Überblick

Feuerbestattung

Was ist eine Feuerbestattung? Warum ist die Feuerbestattung eine traditionelle Bestattungsart?

Fotografie einer Vielzahl von Teelichtern

Die Feuerbestattung, auch Kremation oder Kremierung genannt, ist eine der ältesten Bestattungsarten der Welt. Unter dem Begriff Feuerbestattung versteht man die Einäscherung des Verstorbenen in einem Krematorium. Feuerbestattungen werden in fast allen Ländern praktiziert, wobei es aber zu regionalen Unterschieden kommt. Im Christentum war die Feuerbestattung allerdings jahrhundertelang verboten und erst im Jahr 1922 wurde das erste österreichische Krematorium in Wien erbaut. Mittlerweile gibt es 13 Krematorien in Österreich.

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Mittlerweile lösen Feuerbestattungen immer öfter traditionelle Erdbestattungen ab (siehe Infografik). Die Vorteile einer Feuerbestattung sind, dass die Kosten für die Einäscherung geringer sind als für die Bestattung mit Sarg. Weitere Vorteile sind der Wegfall der Grabpflege sowie die Vielfalt der Möglichkeiten für die Beisetzung der Asche. In Österreich gibt es regionale Unterschiede hinsichtlich Feuer- oder Erdbestattung. So lassen sich in Westösterreich 3 von 4 Menschen nach dem Tod einäschern, in Ostösterreich 1 von 4 Menschen, wobei die Tendenz steigend ist.

Infografik zur Anteil der Kremierungen an der absoluten Anzahl der Bestattungen in Österreich. Der Anteil der Kremierungen wächst seit 1995 kontinuierlich und erreicht 2015 schon 42%. Datenquelle ist die Wiener Zeitung.
Anteil der Kremierungen in Prozent seit 1995 (Datenquelle: Wiener Zeitung)

Möglichkeiten der Beisetzung

Welche Möglichkeiten gibt es bei der Feuerbestattung?

Nach der Kremierung kann man zwischen unterschiedlichen Möglichkeiten der Beisetzung wählen. Unabhängig von Konfession und vom Wohnort kann man eine Form wählen, die den persönlichen und individuellen Vorstellungen und Vorlieben entspricht. Nachfolgend möchten wir Ihnen häufige Möglichkeiten vorstellen. Benu berät Sie außerdem gerne persönlich bei der Wahl der richtigen Bestattungsart!

Beisetzung in einem Urnengarten

Bei dieser Beisetzungsart, die beispielsweise auf dem Wiener Zentralfriedhof angeboten wird, werden Urnen unter Blütenstauden beigesetzt.

Beisetzung in einem Urnengrab oder einer Urnenstele

Die Urne wird in der Erde oder bei einer Stele (einem hohen, pfeilerartigen Grabmal) beigesetzt. Bei einer Beisetzung der Urne in der Erde wird zumeist eine zersetzbare Urnenkapsel gewählt. Die Asche des Verstorbenen geht dann in den kommenden Jahren langsam in die Erde über.

Beisetzung in einem Erdgrab

Erdurnengräber sind Erdgräber, in denen Urnen mit zersetzbarer oder dauerhafter Urnenkapseln beigesetzt werden. Hier können Grabanlage und Grabstein selbst gestaltet werden und es ist mit einer Grabpflege verbunden. Auch eine Beisetzung im klassischen Familiengrab ist möglich.

Beisetzung in einem Kolumbarium

Die meisten Friedhöfe haben diese Urnenwand, die verschiedene Urnenkammern beinhaltet. Diese Kammern wiederum sind mit Steinplatten verschlossen, auf denen die Lebensdaten der Verstorbenen eingraviert sind.

Naturbestattungen

Unter Naturbestattung versteht man eine Reihe unterschiedlicher Bestattungsarten in der freien Natur.

