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Überführungen national und international

Was muss ich bei der Überführung eines Leichnams beachten?

Aufnahme eines fliegenden Vogelschwarms

Unter einer Überführung versteht man den Transport eines Leichnams vom Sterbeort zu dem Ort der Beisetzung. Die Überführung wird zumeist von einem Bestattungsunternehmen vorgenommen, da der Transport von Leichen nur in bestimmten Fahrzeugen genehmigt ist. Überführungen innerhalb Österreichs von Bundesland zu Bundesland werden von den meisten Bestattungsunternehmen angeboten, die sich auch um die notwendigen Behördengänge kümmern.

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Eine Überführung ins Ausland kann per Kraftfahrzeug, Eisenbahn, auf dem Luft- oder auch Seeweg stattfinden. Eine Überführung ist notwendig, wenn beispielsweise eine Touristin/ein Tourist im Urlaub tödlich verunglückt – für die Beisetzung wird sie/er in ihr/sein Heimatland überführt. Menschen, die in Österreich versterben und vielleicht ein Familiengrab in einem anderen Land haben, werden ebenfalls überführt.

Dokumente für eine Leichenüberführung

Welche Dokumente sind für die Leichenüberführung notwendig?

Trotz des 1958 in Österreich in Kraft getretenen „Europäischen Übereinkommen über die Leichenbeförderung“ und dem „Internationalen Abkommen über Leichenbeförderung“ aus dem Jahre 1937 benötigt man für die Überführung ins Ausland mehrere Dokumente, was je nach Zielland variiert.

Die Abkommen wurden nur von einigen Ländern unterzeichnet – dies führt unter anderem zu einem größeren bürokratischen Aufwand. So sind beispielsweise die USA nicht Teil dieser Abkommen und ein Leichnam, der dorthin überführt werden soll, muss zuerst einbalsamiert werden. Verstorbene jüdischen Glaubens müssen sogar auf Trockeneis transportiert werden. Ebenso ist es möglich, dass vor der Abfahrt in manche Länder eine Mitarbeiterin/ein Mitarbeiter der Botschaft anwesend sein muss, um die richtige Versiegelung des Metallsarges zu kontrollieren.

Was ist ein Leichenpass?

Ein Dokument, das Sie immer benötigen, ist der mehrsprachige Leichenpass, der eine internationale Sterbeurkunde ist und der Identitätsfeststellung der verstorbenen Person dient. Dieser kann ausgestellt werden, sobald:

  • Die Totenbeschau erfolgt ist und der Leichenbegleitschein ausgestellt wurde,
  • der Todesfall durch das Standesamt beurkundet wurde,
  • eine Freigabe zur Bestattung, die sogenannte Todesbescheinigung, vorliegt.

Die für eine Überführung ins Ausland zuständige Stelle ist die Bezirksverwaltungsbehörde des Sterbeortes, also die Bezirkshauptmannschaft, bzw. das Magistrat. Auf Wunsch übernimmt Ihr Bestattungsunternehmen diese Aufgaben für Sie. Vor allem bei Überführungen in Länder, die keines der beiden Abkommen unterzeichnet haben, ist es ratsam, sich Unterstützung bei einem Bestatter zu holen, da diese sich bereits mit den einzuhaltenden Vorschriften auskennen und so alles weitere veranlassen können.

Kosten einer Überführung

Wie sieht es mit den Kosten für Überführungen aus?

Die Kosten für eine Leichenüberführung ins Ausland sind sehr unterschiedlich. So kostet eine Überführung in die Türkei ab rund 3.000,- Euro, auf die Philippinen können Kosten um die 6.500,- Euro entstehen.

Wird lediglich die Asche der verstorbenen Person ins Ausland überführt, gelten weniger Vorschriften und die Kosten sind geringer. Sie benötigen eine entsprechende Urne, die sogar theoretisch durch einen Paketdienst verschickt werden kann. Sollten Sie also beispielsweise eine Naturbestattung in der Schweiz wünschen, ist dies meist ohne großen bürokratischen Aufwand möglich. Benu kann Ihnen gerne bei individuellen Bestattungen im Ausland weiterhelfen.

