: Manche Hinterbliebene geben beim Begräbnis einen selbst geschriebenen Brief mit ins Grab. Sie können auch eine Art Tagebuch führen, in dem Sie Ihre Gedanken regelmäßig an die verstorbene Person richten. Weitere Möglichkeiten finden Sie in unserem Ratgeber Abschied nehmen.
- Auf sich selbst achten: In dieser Zeit vergessen viele, gut für sich zu sorgen. Gönnen Sie sich bewusst etwas, das Ihnen guttut. Gehen Sie, wenn Sie mögen, Ihren Hobbys nach, und erlauben Sie sich auch Ablenkung. Das ist kein Verrat an der verstorbenen Person.
- Den Körper nicht vergessen: Essen Sie regelmäßig, trinken Sie ausreichend und gehen Sie, wenn möglich, täglich an die frische Luft. Trauer kostet auch körperlich Kraft.
- Hilfe annehmen: Wenn Freunde fragen, ob sie etwas tun können, nennen Sie ruhig etwas Konkretes: einkaufen, ein Essen vorbeibringen, gemeinsam spazieren gehen.
Was passiert, wenn Trauer verdrängt wird?
Wer Wut, Tränen und Traurigkeit über lange Zeit unterdrückt, kann dadurch zusätzlich belastet werden. Verdrängte Trauer kann unter anderem zu anhaltender Erschöpfung, Schlafstörungen, Niedergeschlagenheit oder Ängsten beitragen. Auch körperliche Beschwerden ohne erkennbare Ursache kommen vor.
Das bedeutet nicht, dass Sie jederzeit und überall trauern müssen. Es ist in Ordnung, sich im Alltag zusammenzunehmen. Wichtig ist, dass die Trauer irgendwo Raum bekommt: im Gespräch, beim Besuch am Grab oder in einer Trauergruppe.
Die Phasen der Trauer bei Kindern
Wie man mit Kindern über den Tod spricht, haben wir in diesem Ratgeber-Artikel für Sie zusammengefasst: Wie erkläre ich meinem Kind den Tod? Wenn wir über Trauerphasen sprechen, müssen wir allerdings immer auch über Kinder sprechen, denn Kinder trauern anders als Erwachsene. Manchmal scheint es, als wenn die Traurigkeit plötzlich und heftig aus ihnen herausbricht – und schon im nächsten Moment können sie wieder spielen. Dieses Verhalten ist ein natürlicher Selbstschutz.
Bei manchen Kindern zeigt sich die Trauer auch in Form von plötzlichen Wutausbrüchen. Dies passiert häufig, wenn ein Kind keine andere Möglichkeit hat, seine Gefühle zu kanalisieren. Andere Kinder verarbeiten die Emotionen, die sie nicht in Worte fassen können, im Spiel. Auch Malen, Tanzen und Singen können Aktivitäten sein, die Kindern beim Trauern helfen.
Übrigens hilft es den meisten Kindern, wenn sie sich im Rahmen der Beisetzung von der verstorbenen Person verabschieden können. Wenn Sie sich eingehender mit diesem Thema beschäftigen möchten, legen wir Ihnen unseren Ratgeber-Artikel Kinder bei einer Beerdigung ans Herz.

Wie kann ich Trauernden beistehen?
Am meisten hilft es Trauernden, wenn jemand da ist, zuhört und die Trauer nicht kleinredet. Sie müssen keine perfekten Worte finden. Wichtiger ist, dass Sie sich melden, auch Wochen und Monate nach dem Begräbnis.
Viele Menschen ziehen sich von Trauernden zurück, weil sie Angst haben, etwas Falsches zu sagen. Für Trauernde fühlt sich dieser Rückzug oft schlimmer an als ein ungeschickter Satz. Ein einfaches „Ich weiß nicht, was ich sagen soll, aber ich bin für dich da“ ist ehrlich und tröstet mehr als jede Floskel.
Was konkret hilft:
- Melden Sie sich, auch später. Gerade in den Wochen nach dem Begräbnis und an Jahrestagen bedeutet ein kurzer Anruf oder eine Nachricht wie „Ich denke heute an dich“ viel.
- Bieten Sie konkrete Hilfe an. Statt „Melde dich, wenn du etwas brauchst“ besser: „Ich gehe morgen einkaufen. Soll ich dir etwas mitbringen?“
- Sprechen Sie die verstorbene Person beim Namen an. Viele Trauernde wünschen sich, dass andere sich mit ihnen erinnern.
- Halten Sie Gefühle aus. Tränen, Wut oder Schweigen müssen Sie nicht auflösen.
Wie Sie Ihr Beileid in Worte fassen, lesen Sie in unseren Ratgebern zum Beileidsschreiben, zur Kondolenz und zum Kondolieren per WhatsApp. Passende Worte für Karten finden Sie bei unseren Trauersprüchen.