Auf festgelegten Flächen außerhalb oder innerhalb eines Friedhofs werden zum Beispiel Wald- oder Wiesenbestattungen durchgeführt. Die Asche des/der Verstorbenen wird in einer biologisch abbaubaren Urne mitten in der Natur beigesetzt, zum Beispiel in einer Blumenwiese. An kleinen Tafeln wird der Name des/der Verstorbenen vermerkt, damit Angehörige die letzte Ruhestätte jederzeit besuchen können. Eine Unterform der Waldbestattung ist die Baumbestattung: Hier kann bereits zur Lebzeiten ein gewünschter Baum ausgesucht werden. Die Asche wird dann im Wurzelbereich des Baumes eingebettet.

Fotografie eines Waldes im Morgengrauen mit mooßbedecktem Waldboden

Bei der See- oder Flussbestattung wird die Asche wird in einer speziellen Urne einem Gewässer, in Österreich beispielsweise der Donau übergeben. Nach einiger Zeit löst sich die Urne im Wasser auf und die Asche wird Eins mit dem Gewässer. Eingebettet in eine feierliche Verabschiedungszeremonie darf dies in Österreich an bestimmten Stellen der Donau unter vorhergehender behördlicher Genehmigung durchgeführt werden.

Im benachbarten Ausland (z.B. Schweiz, Tatra Gebirge) darf die Asche der Luft (z.B. von einem Heißluftballon oder einer Bergwiese) übergeben werden. Bei einer solche Luftbestattung dürfen zumeist zwei Angehörige bei der Verstreuung der Asche dabei sein, die Verabschiedung im größeren Kreis kann vor dem Flug stattfinden.

Aufbewahrung einer Urne zu Hause

Nach Einholung einer behördlichen Genehmigung ist das Aufbewahren der Urne auch zu Hause möglich. Für diese Form der Bestattung eignen sich besonders Gedenkurnen, die kreativ gestaltet werden können.

Weltraumbestattung

Die wohl außergewöhnlichste Art der Bestattung: Ein kleiner Teil der Asche wird mittels Trägerrakete in den Weltraum transportiert und dort auf eine bestimmte Umlaufbahn gebracht. Naturgemäß sind hier die Wartezeiten lang und die Kosten relativ hoch.

Diamantbestattung

Bei dieser Form der Bestattung, die eine Alternative oder einen Zusatz zu einer Beisetzung darstellt, wird ein Teil der Asche zu einem Diamanten verarbeitet. Dieser Erinnerungsdiamant kann beispielsweise in einen Ring eingefasst werden – eine individuelle und persönliche Art des Gedenkens.

Ablauf einer Feuerbestattung

Wie läuft eine Feuerbestattung ab? Was muss beachtet werden?

Aufgrund der Kremation kann die Beisetzung etwas verzögert stattfinden. Dies ist unter anderem abhängig vom Zeitplan des gewünschten Krematorium.
Die Trauerfeier kann vor der Einäscherung am Sarg oder nach der Kremierung an der Urne abgehalten werden. Natürlich sind aber auch beide Varianten möglich, beispielsweise eine öffentliche Trauerfeier und eine kleine Feier im Kreise der Familie.

Ist eine Feuerbestattung erwünscht, wird der Leichnam des/der Verstorbenen zunächst einmal in ein Krematorium überführt. Dort erfolgt die Einäscherung mitsamt eines einfachen Holzsarges. Jeder Sarg wird speziell mit einem feuerfesten Schamottestein gekennzeichnet, damit Verwechslungen ausgeschlossen werden können. Außerdem befindet sich aus demselben Grund jeweils nur ein Sarg in der Einäscherungskammer des Krematoriums.

Nach ca. zwei Stunden (je nach Körpergewicht) ist der Prozess der Einäscherung abgeschlossen. Die Asche des/der Verstorbenen wird daraufhin mitsamt des Schamottesteins in eine Aschekapsel gegeben, die wiederum in eine Schmuckurne eingesetzt wird. Nach der Kremation besteht die Möglichkeit, die Asche auf verschiedene Art und Weise beizusetzen.

Welche Möglichkeiten habe ich bei der Wahl einer Urne?

