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Muslimische Bestattung

Was ist eine muslimische Bestattung?

Fotografie einer weißen Moschee mit Bogengängen im Vordergrund und Minarett mit Kuppel im Hintergrund

Muslimische Bestattungen haben ihren eigenen Charakter und laufen nicht wie traditionelle westliche Beisetzungen ab. Eine muslimische Bestattung läuft nach im Islam festgelegten Regeln ab. Oft werden Muslime im Heimatland ihrer Eltern beigesetzt, wofür der Leichnam zuerst überführt werden muss. Dies kann sich allerdings als problematisch erweisen, da der Islam eine Beisetzung der/des Verstorbenen innerhalb von 24 Stunden fordert. Diese Regelung, die vor allem auf die heißeren Temperaturen in islamischen Ländern zurückzuführen ist, kann aufgrund der Überführung nicht immer eingehalten werden.

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Aus diesem Grund und der Tatsache, dass inzwischen sehr viele Muslime in Österreich geboren sind und ihr ganzes Leben hier verbracht haben, lassen sich immer mehr Muslime in Österreich beisetzen. Die Möglichkeit dazu bietet der islamische Friedhof in Wien und mehrere kleine Friedhöfe in ganz Österreich, die Plätze für muslimische Gräber geschaffen haben. Eine muslimische Bestattung in Österreich ist somit jederzeit möglich.

Ablauf einer muslimischen Bestattung

Was muss bei einer muslimischen Bestattung beachtet werden?

Muslimische Bestattungen folgen einem strengen Ritual. Nach dem Tod wird die/der Verstorbene gewaschen. Männer werden dabei normalerweise von ihrem Imam, Frauen von anderen weiblichen Angehörigen gereinigt. Nach der Waschung wird die/der Verstorbene in ein schlichtes, weißes Leinentuch – den sogenannten Kefen – gehüllt, das aus demselben Stoff besteht, den auch die Pilger auf ihrer Wallfahrt nach Mekka tragen. Der Leichnam wird anschließend auf der rechten Schulter liegend, beigesetzt, sodass das Gesicht in Richtung der heiligen Stadt ausgerichtet ist.

Die einzige Abweichung von den Regeln des Islam ist, dass hierzulande Bestattungen ohne Sarg oder Urne nicht zulässig sind und die/der Verstorbene somit in einem Weichholzsarg und nicht nur im Leinentuch beerdigt werden kann. Feuerbestattungen sind im Islam ebenfalls nicht erlaubt, wodurch auch eine Urnenbestattung keine Option darstellt.

Orte einer muslimischen Bestattung

Wo ist eine muslimische Bestattung möglich?

Eine muslimische Bestattung ist in fast allen größeren Städten Österreichs wie Graz, Linz oder Innsbruck möglich. Auf den jeweiligen städtischen Friedhöfen gibt es islamische Gräberfelder für die Bewohner der Städte. Allerdings haben diese Friedhöfe keine islamische Bauart, sind also nicht schräg rechteckig angeordnet, um den Verstorbenen den Blick nach Mekka zu gewähren. Die Ausnahme unter den städtischen Friedhöfen bildet der Zentralfriedhof: In den Gruppen 25 und 27 ist eine Bestattung in Blickrichtung Mekka möglich.

Auffnahme der Wandverzierungen der Alhambra

Bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts wurden Muslime auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt, in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die erste islamische Abteilung des Zentralfriedhofs eröffnet. Seit 2008 befindet sich in Wien Simmering der erste islamische Friedhof Österreichs. 2012 folgte in Altach in Vorarlberg der zweite islamische Friedhof, der nach jahrelanger Vorarbeit einer islamischen Interessensgemeinschaft feierlich eröffnet werden konnte. Anfangs ließen sich noch sehr wenige Muslime in Österreich beisetzen, doch in den letzten Jahren ist ein deutlicher Anstieg zu vermerken, was auch die islamische Gemeinde in Oberösterreich und der Steiermark dazu bewegt hat, für eigene islamische Friedhöfe in ihren Bundesländern einzutreten.

Kosten einer muslimischen Bestattung

Welche Kosten fallen bei einer muslimischen Bestattung an?

Inzwischen bieten einige österreichische Bestatter bereits muslimische Bestattungen an. Früher war es allgemein verbreitet, dass sich Muslime nach ihrem Tod in ihr Heimatland oder das ihrer Eltern überführen lassen. Zu diesem Zweck gibt es Vereine, für die man einen Mitgliedsbeitrag entrichtet und dieser wird nach Eintreten des Todes für die Überführung des Leichnams verwendet. Dementsprechend fallen nach dem Tod kaum finanzielle Belastungen für die Angehörigen an, da sich die/der Verstorbene darum selbst gekümmert hat. Sollte dies allerdings nicht der Fall sein und die/der Verstorbene kein Mitglied eines solchen Vereins gewesen sein, dann kann eine Überführung relativ kostenintensiv werden.

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Quellen:
religion.orf.at (Ein Grab mit Blick nach Mekka)
derstandard.at (Letzte Ruhe in Liesing)
diepresse.com (Beim Sterben sind nicht alle gleich)

Siehe auch:
Erdbestattung – Alles zu Ablauf, Varianten und Kosten
Christliche Bestattung – Wie läuft eine traditionelle Bestattung im Christentum ab?

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