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Geschichtliches und grundlegende Informationen

Seit wann werden Särge verwendet?

Schon aus der Steinzeit ist bekannt, dass Tote in Steinsärgen in ihren Gräbern bestattet wurden und auch die Ägypter bestatteten ihre Pharaonen in korbähnlichen Gebilden aus geflochtenen Zweigen, den berühmten Sarkophagen. Seit mindestens 9000 Jahren stellt der Sarg also einen Bestandteil des Begräbnisrituals dar.

Fotografie eines ägyptischen Holzsarkophag
Schon die alten Ägypter verwendeten Särge um ihre Toten zu bestatten

Zeitweise diente der Sarg jedoch lediglich als bloßes Mittel zum Zweck, um die Leichen armer Leuten zu transportieren. Nur den Reichen war es möglich, sich in zum Teil kostbar verzierten Särgen bestatten lassen. Über die Jahrhunderte hinweg – und vor allem unter dem Einfluss der Kirche – deren Dogma Feuerbestattungen lange Zeit verbot – entwickelte sich der Sarg jedoch zu einem der wichtigsten Bestattungsuntensilien, nicht zuletzt aus Gründen der Hygiene.

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Grundsätzlich wird heute in Österreich bei jeder Bestattungsart ein Sarg benötigt. Selbst bei einer Feuerbestattung ist ein spezieller Verbrennungssarg (auch Kremationssarg genannt) erforderlich, der preislich günstiger ist als ein Sarg für eine Erdbestattung. Bei einer traditionellen Erdbestattung greift man selbstverständlich auf stabileres Material zurück. Für die Auswahl der letzten Ruhestätte eines geliebten Menschen kann es hilfreich sein, sich Zeit zu nehmen um sich zu informieren. Wir haben wissenswerte Informationen zum Thema Sarg und Sargausstattung für Sie zusammengefasst.

Vorschriften

Was für Vorschriften gibt es?

Die Rechtsvorschriften der Leichenbestattungsgesetze der österreichischen Bundesländer sind zwar ein bisschen unterschiedlich, aber sehr ähnlich wenn es um die Beschaffenheit und die Rahmenbedingungen der Einsargung geht.

Generell gilt, dass die Einsargung der Leiche so zu erfolgen hat, dass die Würde und Pietät der/des Toten gewahrt wird:

  • Für die Erdbestattung sind dichtschließende Särge aus Holz oder gleichwertigem und nachweislich zur Gänze verrottbarem Material zu verwenden.
  • In Grüften dürfen nur Metallsärge, mit Metall ausgelegte Holzsärge oder Holzsärge mit dichtschließenden Metallsärgen als Übersärge verwendet werden.
  • Für die Feuerbestattung sind Holzsärge (oder hinsichtlich der Brennbarkeit gleichwertige Materialien) zu verwenden; Sargeinlagen und sonstige Sargbeigaben müssen auch dieser Anforderung entsprechen.

Die Maße eines Sarges sind in Wien beispielsweise in der Bestattungsanlagenverordnung für die städtischen Friedhöfe festgelegt. Demnach dürfen Särge für die Erdbestattung höchstens 212cm lang, 74cm breit und 70cm hoch sein. Särge für die Feuerbestattung dürfen auch 80cm breit sein.

Kremationssärge müssen ebenfalls bestimmte Vorschriften erfüllen. Diese beziehen sich unter anderem auf die Maße und auch auf das Gesamtgewicht, das je nach Vorschriften des Krematoriums nicht überschritten werden darf. Es dürfen zudem nur Materialien verwendet werden, die bei Verbrennung keine Gefahr für Mensch und Umwelt mit sich bringen. Die Kremationssärge dürfen daher nur aus nicht imprägniertem Holz hergestellt sein und auch die Sargausstattung muss aus ganz bestimmten Werkstoffen, beispielsweise Naturseide, Baumwolle, Leinen oder Papier sein. Eine einwandfreie Verbrennung muss gewährleistet sein.

