Grabstein & Steinmetz - Marmor, Schiefer & Granit

Christoph Schlarb

Verfasst von

Christoph Schlarb

9. September 2021lesezeit: 6 minuten

Fotographie eines Steinmetzes bei der Arbeit.

Steinmetze kümmern sich um die Herstellung, die Beschriftung und die Versetzung von Grabsteinen. Steinmetze in Österreich werden von den Angehörigen eines oder einer Verstorbenen beauftragt. Außerdem holt der Steinmetz die Genehmigung des Friedhofs ein, damit der Grabstein aufgestellt werden darf.

Hier erfahren Sie, wieviel ein Grabstein kostet, wie man Steinmetz wird und welchen Pflichten ein Steinmetz im Rahmen einer Bestattung noch nachkommen muss.

Steinmetz

Was machen Steinmetze?

Das Handwerk der Steinmetzin bzw. des Steinmetzes ist weltweit einer der ältesten Handwerksberufe. Die Aufgabe von Steinmetzen ist unter anderem, verschiedene Gesteinsarten wie Marmor, Granit und Sandstein zu spalten, zu behauen, zu schleifen und zu polieren.

Der ursprünglicher Werkstoff war Naturwerkstein. In der heutigen Zeit sind noch Betonwerkstein bzw. Kunststein hinzugekommen. Neben althergebrachten Hand-Werkzeugen werden heute auch Maschinen eingesetzt.

Als Steinmetz:in richtet man sich oft nach fremden Entwürfen und Aufträgen, um Objekte zu erstellen. Dabei dominieren geometrische Formen, Profile, Ornamente, Schrift- und andere Zeichen. Dies können zum Beispiel Grabsteine oder Bauelemente sein. Im Unterschied zum Steinmetz arbeitet der Steinbildhauer stärker gestaltend.

Eine verbreitete historische Bezeichnung für Steinbildhauer und Steinmetze war Steinhauer. Dieses Berufsbild beschreibt heute nur noch den Arbeiter im Steinbruch, welcher die Stein-Rohlinge abbaut und für den Steinmetz oder den Steinbildhauer zurichtet.

Dies wird heute meistens maschinell und industriell-automatisiert erledigt, was dazu geführt hat, dass der Beruf des Steinhauers in vielen Gebieten der Welt nicht mehr zu finden ist. Die Ausnahme davon sind weniger industrialisierte Länder, in welchen auch aufgrund der Traditionsverbundenheit und der religiösen Einbindung sehr viel ornamentale und bildnerische Arbeit für Steinmetze und Steinbildhauer anfällt. Indonesien und Bali sind das beste Beispiel hierfür.

Steinmetzinnen und Steinmetze können ihre Schwerpunkte in verschiedenen Branchen haben, beispielsweise im Baugewerbe, im Garten- und Landschaftsbau, in der Innenarchitektur, oder eben auch in der Bestattungsbranche.

Ausbildung zum Steinmetz

In Österreich ist Steinmetz bzw. Steinmetzin ein dreijähriger Lehrberuf mit dualer Ausbildung.

Es gibt daneben eine vier Jahre dauernde Fachschulausbildung mit der Möglichkeit, einen zusätzlichen zweijährigen Aufbaulehrgang mit Matura zum Facharbeiter und Natursteintechniker oder Hochbauingenieur zu machen.

Die Vorbereitung zur Meisterprüfung in Österreich kann in speziellen Lehrgängen erfolgen. Mit Abschluss dieser Prüfung ist auch die Befähigung zum Terrazzo- und Kunststeinhersteller verbunden. Mit einem Meistertitel kann anschließend ein Studium an Hochschulen in Österreich aufgenommen werden.

Relativ ähnlich verläuft die Ausbildung zur Steinbildhauerin bzw. zum Steinbildhauer: Sie wird nach dem Berufsbild des Stein- und Holzbildhauers durchgeführt. Steinbildhauerinnen und Steinbildhauer sind jedoch eher für künstlerische und gestalterische Steinbearbeitung ausgebildet und beschäftigen sich vielmehr mit Steinfiguren und Plastiken.

Daher sind in manchen Fällen aber auch Steinbildhauerinnen bzw. Steinbildhauer im Zuge einer Bestattung der richtige Ansprechpartner.

