Leichenstarre - Was nach dem Tod mit dem Körper passiert

Ines Wancura

Verfasst von

Ines Wancura

13. Januar 2021lesezeit: 3 minuten

Haben Sie sich schon einmal gefragt, was nach dem Todeseintritt mit unserem Körper passiert? Und wie lange dauert es eigentlich, bis der Körper erste Veränderungen aufweist und man die ersten Todeszeichen feststellen kann?

Die Leichen- bzw. Totenstarre, auch rigor mortis genannt, beginnt ca. 1-2 Stunden nach Eintritt des Todes und hält zwischen 24 und 48 Stunden an. Sie zählt zu den sicheren Todeszeichen und gibt Ärzten zudem Aufschluss über den Todeszeitpunkt.

Leichenstarre

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Leichenstarre wird auch Totenstarre oder rigor mortis genannt
  • Bei der Totenstarre handelt es sich um ein sicheres Todeszeichen
  • Die Leichenstarre entsteht durch den raschen Abfall von ATP (Adenosin-Triphosphat)
  • Sie setzt bereits ca. 30 min. nach Todeseintritt ein und ist 1-3 Stunden später auch erkennbar
  • Die Totenstarre kann in der Rechtsmedizin helfen, den Zeitpunkt des Todes zu ermitteln

Was versteht man unter dem Begriff Leichenstarre?

Die Leichenstarre oder auch rigor mortis genannt tritt kurz nach dem Tod ein und zählt zu den sicheren Todeszeichen. Bei der Totenstarre geht der tote Körper für eine gewisse Zeit in einen Zustand fast völliger Erstarrung über.

Wie breitet sich die Totenstarre aus?

Bereits eine halbe Stunde nach dem Todeseintritt beginnt zunächst die glatte Muskulatur des Herzens zu erstarren. Nach weiteren ein bis drei Stunden ist die Totenstarre auch äußerlich erkennbar.

Meist erstarrt zuerst die Kau- und Augenlidmuskulatur, sowie die Muskulatur an den Sprunggelenken. Weiters breitet sich die Totenstarre über die Nacken- und Rumpfmuskulatur aus. Zuletzt erstarren die Extremitäten.

Was passiert mit dem Körper?

Biochemisch betrachtet kommt es nach Todeseintritt zu einem raschen Abfall von Adenosin-Triphosphat (ATP), welches unter anderem für die Muskelentspannung notwendig ist.

Durch ATP können sich die kontraktilen (ziehen den Muskel zusammen) Muskelproteine Aktin und Myosin voneinander lösen. Ohne ATP kommt es zu einer irreversiblen Verbindung zwischen Aktin und Myosin.

Dadurch ziehen sich die Muskeln im Körper nach und nach zusammen und die Leichenstarre tritt ein. Die Totenstarre löst sich zeitabhängig erst wieder durch die Selbstauflösung der abgestorbenen Muskelzellen (Autolyse).

Wann setzt die Leichenstarre ein?

Bei Zimmertemperatur setzt die Leichenstarre etwa 1-2 Stunden nach dem Tod ein. Bei hohen Temperaturen, oder einer starken körperlichen Anstrengung vor dem Tod, kann die Leichenstarre aber auch schon früher einsetzen. Nach 6-9 Stunden ist die Leichenstarre vollständig ausgeprägt.

Wie lange hält die Leichenstarre an?

Die Leichenstarre hält zwischen 24 und 48 Stunden nach dem Tod an. Danach beginnen die ersten Zersetzungsprozesse.

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Umgang mit Verstorbenen während der Totenstarre

Damit der Bestatter den Verstorbenen waschen, ankleiden und in den Sarg betten kann, muss die Leichenstarre oftmals von ihm „gebrochen“ werden. Dabei werden natürlich keine Knochen gebrochen. Durch massieren, beugen und dehnen der Gelenke kann der Leichnam in die gewünschte Position gebracht werden.

Auch nach dem Tod ist es uns als Bestatter wichtig, die Person würdevoll zu behandeln, weshalb wir stets vorsichtig mit den Verstorbenen umgehen, denn die Menschenwürde reicht über den Tod hinaus.

Leichenstarre in der Rechtsmedizin

Abhängig von der Umgebungstemperatur, kann auch die Ausprägung der Totenstarre dem/der Rechtsmediziner/in neben einer Obduktion wichtige Hinweise zum Todeszeitpunkt liefern.

Sichere Todeszeichen

Die Leichenstarre zählt zu den sicheren Todeszeichen. Weitere sichere Todeszeichen sind:

  • Totenflecken (rot-violette bis blaugraue Verfärbungen der Haut).
  • Mit dem Leben unvereinbare Verletzungen (z.B. Enthauptung).
  • Die Besiedelung des Körpers durch Maden oder Befraß durch Tiere.
  • Die Mumifizierung des Körpers.
  • Die Verwesung des Körpers.

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Wie lange dauert die Leichenstarre?

Die Leichenstarre hält zwischen 24 und 48 Stunden nach dem Tod an. Danach beginnen die ersten Zersetzungsprozesse.

Was passiert bei der Leichenstarre?

Nach dem Todeseintritt kommt es zu einem raschen Abfall von Adenosin-Triphosphat (ATP), welches unter anderem für die Muskelentspannung notwendig ist. Durch ATP können sich die Muskelproteine Aktin und Myosin voneinander lösen. Ohne ATP kommt es zu einer irreversiblen Verbindung zwischen Aktin und Myosin. Dadurch ziehen sich die Muskeln im Körper nach und nach zusammen und die Leichenstarre tritt ein.

Wann setzt die Leichenstarre ein?

Bei Zimmertemperatur setzt die Leichenstarre etwa 1-2 Stunden nach dem Tod ein. Bei hohen Temperaturen, oder einer starken körperlichen Anstrengung vor dem Tod, kann die Leichenstarre aber auch schon früher einsetzen. Nach 6-9 Stunden ist die Leichenstarre vollständig ausgeprägt.

Wie kann die Leichenstarre in der Rechtsmedizin helfen?

Abhängig von der Umgebungstemperatur, kann die Ausprägung der Totenstarre dem/der Rechtsmediziner/in wichtige Hinweise zum Todeszeitpunkt liefern.

Quellen

November-Leichenstarre

bestatter.de-Leichenstarre - Totenstarre

doccheck.com-Totenstarre

Michael Kunz-Das Phänomen des Wiedereintritts der Leichenstarre nach mechanischem Lösen im Rahmen der Todeszeitbestimmung

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