Überblick

Erdbestattung

Was ist eine Erdbestattung? Welche Tradition hat sie in Österreich?

Makroaufnahme eines grünen Keimlings in Erde

Die Erdbestattung, auch Inhumation genannt, ist die häufigste Bestattungsart in Österreich und die älteste bekannte Bestattungsart weltweit. Sie ist ein Ritual, das sich je nach Religion und Land stark unterscheiden kann. Vor allem durch das Christentum fand die Erdbestattung große Verbreitung, da der Glaube an die leibliche Auferstehung Feuerbestattungen verbietet. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts wurde daher auch keine andere Bestattungsart von der katholischen Kirche anerkannt. Heutzutage nimmt der Anteil der Erdbestattung jedoch immer weiter ab, da vor allem die Feuerbestattung immer weitere Verbreitung findet.

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Bei einer Erdbestattung wird der Leichnam der/des Verstorbenen in einem Sarg im Erdreich beigesetzt. Im christlichen und islamischen Kontext spricht man bei einer Erdbestattung auch von einer Beerdigung. Prinzipiell sind auch Urnenbeisetzungen eine Form der Erdbestattung, da die Asche ebenfalls im Erdreich beigesetzt wird, dennoch werden sie eher mit dem Begriff der Feuerbestattung verbunden.

Ablauf einer Erdbestattung

Wie läuft eine Erdbestattung in der Regel ab? Was gilt es zu beachten?

Wenn Sie mit Benu eine Erdbestattung planen, wird der Leichnam der/des Verstorbenen zunächst von einem unserer Partner-Bestatter, der mit der Überführung beauftragt wurde, abgeholt. Von diesem wird nun die hygienische Versorgung vorgenommen. Dazu zählen das Waschen und Ankleiden der/des Verstorbenen als Vorbereitung für die Trauerfeier und Beisetzung des Sarges.

In Absprache mit den Angehörigen wird Benu nun die Trauerfeier planen. Sie findet entweder in einer Kirche, der Friedhofskapelle, oder direkt am Grab statt. Wichtigstes Element der Trauerfeier ist dabei die Trauerrede, die entweder von den Angehörigen selbst, oder einem geistlichen Kirchenvertreter – in den meisten Fällen ist dies ein Priester oder Vikar – gehalten wird. Die Trauerrede dient dem Gedenken an die/den Verstorbene/n und umreißt oftmals wichtige Eckpunkte des Lebens.

Nach der Trauerrede begleitet die Trauergemeinde den Sarg zum Grab, wo die Teilnehmer der Trauerfeier offen kondolieren, insofern die Angehörigen nicht bitten davon abzusehen. Abschließend begeben sich die Trauernden üblicherweise zu einem Leichenschmaus, um der/dem Verstorbenen noch einmal bei gutem Essen zu gedenken.

Gesetzliche Vorschriften

Welche Vorschriften sind bei Erdbestattungen zu beachten?

Grundsätzlich, also nicht speziell bei Erdbestattungen, gilt in Österreich eine Bestattungspflicht, welche gewisse Fristen voraussetzt. Diese sind jedoch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Ausnahmen davon sind möglich, bedürfen allerdings einer Genehmigung. Im Normalfall findet die Beisetzung bereits vier bis acht Tage nach Eintritt des Todes statt. Der frühestmögliche Bestattungstermin ist 48 Stunden nachdem der Tod festgestellt wurde, um zu gewährleisten, dass bei der Leichenschau keine Fehler unterlaufen sind.

Die Beisetzung (eines Sarges im Zuge einer Erdbestattung) darf nur auf einem Friedhof erfolgen. Normalerweise wird die/der Verstorbene in ihrer/seiner Heimatgemeinde beerdigt, es besteht allerdings kein Heimatzwang. Das bedeutet, dass es durchaus auch üblich ist, die/den Verstorbenen auf Friedhöfen anderer Gemeinden beerdigen zu lassen, insofern die jeweilige Friedhofsverwaltung dem zustimmt. Bezüglich der gesetzlichen Bestimmungen zu verschiedenen Begräbnisstätten informieren Sie sich am besten in unserem eigenen Artikelzum Thema.

Särge

Welche Möglichkeiten habe ich bei der Wahl eines Sarges?

Särge sind Aufbewahrungsorte für einen Leichnam. Es gibt eine Vielzahl verschiedener Sargarten, sowie Sargmaterialien. Hauptsächlich bestehen sie heutzutage aus verschiedenen Holzarten. Es gibt weit über zehn verschiedene Holzarten, darunter beispielsweise Särge aus Mahagoni-, Kirschen-, Eichen-, Rosen- oder Nussbaumholz.