Dieser Ausbildungsweg wurde zuletzt durch ein europäisches Projekt modernisiert: Seit Mitte 2006 werden zehn Steinmetz- und Steinbildhauergesellen und -gesellinnen auf Europatournee entsandt, nach deren Abschluss sie den Titel European Master of Craft führen dürfen. Die Ausbildungsorte sind Dombauhütten in der Schweiz, Deutschland und Österreich, sowie Steinfachschulen in Südtirol (Italien), Hallein (Österreich), Brač (Kroatien). Zudem bringen sich Fachbetriebe aus Gewinnung und Verarbeitung von Naturstein in Slowenien, Kroatien und Österreich als Ausbildungsstätten ein.

Dadurch dass es heute sehr viele alternative Bestattungsarten gibt - Baumbestattung, Donaubestattung, anonyme Bestattung etwa, um nur einige zu nennen - ist die Zahl der aufgestellten Grabsteine rückläufig.

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Weitere Tätigkeitsfelder und Aufgaben eines Steinmetz

Zum Tätigkeitsgebiet gehören die Reinigung und Restaurierung verwitterter Grabanlagen, sowie die Denkmalpflege, die Versetzung von Grabsteinen und die Herstellung von individuellen Grabsteinen. Man unterscheidet dabei zwischen industriell gefertigten Grabsteinen, welche vom Steinmetz nur individuell beschriftet werden, und personenbezogenen Grabsteinen, die speziell für eine:n Verstorbene:n hergestellt bzw. ausgeformt werden.

Abseits von Gräbern und Grabgestaltung gibt es noch weitere Tätigkeitsfelder, in welchen Steinmetze aktiv sind: Etwa im Straßen-, Wege- und Brückenbau oder in der Gestaltung von privaten Gärten, in denen Elemente aus Naturstein wie Mauern, Skulpturen und Brunnen verbaut werden sollen.

Steinmetz und Bestattung

Steinmetze übernehmen nach einer Bestattung die Aufgabe, den Grabstein für das Grab herzustellen, diesen zu beschriften und am Grab einzufassen. Im Gegensatz zu Erdgräbern werden für Urnengräber meist jedoch keine Grabsteine, sondern eher Kreuze oder Grabplatten eingesetzt.

Grabsteine kennzeichnen ein Grab und stellen einen wichtigen Ort des Gedenkens dar. Das Aussuchen des Grabmals für einen geliebten Menschen ist ein wichtiger Teil der Trauerarbeit.

Grabsteine und Grabplatten nennt man auch Grabmale. Traditionellerweise wird der Grabstein am Kopfende des Grabes aufgestellt.

Was schreibt man auf einen Grabstein?

Die Beschriftung eines Grabsteins macht ihn individuell und wird graviert, gestrahlt oder aufgesetzt. Sie dient nicht nur dazu, um die verschiedenen Gräber auf einem Friedhof zu identifizieren, sondern auch, um Wertschätzung für den Verstorbenen bzw. die Verstorbene auszudrücken.

Traditionell stehen auf einem Grabstein der Name, das Geburts- und Todesdatum des oder der Verstorbenen. Zusätzlich kann der Grabstein durch Trauersprüche oder Bildmotive ergänzt werden.

Steinarten für einen Grabstein

Bei Grabsteinen unterscheidet man stehende, liegende Grabsteine und sogenannte Wiesensteine. Je seltener die Farbe, Maserung und Substanz des Steines, desto teurer ist das Modell.

  • Grabstein aus Naturstein: Die häufigste Art der Grabsteine. Besonders beliebt sind Grabsteine aus Granit, Basalt, Glimmerschiefer, Quarzit, Gneis, Sandstein und Marmor. Diese Steinarten sind unterschiedlich witterungsresistent.
  • Grabstein aus Holz: Sie haben eine besonders weiche und harmonische Ausstrahlung. Die Oberflächen von Grabmalen aus Holz werden mehrfach behandelt, damit sie witterungsbeständig werden.
  • Grabstein aus Metall: Neben Edelstahl kommen oft Materialien wie Bronze und Roststahl zum Einsatz. Glaselemente oder Edelsteine werden verarbeitet, besonders beliebt bei und gestaltet von Künstlern.
  • Grabstein aus Glas: Diese Grabsteine wirken besonders feinfühlig. Hier werden gerne verschiedene Farben und individuelle künstlerische Elemente verarbeitet. Besonders persönlich!
  • Moderner Grabstein: Egal ob Skulptur oder Materialmix: Das Endergebnis ist besonders individuell.
  • Grabstein der Antike: Diese Grabsteine werden in Auftrag gegeben. Antike Grabsteinkunst hebt sich durch Kreuzformen und einfache, geradlinige Formen, aber reichhaltige Verzierungen hervor.
  • Grabstein gebraucht: Nach abgelaufener Ruhezeit wird ein alter Grabstein verkauft und mittels neuer Gravur wiederverwendet.

