Islamische Bestattung – Rückkehr zu Allah

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Stefan Atz

Verfasst von Stefan Atz

10. Februar 2022Lesezeit: 6 Minuten

Stefan Atz

Die islamische (oder auch muslimische) Bestattung hat einen besonderen Charakter und läuft nicht wie traditionelle westliche Beisetzungen, sondern nach im Islam festgelegten Regeln ab.

Oft werden Muslime im Heimatland ihrer Eltern beigesetzt, immer häufiger erfolgen islamische Beisetzungen aber auch in Österreich.

Die Möglichkeit dazu bietet der islamische Friedhof in Wien und mehrere kleine Friedhöfe in ganz Österreich, die Plätze für muslimische Gräber geschaffen haben. Eine muslimische Bestattung in Österreich ist somit jederzeit möglich.

Was ist eine islamische Bestattung?

  • Findet im Rahmen eines religiösen Rituals mit vorgegebenen Regeln statt
  • Verstirbt ein/e Muslim/a ist die ganze Dorfgemeinde dazu verpflichtet dafür zu sorgen, dass der/die Verstorbene nach dem islamischen Ritual bestattet wird. Es ist hierbei egal, ob man den/die Verstorbene/n kannte oder nicht.
  • Es ist immer eine Erdbestattung
  • Sie sollte schnellstmöglich und am Ort des Todes erfolgen
  • Der Leichnam wird nur in einem Leichentuch begraben, in Österreich muss die Bestattung jedoch im Sarg erfolgen
  • Die Ausrichtung des Toten erfolgt in Richtung Mekka

Grabstätten auf einem islamischen Friedhof

Riten vor einer islamischen Bestattung

Wenn ein Sterbefall bevorsteht, kommt der Sterbebegleitung eine wichtige Rolle zu. So versammeln sich andere Gläubige um Sterbelager eines Muslims bzw. einer Muslima und beten das Glaubensbekenntnis (Schahada) und die Sure 36. Diese Gebete werden unaufhörlich wiederholt, selbst dann noch, wenn der Tod eingetreten ist.

Dem oder der Verstorbenen müssen sofort die Augen geschlossen werden. Bei einer verstorbenen Muslima bleibt eine Frau, bei einem verstorbenen Muslim ein Mann beim Toten, alle anderen Personen müssen den Raum verlassen. Die beim Leichnam verbleibende Person hat Sorge zu tragen, dass dieser auf den Rücken gedreht wird und dessen Gesicht in Richtung Mekka zeigt.

Was passiert nach dem Tod im Islam?

Für Muslime ist der Tod sowohl ein Ende als auch ein Anfang. Dem muslimischen Glauben zufolge kehren Tote zu Allah zurück und kann vor ihm über sein Leben und seinen Glauben Rechenschaft ablegen.

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Ablauf einer islamischen Bestattung

In Vorbereitung auf die eigentliche Beerdigung des oder der Verstorbenen erfolgt zunächst die Aufbereitung des Leichnams für die rituelle Zeremonie. Diese besteht aus drei Phasen und folgt einem genau vorgegebenen Ablauf:

  1. zuerst wird der Leichnam gewaschen
  2. dann eingesalbt und
  3. zuletzt für die Bestattung in Leichentücher gewickelt.

Die rituelle Reinigung eines Muslims ist für alle Verstorbenen verpflichtend. Diese Waschung muss von einem volljährigen Muslim vollzogen werden. Sie wird entweder im Sterbezimmer oder einem Raum einer Moschee vorgenommen. Wenn möglich, sollte die Waschung einer Frau von einer Frau und die eines Mannes von einem Mann vorgenommen werden. Allerdings ist es auf Wunsch auch möglich, dass der Ehepartner die Waschung im Vorfeld einer islamischen Beisetzung durchführt.

Wichtige Rituale einer islamischen Bestattung

  • Totengebet: Wenn der oder die Verstorbene für die islamische Bestattung vorbereitet wurde, wird das Totengebet gesprochen. Abhängig davon, ob gerade Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang ist, darf das Gebet erst im Anschluss gesprochen werden. Wer das Totengebet spricht, ist in den verschiedenen Glaubensrichtungen des Islam unterschiedlich.

  • Salbung des Leibes: Diese werden im Vorfeld einer Beisetzung meist mit Kampferöl vorgenommen. Sunniten salben den ganzen Körper, Schiiten beschränken sich auf einzelne Körperpartien wie Nase, Stirn, Handflächen, Knie und die großen Zehen des Toten.

Welche Regeln werden bei einer islamischen Beerdigung beachtet?

Eine muslimische Beisetzung erfolgt traditionell ohne Sarg. Der oder die Verstorbene wird auf der Seite liegend in Gebetshaltung mit Blick Richtung Mekka gewendet beigesetzt. Noch bevor das Grab mit Erde bedeckt wird, legt man Holzplatten über den Verstorbenen.

Da jedoch in Österreich Sargpflicht herrscht, werden für muslimische Bestattungen einfache Holzsärge verwendet. Feuerbestattungen sind im Islam nicht erlaubt. Jede Bestattung muss grundsätzlich eine Erdbestattung sein.

Die islamische Tradition will es, dass Verstorbene noch am Tag des Todes beigesetzt werden. In Österreich werden Tote jedoch frühestens 48 Stunden nach ihrem Tod beigesetzt. Aus diesem Grund erfolgen muslimische Bestattungen in Österreich meist am dritten Tag des Todes.

