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Obduktion

Was ist eine Obduktion?

Unter einer Obduktion, auch Autopsie oder Leichenöffnung genannt, versteht man eine innere Leichenschau zur Feststellung der Todesursache und zur Rekonstruktion des Sterbevorgangs. Obduktionen werden zum Großteil von Pathologinnen/Pathologen und Gerichtsmedizinerinnen/Gerichtsmedizinern durchgeführt.

Pathologinnen/Pathologen werden in der Regel bei natürlichen Toden eingesetzt, Gerichtsmedizinerinnen/Gerichtsmediziner werden im Auftrag der Staatsanwaltschaft oder des Gerichts bei Verdacht auf einen unnatürlichen Tod zu Rate gezogen. Grundsätzlich unterscheidet man, je nach Anlass und Auftraggeber, zwischen verschiedenen Arten einer Obduktion:

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Klinische Obduktion

Eine klinische Obduktion wird immer von der behandelnden Ärztin/dem behandelnden Arzt angeordnet und von einer Pathologin/einem Pathologen durchgeführt. Sie dient der Klärung der Todesursache, beispielsweise durch eine Krebserkrankung. Unter anderem ist es auch eine Qualitätskontrolle der vor dem Tod gestellten Diagnose und der darauf folgenden Therapie.

(Gesundheits-)Behördlich angeordnete Obduktion

Eine behördlich angeordnete Obduktion wird von der zuständigen Gesundheitsbehörde in Auftrag gegeben, falls der Todesfall außerhalb von Krankenanstalten eintritt und die Todesursache bislang unklar ist, beispielsweise bei einem plötzlichen Herzstillstand. Eine behördliche Obduktion wird entweder von einer Pathologin/einem Pathologen oder von einer Gerichtsmedizinerin/einem Gerichtsmediziner durchgeführt.

Gerichtliche Obduktion

Eine gerichtliche Obduktion wird von der Staatsanwaltschaft im Zuge eines Gerichtsprozesses angeordnet und von einer Gerichtsmedizinerin/einem Gerichtsmediziner durchgeführt. Das Ziel ist, die Todesursache festzustellen und zu erkennen, ob dabei ein Fremdverschulden vorliegt, wie zum Beispiel bei einem Mordfall.

Privatobduktion

Eine Privatobduktion wird immer von Angehörigen bzw. den Rechtsnachfolgern angeordnet und kann laut österreichischem Bestattungsgesetz von jeder fachärztlichen Kraft durchgeführt werden, sofern die Obduktion bei der zuständigen Gesundheitsbehörde angemeldet wurde. Das Ziel ist ebenfalls die Feststellung der Todesursache, um beispielsweise noch offene versicherungsrechtliche Fragen klären zu können.

Lehrobduktion

Eine Lehrobduktion ist nur möglich, insofern die/der Verstorbene zu Lebzeiten eine Körperspende an ein Institut für Anatomie einer österreichischen medizinischen Universität verfügt hat. Sie dient der Ausbildung von Studentinnen und Studenten der Medizin, sowie der ärztlichen Weiterbildung, sowie der medizinisch-wissenschaftlichen Forschung.

Zu beachten ist, dass bei klinischen, behördlich angeordneten und gerichtlichen Obduktionen keine Zustimmung der Angehörigen notwendig ist. Aus diesem Grund können derartig angeordnete Obduktionen auch nicht durch die Angehörigen verweigert werden. Vereinzelt kann es aber dennoch zu Ausnahmen kommen, denn im Islam und Judentum hat die Unversehrtheit des Körpers höchste Priorität und in manchen Fällen kann aus diesem Grund auf Anfrage auf eine klinische Obduktion verzichtet werden. Bei behördlichen und gerichtlichen Obduktionen gibt es diese Ausnahmen allerdings nicht.

Gründe einer Obduktion

Was sind Gründe für eine Obduktion?

In der Regel erfolgt eine Obduktion nur, wenn die Todesursache unklar ist oder der Verdacht auf ein Verbrechen besteht. Hat die obduzierende Ärztin/der obduzierende Arzt den Verdacht, der Tod sei unnatürlicher Art, wird auf dem Totenschein der Vermerk “Todesursache unbekannt” eingetragen. Besteht ein Verdacht, dass die/der Verstorbene Opfer eines Verbrechens wurde, wird der Leichnam von der Polizei sichergestellt und das Gericht kann eine gerichtliche Untersuchung anordnen.

Obduktionen sind ebenso wichtig, um ungeklärte Erkrankungen als Todesursache festzustellen, sowie um Statistiken über berufsbedingte Erkrankungen zu erstellen. Außerdem bieten sie Erkenntnisse über die Wirksamkeit diverser medizinischer Behandlungen und sind somit ein Instrument der medizinischen Qualitätskontrolle. Viele Obduktionen geben auch Aufschluss über vererbbare Krankheiten. So wird die Früherkennung vieler Tumorerkrankungen erleichtert und es kann bereits im Vorfeld besser darauf reagiert und vorgesorgt werden.

