Grab

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Grab 2018-08-10T13:07:18+00:00

Überblick

Grabstätten und Grabarten

Was sind Grabstätten? Welche Grabarten gibt es?

Eine Grabstätte ist ein Ort, an dem ein/e Verstorbene/r, beigesetzt wird und ihre/seine letzte Ruhe findet. Angehörige nutzen eine Grabstätte für ihre Trauerbewältigung und zur Erinnerung an die/den Verstorbene/n.

Auf einem Friedhof gibt es gemäß der jeweiligen Friedhofsordnung verschiedene Grabarten, die anhand der Grabstelle und der Bestattungsform unterschieden werden. Die 4 verschiedenen Typen von Gräbern bei einer Sargbestattung: Reihengräber, die relativ klein und nicht frei wählbar sind. Auch die Ruhezeit ist ebenfalls nicht frei verlängerbar. Wahlgräber, die größer als Reihengräber sind, frei gewählt werden dürfen und Platz für bis zu vier Grabstellen nebeneinander bieten. Auch die Ruhezeit kann immer verlängert werden, insofern Sie dies wünschen. Dafür sind die Kosten bei Wahlgräbern entsprechend höher.

Gruften und Mausoleen, die einem ausgemauerten Grab entsprechen und reichlich Platz bieten. Der Unterschied zu einer Erdbestattung liegt vor allem darin, dass der Sarg nicht direkt der Erde übergeben wird. Grüfte und Mausoleen sind oft Ruhestätten für mehrere Generationen einer Familie und sehr kostspielig.

Anonyme Gräber, die zwar kostengünstig sind, allerdings aufgrund der Anonymität keinen Ort für die Trauer bieten. Auch die Liegedauer kann bei anonymen Gräbern nicht verlängert werden.

Welche Grabarten sind bei einer Urnenbestattung möglich?

Wenn Urnen nach der Kremation in Erdgräbern beigesetzt werden, spricht man von einem Urnengrab. Auch hier gibt es die Unterscheidungen zwischen normalem Urnengrab und Urnenwahlgrab. Kolumbarien sind oberirdische Bauwerke, die an Grabkammern erinnern und Platz für zahlreiche Urnen bieten. Urnenstelen sind obelisk-artige Steinsäulen, die zwar deutlich weniger Platz für Urnen als Kolumbarien bieten, aber dafür sowohl in- als auch außerhalb von Gebäuden errichtet werden können.

Wenn Sie allerdings eine Beisetzung außerhalb eines Friedhofs, also eine alternative Bestattungsart wünschen, haben Sie in Österreich beispielsweise die Möglichkeit einer Baum-, bzw. einer Seebestattung. Dabei wird die Urne mit der Asche der/des Verstorbenen entweder im Wurzelbereich eines Baumes vergraben, oder der Donau übergeben. Beachten Sie bitte, dass dies nur in gesonderten Arealen, die eigens zu sogenannten Naturfriedhöfen umgewidmet wurden, möglich ist. In den letzten Jahren sind alternative Bestattungsarten immer beliebter geworden und viele Friedhöfe bieten diese daher inzwischen auch an.

Grabkosten und Friedhofsgebühren

Welche Kosten fallen für eine Grabstelle auf dem Friedhof an?

Die Kosten für eine Grabstelle können sich je nach Friedhof stark unterschieden. Es ist durchaus üblich, dass ein Friedhof in einer Gemeinde deutlich günstiger ist, als ein Friedhof 20 Kilometer entfernt. Die Zuständigkeit liegt dabei bei der Friedhofsverwaltung des jeweiligen Gemeindeamtes, oder der Friedhofsverwaltung einer anerkannten Kirche, Religionsgemeinschaft oder religiösen Bekenntnisgemeinschaft.

Ein weiterer Faktor der die Grabkosten stark variieren lässt, ist die Grabart, also ob Sie ein Urnengrab, Reihengrab oder Familiengrab wünschen. Die günstigste Variante wäre zum Beispiel ein anonymes Urnengrab, da es weder durch einen Grabstein gekennzeichnet ist, noch viel Platz benötigt. Dies ist aber nur relevant, falls dies ausdrücklich gewünscht ist, da ein anonymes Grab keinen Ort für die Trauerbewältigung bietet.

In der Regel werden normale Erdgräber für zehn Jahre vergeben, ein Grab mit Grabdeckelplatte für 20 Jahre und eine Gruft oder Urnenwandnische für 60 Jahre. Diese Grabnutzungsdauer kann beliebig oft verlängert werden. Verpasst man diese Frist jedoch, ist es möglich, dass die Grabstelle neu vergeben und vor allem auch der Grabstein entfernt wird. Der Erwerb eines Grabes ist an sich jederzeit möglich. Bereits zu Lebzeiten können Sie bei dem Friedhofsverwalter ein Grab für die vorgegebene Ruhezeit kaufen. Je nach Art des Grabes, der gewünschten Liegezeit und der Grabpflege, die auch von dem Friedhofsbetreiber übernommen werden kann, liegen die Kosten für eine Grabstelle bei mehreren hundert bis zu mehreren tausend Euro.