Modelle und Materialien

Welche unterschiedlichen Sargarten gibt es?

Auch bei Särgen gibt es natürlich eine Fülle an verschiedenen Formen, Materialien und Ausfertigungen, welche wir für Sie in einem eigenen Artikel zusammengefasst haben.

Bekleidung und Sargbeigaben

Wie muss ein Leichnam im Sarg gekleidet sein?

Bei Erdbestattungen tragen Verstorbene die Kleidung, die Angehörige ausgesucht haben. Dabei sollte es sich um Kleidung handeln, die vollständig abgebaut werden kann (keine Schuhe). Bei Feuerbestattungen unterscheiden sich die Vorschriften von Krematorium zu Krematorium. In einigen ist jegliche Kleidung erlaubt die verbrennt, in anderen ist das sogenannte Totenhemd (auch Talar genannt) Pflicht. Es hat die Besonderheit, dass es dem Toten nur übergelegt wird, was auch hygienische Vorteile mit sich bringt. Auch hier gibt es eine große Auswahl an Modellen, welche sich nach außen hin kaum von normaler Bekleidung unterscheiden.

Darf man dem Leichnam etwas beilegen?

Es ist unterschiedlich, ob dies erlaubt ist. In gewissen Krematorien können Hinterbliebene beispielsweise Fotos, Zeichnungen, Blumen oder Bücher beilegen – solange sie keine Gefahr für Mensch, Umwelt und Einäscherungsanlage mit sich bringen – bestimmte Materialien dürfen daher nicht in den Ofen. Wenn Sie also den Wunsch haben, etwas mit einäschern zu lassen, teilen Sie ihn uns bitte mit, damit wir das im Vorfeld mit dem Krematorium besprechen können.

Preis eines Sargs

Wieviel kostet ein Sarg?

Der Kremationssarg ist etwas günstiger als ein Sarg für eine Erdbestattung. Diese Preisunterschiede liegen zum einen am Material der Särge, die aus normalem Kiefernholz, oder auch aus edlem Mahagoni bestehen können und zum anderen besteht die Möglichkeit einer aufwändigen Verzierung des Sarges. So können je nach Ausführung sehr unterschiedliche Preiskategorien entstehen. In der untenstehenden Tabelle haben wir Ihnen ungefähre preisliche Richtwerte für verschiedene Modelle zusammengefasst.

Sargmodell Preis
Kremationssarg ca. 300€
Einfach ca. 500€
Standard ca. 1000€
Oberklasse über 1000€

Alle Särge sind selbstverständlich innen ausgeschlagen und mit Kissen, Sterbedecke und Sargmatratze ausgestattet. Details wie aufwändige Schnitzungen oder teure Ornamente treiben den Preis in die Höhe und sind bei günstigeren Modellen dementsprechend nicht enthalten.

Sarg aus Österreich

Werden Särge auch in Österreich produziert?

Auch die heimische Wirtschaft ist mit großen Produzenten wie Moser Holzindustrie aus dem Lungau und Daxecker Holzindustrie aus Feldkirchen sehr stabil auf dem österreichischen und deutschen Markt etabliert.

In den letzten Jahren ist auch das junge Unternehmen Coffin Austria sehr erfolgreich in den Markt eingetreten. Hier sind an Produktion, Endfertigung und Distribution ebenfalls mehrere österreichische Unternehmen beteiligt, wodurch ein großer Teil der Wertschöpfung des Unternehmens in Österreich bleibt.

Häufig gestellte Fragen

Wann bricht der Sarg ein?