Ablauf einer Obduktion

Wie läuft eine Obduktion ab?

Bei einer Obduktion werden die inneren Organe untersucht, wobei ein Schnitt über Brustkorb und Bauchhöhle führt, ähnlich wie bei einer größeren Operation. Im Anschluss werden die Organe entnommen und untersucht. Fallen dabei mit bloßem Auge bereits Veränderungen auf, werden Proben für feingewebliche Untersuchungen entnommen. Für rechtsmedizinische Gutachten erfolgen auch Blut- und Urinentnahmen der Leiche für toxikologische Untersuchungen.

Nahaufnahme von OP-fertigem Medizinbesteck

Im Anschluss an die Obduktion werden die Organe zurückgelegt und der Körper wird wieder zugenäht. In der Regel wird bei einer Obduktion aber die Intaktheit des Körpers gewahrt und vor allem persönliche Körperregionen wie das Gesicht bleiben normalerweise intakt, um eine Abschiednahme am offenen Sarg zu ermöglichen. Bei jeder Obduktion wird ein Protokoll erstellt, das die Identität der/des Obduzierten, die erhobenen Befunden, die Krankheitsdiagnose, sowie die Todesursache enthält.

Rechtliches bei einer Obduktion

Welche rechtlichen Grundlagen existieren bezüglich einer Obduktion?

Wenn die/der Verstorbene in einer Krankenanstalt verstorben ist, ist rechtlich gesehen eine Obduktion laut Definition durch §25 des Krankenanstalten-Grundsatzgesetzes erlaubt:

  • wenn die Obduktion sanitätspolizeilich oder gerichtlich angeordnet worden ist,
  • oder zu Wahrung anderer öffentlicher oder wissenschaftlicher Interessen,
  • insbesondere wegen diagnostischer Unklarheiten des Falles,
  • oder wegen eines vorgenommenen operativen Eingriffes, erforderlich ist.

Liegt keiner der erwähnten Fälle vor und hat die/der Verstorbene nicht bereits zu Lebzeiten einer Obduktion zugestimmt, darf sie nur mit Zustimmung der nächsten Angehörigen vorgenommen werden.

Wann darf eine gerichtliche Obduktion angeordnet werden?

Eine gerichtliche Obduktion kann immer dann angeordnet werden, wenn ein Verdacht besteht auf:

  • einen nicht natürlichen Tod,
  • äußere Gewalteinwirkung,
  • Fremdverschulden,
  • Tod während der Narkose,
  • Meldepflicht bei der Gerichtsbehörde oder Polizei, sollte die/der Verstorbene beispielsweise bereits polizeilich gesucht werden.

Wann dürfen Organe zur Transplantation entnommen werden?

Eine Organentnahme zu Transplantationszwecken ist immer möglich, außer die/der Verstorbene hat zu Lebzeiten eine Organspende ausdrücklich abgelehnt. Dies basiert auf der sogenannten Widerspruchslösung, die besagt, dass Verstorbenen einzelne Organe oder Organteile entnommen werden können, wenn diese zur Lebensrettung oder Wiederherstellung der Gesundheit eines anderen Menschen dient. Vor einer allfälligen Gewebe- oder Organentnahme müssen alle Krankenanstalten laut Gesetz eine Abfrage im Widerspruchregister durchführen.

Die Erprobung neuer Operationsmethoden ist ohne Zustimmung der/des Verstorbenen zu Lebzeiten oder der Angehörigen nach dem Tod nicht gestattet. Ebenso sind alle Implantate, wie beispielsweise ein Herzschrittmacher, Eigentum der/des Verstorbenen und sind somit ebenfalls zu bestatten.

Dauer und Kosten

Wie lang dauert einer Obduktion? Welche Kosten können entstehen?

Eine Obduktion dauert je nach Todesart und Aufwand in der Regel zwischen zwei bis vier Stunden. Da Obduktionen meist größere chirurgische Eingriffe sind, können die Kosten ebenfalls stark variieren. Dabei gibt es keinen Unterschied zwischen gerichtlichen und sanitätsbehördlichen Obduktionen, die jeweils von der öffentlichen Hand getragen werden.

Private Obduktionen hingegen müssen von dem jeweiligen Auftraggeber erstattet werden. Die Kosten einer privaten Obduktion betragen in der Regel rund 3.000,- Euro. Diese setzen sich aus der Leichenöffnung für ca. 600,- Euro und der anschließenden chemischen Analyse von Blut, Harn oder Magensaft für 2.000,- bis 2.500,- Euro zusammen.

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Quellen:
wikipedia.org (Obduktion)
meduniwien.ac.at (Einführung in die Obduktion)
paradisi.de (Pathologie und Obduktion)
netdoktor.at (Autopsie)
lkh-hochsteiermark.at (Obduktion)
infofueraerzte.at (Ärzteratgeber zur Obduktion)
nachrichten.at (Privatobduktion)

Siehe auch:
Checkliste Todesfall – Was ist zu tun?
Organsspende – Wie wird man Organspender?

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