Grabmal

Was ist ein Grabmal? Wozu benötige ich ein Grabmal?

Ein Grabmal ist ein Gedenk- und Erinnerungsmal an der Grabstätte einer/eines Verstorbenen. Ein Grabmal wird einige Wochen nach der Beerdigungszeremonie am Kopfende des Grabes aufgestellt. Die lange Zeitspanne bis zur Steinsetzung ist nötig, da sich das Erdreich nach der Beerdigung erst wieder vollkommen setzen muss, bevor der massive Grabstein eingesetzt werden darf.

Bei traditionellen Erd-, und Feuerbestattungen erfolgt die Kennzeichnung des Grabes meistens durch einen massiven Grabstein. Er kann für alle Verstorbenen einer Grabstelle stehen und hat oft ihre Namen und Lebensdaten eingraviert. Es ist aber auch möglich einen liegenden, sogenannten Kissenstein oder eine Grabplatte zu verwenden. Grabsteine und Grabplatten bestehen zumeist aus Granit oder Marmor. Darauf kann die Inschrift beliebig angepasst werden und den individuellen Charakter der/des Verstorbenen nochmals hervorheben. Es ist allerdings zu beachten, dass das Friedhofsbild nicht gestört werden darf, beispielsweise durch zu große Grabsteine. Genaue Informationen dazu finden Sie in der Friedhofsordnung.

Grabgestaltung und Grabpflege

Wie darf ein Grab verziert werden? Was ist bei der Pflege zu beachten?

Bei der Bepflanzung Ihres Grabes haben Sie relativ freie Hand. Es ist ratsam sich im Vorfeld Gedanken zu machen, ob Sie eine saisonale, oder eine an die entsprechende Jahreszeit angepasste Bepflanzung wünschen. Ihr Aufwand bei einer wechselnden Bepflanzung ist natürlich deutlich größer. Für eine saisonale Bepflanzung eigenen sich vor allem immergrüne Pflanzen wie Efeu, da sie ihre Blätter auch im Winter behalten und den Boden vor allzu starken Temperaturschwankungen schützen. Ebenfalls gut eigenen sich Bodendecker wie Steinbrech und Elfenblumen, die meistens über mehrere Jahre wachsen. Allerdings sollten Sie immer darauf achten, dass Sie keine zu stark wuchernden Pflanzen einsetzen, um die umliegenden Gräber nicht zu verdecken.

Neben der Bepflanzung der Grabstelle ist es Ihnen außerdem gestattet, Grablichter und Figuren anzubringen. Die Figuren sind meist aus Stein oder Porzellan und können auch Lieblingsfiguren oder Tiere der/des Verstorbenen darstellen. In der Friedhofsordnung finden Sie darüber im Normalfall detaillierte Informationen.

Falls Sie sich nicht eigenhändig um die Grabstelle kümmern möchten, oder können, bieten die Friedhofsbetreiber oder Friedhofsgärtner eine dauerhafte Grabpflege an. Die Kosten dafür variieren natürlich je nach Größe des Grabes. Die Pflege eines Familiengrabes ist beispielsweise deutlich teurer als die eines Urnengrabes. Ebenso gibt es Unterschiede in der Art der Bepflanzung und wieviel Aufwand der beauftragte Gärtner betreiben soll. Preislich liegt die Dauergrabpflege bei ca. 2000 Euro für zehn Jahre. Die Preise können sich dennoch von Gärtner zu Gärtner stark unterscheiden. Daher sollten Sie auf jeden Fall im Vorfeld Preise vergleichen. Achten Sie auch darauf, welche Leistungen in diesem Betrag enthalten sind.

Berühmte Gräber

Welche berühmten Gräber gibt es in Österreich?

Grabstellen berühmter Persönlichkeiten sind oft ein beliebtes Ziel vieler Touristen. Sie können sogar zu einer Art Pilgerstätte für Anhänger und Fans werden. Der Wiener Zentralfriedhof besitzt viele Ehrengräber und gehört auch aufgrund seiner Jugendstil-Bauwerke und des weitläufigen Areals zu den besonderen Sehenswürdigkeiten Wiens. Täglich besuchen hunderte Touristen die letzten Ruhestätten verstorbener Komponisten, Musiker, Schauspieler, Naturwissenschaftler und Politiker. Auch in vielen Stadtführern sind die Grabstellen oft als Sehenswürdigkeit ausgewiesen.

Berühmte Ehrengräber am Zentralfriedhof

  • Ludwig van Beethoven
  • Johannes Brahms
  • Adolf Loos
  • Arthur Schnitzler
  • Bruno Kreisky
  • Udo Jürgens
  • Antonio Salieri
  • Franz Schubert
  • Johann Strauss (Vater)
  • Johann Strauss (Sohn)
  • Helmut Qualtinger
  • Falco (Johann Hölzel)

Quellen:
wikipedia.org (Grabmahl)
wikipedia.org (Grabnutzungsrecht)
help.gv.at (Graberwerb)

Siehe auch:
Steinmetz und Grabstein – Wieviel kostet es einen Grabstein anfertigen zu lassen?
Friedhof – Alles über den Ort der letzten Ruhe