Der Grabstein sollte so ausgesucht werden, dass er nicht nur den Hinterbliebenen gefällt, sondern auch den Wünschen des oder der Verstorbenen entspricht.

Was ist bei der Auswahl des Steinmetzbetriebs zu beachten?

Zunächst einmal sollten Sie genau wissen, welche Vorstellungen Sie vom Grabmal haben. Denn bei traditionellen Erd-, und Feuerbestattungen erfolgt die Kennzeichnung des Grabes meistens durch einen massiven Grabstein.

Zumeist steht er für alle Beerdigten dieser Grabstelle und hat oft die Namen und Lebensdaten eingraviert. Es ist aber auch möglich, einen liegenden, sogenannten Kissenstein oder eine Grabplatte zu verwenden.

Es lohnt sich also, sich vor der Besprechung mit dem Steinmetzbetrieb Gedanken zu machen, wie das Grabdenkmal in etwa aussehen soll. Auch unsere Bestattungsexperten bei Benu beraten Sie bei der Auswahl des für Sie geeigneten Steines, den Maßen und genauen Preise jederzeit gerne.

Es ist stets darauf zu beachten, dass das Friedhofsbild nicht gestört werden darf, beispielsweise durch zu große Grabsteine. Genaue Informationen dazu finden Sie in der jeweiligen Friedhofsordnung. Falls Sie diesbezüglich Fragen haben – Benu ist jederzeit telefonisch oder per Mail für Sie erreichbar. Wir helfen Ihnen gerne jederzeit.

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Wann kann man den Grabstein setzen?

Wann der Grabstein aufgestellt werden kann, hängt von der Bodenbeschaffenheit und der Grabart ab.

Bei einem Urnengrab kann der Grabstein nach dem Verschließen des Grabes direkt gesetzt werden. Bei traditionellen Erdbestattungen ist die Erde nach der Beerdigung noch locker und muss sich verdichten. So kann man verhindern, dass der Grabstein sich lockert und umkippt.

Die Zeiten variieren dabei von Ort zu Ort und können von sechs bis zu zwölf Monaten dauern. Für gewöhnlich kann Ihnen jedoch der Steinmetz oder die Friedhofsverwaltung Auskunft geben.

Arten von Grabsteinen

Im Normalfall haben Sie, wie bereits erwähnt, bei Ihrem Steinmetzbetrieb die Wahl zwischen einem industriell und einem individuell hergestellten Grabstein.

Die industriell hergestellten Steine besitzen dabei in der Regel die gleiche Form und sind bereits poliert.

Die individuell erstellten Grabsteine hingegen sind einzigartig und bieten ein schönes Maß an Individualität, sind aus diesem Grund aber auch entsprechend teurer und aufgrund ihrer meist gröberen Struktur, auch anfälliger für Witterungseinflüsse als polierte Grabsteine.

Nach einem persönlichen Gespräch wird zumeist eine individuelle Skizze nach Ihren Vorgaben erstellt, damit Sie sich ein gutes Bild vom Ergebnis machen können.

Welche Aufgaben fallen dem Steinmetz zu?

Ihr Steinmetzbetrieb ist neben der Beschaffung des Grabsteins ebenso maßgeblich für dessen Bearbeitung. Daten und Ornamente werden in den Stein graviert, wozu auch auf klassische Werkzeuge wie einen Meißel zurückgegriffen wird.

Inzwischen wird vermehrt elektronisch mit einem Drucklufthammer oder Winkelschleifer gearbeitet. Ebenso sind noch modernere Technologien wie Wasserstrahlschneiden üblich.

Beachten Sie, dass die Einbettung des Grabsteins in vielen Orten bereits wenige Wochen nach der Bestattung möglich ist. Auf manchen Friedhöfen mit zu kleinen des Gräbern kann es aber durchaus zu einer Wartezeit kommen, da sich das Erdreich zuerst setzen muss.

Es lohnt sich also, die bereits erwähnte Wartezeit verstreichen lassen - erst dadurch kann die Trittsicherheit der Wege sowie Standsicherheit des Grabsteins gewährt und ein Umkippen durch starken Wind oder anderweitige Fremdeinwirkung verhindert werden.

Neues Grab

Die meisten Erdgräber haben folgende Bestandteile

  • Fundament (1)
  • Einfassung (2)
  • Grabstein (3)
  • Deckplatte (4)

Hier eine schematische Darstellung:

Kosten für Grabstein und Gravur

Wie hoch sind die Kosten für einen Steinmetz?