Überführungen aus dem Ausland nach Österreich

Was ist bei Überführungen aus dem Ausland nach Österreich zu beachten?

Verstirbt eine österreichische Staatsbürgerin/ein österreichischer Staatsbürger im Ausland, informieren die dortigen Behörden die österreichische Vertretung, also eine Botschaft oder Konsulat, die wiederum die nächsten Angehörigen informiert. Die Überführung selbst wird zumeist von einem Bestatter vor Ort in Zusammenarbeit mit einem Bestatter in Österreich vorgenommen.

Was passiert bei einem Todesfall im Urlaub?

Tritt der Todesfall auf einer Reise im Ausland ein, übernimmt unter gewissen Voraussetzungen der Reiseveranstalter oder dessen Versicherungsunternehmen die Koordination der Überführung sowie alle anfallenden Kosten – dies allerdings nur, sofern Sie vor Reiseantritt eine Reiseversicherung abgeschlossen haben.

Sollte keine Versicherung abgeschlossen worden sein, müssen die Angehörigen die Kosten selbst tragen. Dies gilt ebenfalls für die Überführung einer Angehörigen/eines Angehörigen, die/der im Ausland gelebt hat, sofern Sie eine Beisetzung in Österreich wünschen. Besteht kein Versicherungsschutz, kann das Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, zusammen mit Botschaft oder Konsulat, bei der der Koordination behilflich sein. Können die Kosten für eine Überführung nicht bezahlt werden, findet üblicherweise eine (Sozial-)Bestattung direkt vor Ort statt.

Sie müssen sich zumeist um keine weiteren Formulare oder Anträge kümmern, da die zuständigen Behörden im Ausland die Ausstellung der Sterbeurkunde veranlassen. Dasselbe gilt für die Anzeige des Todesfalls bei einem Standesamt. Sie müssen in diesem Fall lediglich die Bestattung selbst organisieren.

Rat und Hilfe

Welche Ratschläge sollte man bei Überführungen aus dem Ausland beachten?

  • Schließen Sie nach Möglichkeit eine Reiseversicherung ab, da die Kosten einer Überführung aus dem Ausland sehr hoch sein können.
  • Sollte eine Angehörige/ein Angehöriger im Urlaub versterben, ist es sinnvoll, einen dort ansässigen Bestatter zu kontaktieren, da er sich mit den Vorschriften einer Überführung auskennt und in der Regel genau weiß, welche Formulare benötigt werden und mit welchen Behörden Vorkehrungen getroffen werden müssen. Zusätzlich sollten Sie ebenfalls einen österreichischen Bestatter informieren, um einen reibungslosen Ablauf gewähren zu können.
  • Beachten Sie, dass eine Überführung aus dem Ausland ohne Reiseversicherung mit hohen Kosten verbunden ist und meist nur durchgeführt wird, sofern die Kosten bereits im Vorfeld gedeckt sind.
  • Eine Überführung mit einer Urne ist zwar deutlich kostengünstiger, Sie sollten allerdings nicht außer Acht lassen, dass es vielen Menschen sehr wichtig sein kann, den Leichnam einer geliebten Person noch einmal zu sehen.
  • Falls Sie eine Überführung in einer Urne wünschen, beachten Sie, dass es nicht in jedem Land möglich ist, einen Leichnam kremieren zu lassen.
  • In manchen Ländern ist es wiederum nicht möglich, eine Sargüberführung durchführen zu lassen.
  • Es ist in manchen Fällen möglich, dass die Überführungskosten im Verlassenschaftsverfahren geltend gemacht werden können.

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Quellen:
diepresse.com (Überführung ins Ausland: Mit Verstorbenen an Bord)
help.gv.at (Ausstellung einer Überführungsbewilligung/eines Leichenpasses)
help.gv.at (Todesfall/Bestattung im Ausland)

Siehe auch:
Feuerbestattung – Eine Feuerbestattung kann eine Überführung deutlich vereinfachen.
Checkliste Todesfall – Was ist bei einem Todesfall im Inland zu tun?

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