Eine Urne können Sie je nach persönlichem Geschmack und Bestattungsart auswählen. Dabei gibt es zahlreiche Variationen. Nach der Kremierung wird die Asche lediglich in eine Aschekapsel gefüllt, welche nur dem Zweck der Sicherung dient. Für die Trauerfeier selbst wählen Sie eine sogenannte Schmuckurne. Dabei haben Sie bei der Auswahl der Materialien sowie der Gestaltung völlig freie Auswahl.

Unterschiedliche Holzarten, Steine, Keramik oder Stoffe – es gibt eine Vielzahl an Designs, Formen und Farben. Lediglich bei manchen Naturbestattungen wie der See-, oder Baumbestattung muss das Urnenmaterial aus löslichen Stoffen, wie zum Beispiel Pappmaché oder Salz gefertigt sein.

Gesetzliche Vorschriften

Welche Vorschriften sind bei einer Feuerbestattung einzuhalten?

Gesetzlich dürfen die/der Verstorbene nur dann eingeäschert werden, wenn die Feuerbestattung von dem/der Verstorbenen selbst als Bestattungsart gewählt wurde. Nur bei Eintritt eines plötzlichen Todes und einer nicht festgelegten Bestattungsart dürfen die nächsten Angehörigen die Bestattungsart selbst wählen.

Ebenso ist es verpflichtend, dass der Leichnam vor der Kremation ein zweites Mal ärztlich untersucht werden muss. Diese zweite Leichenschau ist erforderlich, da mögliche Fehler bei einer vorherigen Untersuchung ausgeschlossen werden müssen, da dies nach der Einäscherung nicht mehr möglich ist.

Feuerbestattungen in anderen Religionen

Sind Feuerbestattungen in anderen Religionen üblich?

Auch in anderen Weltreligionen sind Feuerbestattungen durchaus üblich. Im Buddhismus ist die Feuerbestattung beispielsweise die am weitesten verbreitete Bestattungsart. Auch im Hinduismus ist die Feuerbestattung ein festes Ritual nach dem Tod eines/einer Angehörigen.

Im Judentum ist die Feuerbestattung verboten, wohingegen neuere Strömungen innerhalb der jüdischen Religion inzwischen auch Feuerbestattungen gestatten. Im Islam ist die Feuerbestattung strikt verboten, da nur Allah selbst über das Feuer richten darf.

Kosten einer Feuerbestattung

Welche Kosten fallen bei einer Feuerbestattung an?

Wie auch bei einer Erdbestattung fallen bei einer Feuerbestattung vor allem die Kosten für bestatterische Tätigkeiten, wie die Überführung und hygienische Versorgung des Leichnams sowie die Kosten für KremierungTrauerfeier und Urne ins Gewicht. So gibt es preislich große Unterschiede zwischen verschiedenen Formen der Naturbestattung und beispielsweise einer Urnenbestattung im Erdgrab.

Die jährliche Gebühr für ein Erdgrab mit Urne beträgt zwischen ca. 25,-  und 52,- Euro pro Jahr. Generell gilt, dass Gräber in der Nähe des Eingangs teurer sind. Inklusive Kremierung und Urne kann man mit ca. 4500,- Euro bei einem Urnenbegräbnis rechnen. Weltraumbestattung und Diamantbestattung sind die teuersten Formen der alternativen Bestattungsarten, ab ca. 4000,- Euro erhält man einen Erinnerungsdiamanten, die Preise sind jedoch stark abhängig von Gewicht und Größe.

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Quellen:
feuerbestattungen.de (Feuerbestattung)
wikipedia.org (Feuerbestattung)
lenert.de (Bestattung in den Weltreligionen)
tvthek.orf.at (Beitrag ORF ECO vom 29.10.2015)

Siehe auch:
Urnenbestattung – Informieren Sie sich über die verschiedenen Formen der Urnenbestattung
Krematorium – Wie und wo läuft eine Einäscherung ab?
Naturbestattung – Welche verschiednen Formen der Naturbestattung gibt es?

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