Mit einem ersten Einsacken des Grabes ist nach einigen Monaten zu rechnen. Dieses ist allerdings nicht auf das Einbrechen des Sarges zurückzuführen, sondern lediglich ein Zeichen dafür, dass sich das Erdreich nun gesetzt hat. Nach einem bis drei Jahren kann der Sarg erstmals nachgeben, es kommt unter Umständen zu Rissen im Holz und einem Eindringen von Erde ins Sarginnere, welches sich durch Mulden in der Graboberfläche bemerkbar machen kann. Bis zum tatsächlichen Einbrechen des Sarges dauert es in der Regel aber noch viele Jahre, dieses ist jedoch meist mit einer deutlichen Grubenbildung verbunden. Zu diesem Zeitpunkt sollte der Leichnam allerdings bereits vollständig verwest sein.

Wann genau dies eintritt, hängt jedoch stark von der Bodenbeschaffenheit des Grabes und dem verwendeten Holz ab. Harthölzer wie zum Beispiel Eiche überdauern deutlich länger als Weichhölzer wie Pappel. Die Verwendung eines Sarges zielt außerdem darauf, dass die eigentliche Verwesung nicht im Erdreich, sondern im Inneren des Sarges stattfindet. Aus diesem Grund ist das Äußere des Sarges zusätzlich lackiert, was ebenfalls seine Widerstandsfähigkeit gegenüber den Einflüssen des umliegenden Erdreichs erhöht.

Wie lange dauert die Verwesung im Sarg?

Auch hier gilt: Das hängt von Sarg und Boden ab. Je nach Erdreich und verwendetem Holz kann die vollständige Zersetzung des Körpers zwischen 10 und 30 Jahren dauern, teilweise sogar noch länger. Außerdem kann es zu einer unvollständigen Verwesung kommen, solche Leichname werden auch als Wachsleichen bezeichnet.

Die Zersetzung eines Leichnams wird maßgeblich von zwei unterschiedlichen Prozessen bestimmt: Verwesung und Fäulnis. Üblicherweise erfolgt der Zerfall eines Leichnams im Inneren durch Fäulnisprozesse, an den äußeren Körperoberflächen und in den späteren Stadien der Zersetzung überwiegt die Verwesung, welche zum Ablaufen allerdings Sauerstoff benötigt. Je nach Verfügbarkeit von eben diesem, kann die Verwesung unterschiedlich lange dauern.

Lehmige oder besonders feuchte Böden verhindern beispielsweise den Sauerstofftransport zum Leichnam und verlängern so die Verwesungsdauer. Aber auch sehr trockene Böden können diesen Effekt haben, da dennoch eine gewisse Menge Feuchtigkeit für die verschiedenen Zerfallsprozesse benötigt wird. Auch mit Steinplatten verschlossene Grabstellen können aus diesem Grund zu verlängerten Verwesungsdauern führen.

Was ist eine Wachsleiche?

Steht für den Verwesungsprozess aus unterschiedlichen Gründen nicht genügend Sauerstoff zur Verfügung, so kann es passieren, dass körpereigene Fette in wachsartige Substanzen umgewandelt werden, welche sich in der Haut einlagern und so die natürliche Zersetzung durch Mikroorganismen behindern. Aufgrund dieser Substanzen werden solche Leichname daher auch „Wachsleichen“ genannt.  Dieses Phänomen tritt vor allem bei Wasserleichen auf, aber auch bei in Erdgräbern bestatteten Leichnamen kann es aufgrund von Bodenbeschaffenheiten zum Entstehen von Wachsleichen kommen.

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Quellen:
orf.at (Film zu Thema Bestatter)
krematoriumwien.at (Betriebsordnung)
bestatterweblog.de (Was zieht ein Toter an?)
bestatterweblog.de (Wann sackt das Grab?)
weser-kurier.de (Warum leichen unterschiedlich verwesen?)

Siehe auch:
Erdbestattung – Die häufigste Bestattungsart des Christentums
Sargmodelle – Welche unterschiedlichen Arten von Särgen gibt es?
Krematorium – Wo und wie findet eine Feuerbestattung statt?
Begräbnis – Informationen zu Ablauf und Gestaltungsmöglichkeiten

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