Was sollte man zu Trauernden besser nicht sagen?
Manche Sätze sind gut gemeint, verletzen aber. Hier einige Beispiele und was Sie stattdessen sagen können:
- „Ich weiß, wie du dich fühlst.“
Trauer fühlt sich für jeden Menschen anders an und lässt sich nicht vergleichen. Außerdem lenkt der Satz auf Sie selbst. Fragen Sie besser: „Wie geht es dir gerade damit?“ - „Jetzt ist sie an einem besseren Ort.“
Sie wissen nicht, ob die trauernde Person das so sieht. Und selbst wenn: In diesem Moment hätte sie die verstorbene Person lieber bei sich. - „Du musst jetzt für die anderen stark sein.“
Trauernde müssen gar nichts. Laden Sie ihnen nicht noch mehr Verantwortung auf. Fragen Sie stattdessen, wobei Sie helfen können. - „Wenigstens ist er jetzt erlöst.“
Das Wort „wenigstens“ relativiert den Verlust. Sagen Sie lieber: „Ich weiß, wie schwer die letzte Zeit für euch war.“ - „In dem Alter darf man sterben.“
Für Angehörige kommt der Tod fast immer zu früh, egal wie alt oder krank jemand war. Besser: „Jemanden zu verlieren, den man so liebt, ist schwer.“ - „Jetzt kann das Leben wieder weitergehen.“
Damit geben Sie vor, wie und wie lange jemand zu trauern hat. Besser: „Sie oder er wird immer ein Teil von dir bleiben.“
Wo finde ich Unterstützung in der Trauer?
Unterstützung finden Sie zuerst bei Familie und Freundeskreis. Darüber hinaus gibt es in allen Bundesländern Trauergruppen, Trauercafés und Trauerbegleitung, oft kostenlos und von Organisationen wie Caritas, Rotem Kreuz oder Hospizvereinen angeboten. In akuten Krisen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr unter 142 erreichbar. Viele Trauernde zögern, Hilfe von außen anzunehmen. Dabei kann es gerade entlasten, mit Menschen zu sprechen, die nicht selbst betroffen sind, oder mit anderen, die Ähnliches erlebt haben.
Welche Angebote gibt es?
- Trauergruppen und Trauercafés: Hier treffen sich Menschen, die einen Verlust erlebt haben. Viele empfinden es als Erleichterung, dass sie dort nichts erklären müssen.
- Trauerbegleitung: Ausgebildete Begleiterinnen und Begleiter führen Einzelgespräche, häufig ehrenamtlich und kostenlos.
- Psychotherapie: Wenn die Trauer Sie über lange Zeit stark belastet, kann eine Psychotherapeutin oder ein Psychotherapeut helfen. Ein erster Schritt kann auch das Gespräch mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt sein.
- Telefonseelsorge: Unter 142 erreichen Sie rund um die Uhr, kostenlos und anonym Menschen, die Ihnen zuhören. Kinder und Jugendliche finden bei Rat auf Draht unter 147 Unterstützung.
Wann sollte ich mir sofort Hilfe holen?
Manche Trauernde haben zeitweise den Wunsch, nicht mehr zu leben oder mit der verstorbenen Person gestorben zu sein. Solche Gedanken kommen in der Trauer nicht selten vor. Sie sollten sie aber ernst nehmen. Sprechen Sie mit einem vertrauten Menschen, wenden Sie sich an die Telefonseelsorge unter 142 oder an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt. In akuter Gefahr rufen Sie den Notruf 144.
Trauergruppen und Trauerbegleitung in den Bundesländern
- Wien: Caritas Kontaktstelle Trauer
- Niederösterreich: Rotes Kreuz NÖ: Hospizteams und Trauerbegleitung
- Oberösterreich: Caritas Kontaktstelle Trauer (OÖ)
- Kärnten: Hospizbewegung Diakonie
- Steiermark: Hospizverein Steiermark: Trauergruppen
- Tirol: Tiroler Hospiz-Gemeinschaft: Trauerbegleitung
- Burgenland: Rotes Kreuz Burgenland: Hospizteams und Trauerbegleitung
- Salzburg: Hospiz-Bewegung Salzburg: Kontaktstelle Trauer
- Vorarlberg: Hospiz Vorarlberg: Kontaktstelle Trauer
Quellen
- Verena Kast: Trauern. Phasen und Chancen des psychischen Prozesses (Erstausgabe 1982)
- Elisabeth Kübler-Ross: Interviews mit Sterbenden (Original: On Death and Dying, 1969)
- Margaret Stroebe und Henk Schut: The Dual Process Model of Coping with Bereavement, Death Studies, 1999
- Weltgesundheitsorganisation: ICD-11, 6B42 Anhaltende Trauerstörung