Generell können sich die Kosten für Steinmetzarbeiten, je nach gewähltem Grabstein, ob individuell oder industriell gefertigt, sowie dem Arbeitsaufwand für die Gravur, deutlich unterscheiden. Besonders die Kosten für den Grabstein sind extrem variabel.

Unserer Erfahrung nach sollten Sie für einen neuen Grabstein bei einem Erdgrab mit Kosten in Höhe von 5.000,- Euro rechnen und bei einem Urnengrab mit Kosten in Höhe von etwa 1.500,- €. Eine reine Grabplatte ohne Fundament und Einfassung liegt preislich meistens ebenfalls bei 1.500,- €.

Leistung/ProduktPreis
Fundament und Einfassungca. 500€ - 2.500€
Grabsteinca. 800 € - 5.000 €
Gravur (pro Buchstabe)ca. 10€ - 50€
Transport und Aufstellenca. 100€ - 700€
Summeca. 1.500€ - 9.000€

Hinweis: Wenn Sie die Steinmetzarbeiten über uns beauftragen, entstehen Ihnen keine Kosten für die Gravur.

Achten Sie ebenfalls darauf, ob im Preis bereits Lieferung und Montage inkludiert oder angeführt sind, da diese Dienstleistungen einen nicht zu unterschätzenden Teil der Gesamtleistung darstellten. Preise, die Sie über Benu beziehen enthalten stets alle Angebotsbestandteile.

Was kostet eine Grabplatte alleine?

GrabplattePreis
Deckplatte1.400€
Anbringung300€

Auf vielen Friedhöfen (v.a. in Wien) ist die Voraussetzung für eine Grabplatte ein 20-jähriger Graberwerb. Die Kosten hierfür betragen je nach Friedhof 1.500 € bis 2.000 €.

Maße Grabstein

Bitte beachten Sie, dass viele Friedhöfe genaue Mindestmaße anfordern. Dies ist insofern wichtig, da häufig Steine günstiger im Ausland gekauft werden und dann aber aufgrund der Maße nicht aufgestellt werden dürfen oder schlimmstenfalls entfernt werden müssen.

Wir helfen Ihnen gerne individuell bei der Bestimmung der Maße für den von Ihnen gewählten Friedhof. Die wichtigsten Maße aus unserer Sicht sind:

Grabstein: mindestens 10cm

Deckel: mindestens 8cm

Einfassung: mindestens 18cm x 18cm

Auswahl des richtigen Steinmetzes

Gerne empfehlen wir Ihnen einen verlässlichen Steinmetz Betrieb für Ihre Gegend. Mit einigen Betrieben haben wir auch Vereinbarungen, sodass für Benu-Kunden die Kosten für die Gravur vollständig entfallen.

Bitte sprechen Sie uns jederzeit gerne darauf an - telefonisch oder per Mail.

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Häufig gestellte Fragen

Was macht ein Steinmetz?

Die Aufgabe von Steinmetzen ist, Gesteinsarten wie Marmor, Granit und Sandstein zu spalten, zu behauen, zu schleifen und zu polieren.

Vor allem im Zusammenhang mit einer Bestattung kümmern sich Steinmetze um die Herstellung, die Beschriftung und die Versetzung von Grabsteinen. Ein Steinmetz kümmert sich auch um die Genehmigung des Friedhofs, damit der Grabstein aufgestellt werden kann.

Was steht auf einem Grabstein?

Für gewöhnlich schreibt man darauf Vorname und Nachname, Geburts- und Sterbedatum, optional können noch Trauersprüche oder Bildmotive hinzugefügt werden.

Wann brauche ich keinen Grabstein?

Bei einigen Bestattungs- beziehungsweise Grabarten wird bewusst auf einen Grabstein verzichtet, etwa bei der anonymen Bestattung. Bei den Naturbestattungsformen Waldbestattung Seebestattung übernimmt im ersten Fall die Natur die Grabpflege, bei der Seebestattung ist eine Markierung der Grabstelle nicht möglich.

Wann wird der Grabstein gesetzt?

Dies hängt von der Bodenbeschaffenheit und der gewählten Grabart ab. Bei einer Urnenbeisetzung kann der Grabstein gleich nach dem Verschließen des Grabes gesetzt werden. Bei traditionellen Erdbestattungen muss sich die Erde im Grab setzen. Die Zeiten variieren stark und können von sechs bis zu zwölf Monaten dauern.

Quellen

Wikipedia-Steinmetz

Wirtschaftskammer Österreich-Brancheninfo Steinmetz

stockerer.at-Grabstein

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