Wenn eine Frau verstirbt, dürfen nach islamischem Recht nur Männer an der Beisetzung teilnehmen. Die Scharia untersagt eine öffentliche Totenklage von Frauen.

Islamische Friedhöfe & Gräber

Wussten Sie, dass es in Österreich nur zwei islamische Friedhöfe gibt?

Diese befinden sich in Wien Liesing und Altach in Vorarlberg (Vorarlberg).

Gerne unterstützen wir Sie bei der Planung einer Bestattung in Linz, Grazoder Wien.

Der muslimische Friedhof:

  • Prinzipiell sind islamische Friedhöfe eher schlicht gehalten
  • Im Unterschied zu einer christlichen Grabstätte genießen die Toten im Islam ewiges Ruherecht

Islamische Gräber:

  • Sind gen Mekka ausgerichtet, wobei Männer und Frauen nebeneinander liegen dürfen
  • Sollten nicht mit Gegenständen oder Kerzen geschmückt werden
  • Sollten nicht dazu verwendet werden, um den Verstorbenen um etwas zu bitten oder ihn um Hilfe anzuflehen
  • Bei Schiiten darf sich das Grab nicht höher als der umgebende *Erdboden erheben
  • Bei Sunniten ist die Graboberfläche gewölbt

Islamischer Friedhof in Wien Liesing

Was sind die Kosten einer islamischen Beerdigung?

Die Frage, was eine muslimische Bestattung in Österreich kostet, hängt vom jeweiligen Friedhof ab.

Die Entgelte des Islamischen Friedhof Wien lauten

LeistungPreis
Fundamentablöse970 Euro
Benützungsrecht der Grabstelle für jeweils 10 Jahre590 Euro
Bereitstellungskosten einer Grabstelle375 Euro
Benützung der Aufbahrungshalle147 Euro
Verwaltungsabgabe IGGÖ39,60 Euro
Kindergrabstelle-Sarggröße bis 100 cm pauschal990 Euro

(Quelle: Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich)

Weitere Kosten der islamischen Bestattung

LeistungPreis vonPreis bis
Basisleistungen für eine Erdbestattung950 €1.350 €
Ausrichten einer Trauerfeier350 €800 €
Amtswege75 €300 €
Sarg300 €1.500 €
Benützung Leichenwaschraum (Friedhöfe Wien)130 €130 €
Leichenwaschung (Wien)300 €390 €
Printprodukte60 €250 €
Gebühr Imam100 €150 €

Weitere Informationen zu Bestattungskosten

Wenn eine Überführung ins Heimatland stattfinden soll, ist die muslimische Beisetzung kostenintensiver. Falls der Verstorbene im Rahmen einer Vorsorge für den Todesfall vorgesorgt hat, kommen auf die Angehörigen im besten Fall keine weiteren Kosten für die muslimische Bestattung zu. Erfahren Sie hier mehr über die Kosten und Möglichkeiten einer Bestattungsvorsorge für eine muslimische Beisetzung mit Benu.

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Internationale Überführung

Informationen für eine internationale Überführung von Verstorbenen zur islamischen Bestattung

Kosten einer Überführung

Grob geschätzt kostet der Transport einer Leiche in die Türkei rund 3.000 Euro, auf die Philippinen können es schon 6.500 Euro sein, diese sind jedoch abhängig von:

  • Dem Gewicht des Leichnams inkl. Sarg
  • Dem Zielland
    • welches Transportmittel ist notwendig?
    • spezifische Einfuhrbestimmungen (z.B. Einbalsamierung vor Überstellung in die USA)
    • Dokumente müssen in manchen Ländern durch die Botschaft legalisiert und beglaubigt werden

Ablauf einer Leichenüberführung ins Ausland

SchrittDurch wen?
1. Beauftragung eines (ev. islamischen) BestattungsinstitutesAngehörige
2. Ausstellung des Toten- und LeichenbegleitscheinsAmtsarzt
3. Anzeige des Todesfalles beim Standesamt für die Ausstellung der SterbeurkundeKrankenhaus/Pflegeheim oder Amtsarzt oder Angehörige
4. Benachrichtigung des zuständigen Konsulats, wenn der Verstorbene kein österreichischer Staatsbürger warAngehörigen
5. Abholung des VerstorbenenBestatter
6. Anfrage und Beauftragung einer SpeditionsfirmaMeist Bestatter
7. Ausstellung eines mehrsprachigen LeichenpassesBeantragung durch Bestatter oder Angehörige
8. Erstellung einer Bestätigung, über die ordnungsgemäße Einsargung des VerstorbenenBestatter
9. Einholung einer ärztlichen Bescheinigung, dass gegen die Überführung des Verstorbenen keine gesundheitlichen Bedenken bestehenKrankenhaus oder Gerichtsmedizin oder Gesundheitsamt
10. Faxen der Unterlagen an das zuständige Konsulat zur Freigabe der Beerdigung im ZiellandMeist Bestatter
11. Hygienische Grundversorgung und evtl. Einkleiden des VerstorbenenBestatter
12. Einsargung in einen ÜberführungssargBestatter
13. Transport des Leichnams zum z.B. FlughafenBestatter
14. AbfertigungZollbehörde
15. Abholung des VerstorbenenBestatter im Zielland
16. BeerdigungBestatter im Zielland

Für Detailinformationen sehen Sie auch: oesterreich.gv.at und unseren Ratgeber Artikel zum Thema Überführung.

Häufig gestellte Fragen zur islamischen Bestattung

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Quellen

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