Die bekanntesten Formen in der christlichen Religion sind die einer Raute und eines Quaders. Darüber hinaus geht der Trend vermehrt zu individuellen Sargformen, da viele Angehörige den Sarg gern selbst gestalten möchten. Im Inneren sind die Särge meistens mit einer Schicht biologisch abbaubarem Krepppapier ausstaffiert. Zum Schutz des Leichnams werden im Inneren oftmals auch Matratzen mit Hohlfasern, Sägespäne oder Papierschnitzel angebracht.

Grabstätten

Wo kann ein/e Verstorbene/r beigesetzt werden?

Bei einer Erdbestattung können Sie zwischen Wahl-, Reihen- und anonymen Gräbern, sowie Gruften und Mausoleen wählen. Entscheiden Sie sich für ein Wahlgrab, haben die Angehörigen die Möglichkeit Lage und Größe des Grabes selbst zu wählen, sowie das Nutzungsrecht für das Grab zu verlängern. Bei einem Reihengrab hingegen ist der Standort vorgegeben, der Preis für das Grab ist allerdings auch günstiger als bei einem Wahlgrab. Eine weitere wichtige Entscheidung ist die Wahl zwischen Einzel- und Familiengrab. Bei Einzelgräbern befindet sich ein einzelner Bestattungsplatz, dessen Pflege durch die Angehörigen oder den Friedhofsgärtner erfolgt. Familiengräber hingegen sind größer und bieten Platz für alle Angehörige. Dies empfiehlt sich vor allem bei Eheleuten. Der Erwerb und das Nutzungsrecht von Familiengräbern sind durch die Größe aber selbstverständlich auch teurer als bei Einzelgräbern.

Fotografie eines verwitterten Grabsteins

Sowohl Einzelgräber, als auch Familiengräber haben jedenfalls eine sogenannte Ruhezeit. Die Ruhezeit ist die Dauer, für die Sie ein Grab “mieten” können. Sie beträgt im Normalfall 10-20 Jahre, kann aber je nach Friedhof unterschiedlich sein. Ist die ursprüngliche Ruhezeit abgelaufen und sind Sie an der Haltung der Grabstätte weiterhin interessiert, empfiehlt es sich, sich rechtzeitig um die Finanzierung einer weiteren Nutzungsperiode zu kümmern. Beachten Sie auch, dass man von der Friedhofsverwaltung oft nur sehr kurzfristig über den Ablauf der Nutzungszeit benachrichtigt wird.

Je nach Friedhof gibt es auch die Möglichkeit die/den Verstorbene/n in einer Gruft, einer gemauerten Grabstätte, beizusetzen. Dies ist heutzutage allerdings nur noch sehr selten der Fall, da eine Gruft sehr teuer ist. Das Gleiche gilt für die Beerdigung in einem Mausoleum. Bei einem anonymen Grab wird auf einen Grabstein verzichtet und es ist in der Regel nicht gestattet der Beisetzung beizuwohnen. Diese Variante ist sehr kostengünstig, durch das Fehlen eines Grabsteines ist die Trauerbewältigung mitunter jedoch sehr schwierig.

Kosten

Welche Kosten fallen bei einer Erdbestattung an?

Bei einer Erdbestattung muss man mehrere Kostenfaktoren im Auge behalten – die Kosten für die Bestattung selbst, diverse Friedhofsgebühren sowie die Kosten für Erwerb oder Anfertigung eines Grabsteins. Auf Benu, also den Bestatter, entfällt dabei der Transport, die hygienische Erstversorgung der/des Verstorbenen, die Organisation der Trauerfeier und der Sarg. Hinzu kommen die Friedhofsgebühren, Kosten für den Graberwerb oder die Verlängerung eines Benutzungsrechtes und die Grabherstellung (Aushebung, Schließung des Grabes, Erdabfuhr für die Nutzung des Grabes).

Der Grabstein wird eigens von einem Steinmetz gefertigt und einige Zeit nach der Beisetzung aufgestellt. Somit sind Erdbestattungen in der Regel kostspieliger als Feuerbestattungen. Im Durchschnitt müssen Sie bei einer traditionellen Erdbestattung mit Kosten ab 4000,- bis 5000,- Euro rechnen. Dabei fällt es ins Gewicht, für welchen Sarg man sich entscheidet, wie die Trauerfeier ablaufen soll, ob ein Grab und ein Grabstein vorhanden sind oder erst erworben werden müssen.

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Quellen:
help.gv.at (Gesetzliche Regelungen bei Erdbestattungen)
wikipedia.org (Erdbestattung)

Siehe auch:
Feuerbestattung – Die am meisten verbreitete Alternative zur Erdbestattung
Sarg – Alles zu Modellen, Materialien und Kosten

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