In aller Stille beerdigt werden - Anonyme Bestattung in Österreich

Maria Steinwender

Verfasst von Maria Steinwender

29. Juli 2021Lesezeit: 5 Minuten

Maria Steinwender

Sterben ist Privatsache – die anonyme Bestattung gewinnt auch in Österreich an Beliebtheit. Warum das so ist und welche Vor- und Nachteile sie hat, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was ist eine anonyme Bestattung?

Anonyme Bestattung steht für eine namenlose Bestattung. Bei einer anonymen Bestattung wird an der Beisetzungsstelle auf jeglichen Namenshinweis verzichtet.

Manche Friedhöfe mit anonymen Grabfeldern bieten jedoch eine zentrale Gedenktafel und eine Ablagestelle für Blumen und Grabschmuck.

Eine anonyme Bestattung ist meist auch eine günstigere Form der Bestattung. Meistens werden Urnen anonym beigesetzt. Auf einzelnen Friedhöfen ist aber auch eine anonyme Beerdigung im Sarg in Gemeinschaftsgräbern möglich.

Ablauf der anonymen Bestattung

Bei einer anonymen Urnenbestattung wird die Asche des oder der Verstorbenen ohne Trauerfeier und meist ohne Beteiligung von Angehörigen beigesetzt. Ort und Zeit der Bestattung werden nicht bekanntgegeben, die Grabstätte ist nicht gekennzeichnet.

Die anonyme Erdbestattung wird eher selten vorgenommen. Der Sarg wird dabei auf einer Wiesenfläche beigesetzt und die Grabstelle mit Rasen besetzt. Um die Grabpflege – in diesem Fall also lediglich Rasenmähen - kümmert sich die Friedhofsverwaltung.

Unmarked Grave von Mathis Jrdl via Unsplash

Grabstelle der anonymen Bestattung: Anonymes Grab

Wer eine anonyme Bestattung wünscht, wird in einem anonymen Grab beigesetzt. Anonyme Gräber sind Gemeinschaftsgräber, in denen mehrere Verstorbene beerdigt werden. Die Angehörigen eines Verstorbenen kennen die genaue Lage der Grabstelle ihres Angehörigen nicht; für gewöhnlich wird auf Gedenksteine verzichtet. Wenn ein Gedenkstein aufgestellt wird, sind diese für die gesamte Gemeinschaft gültig.

Anonyme Gräber dürfen nicht individuell gestaltet werden - dafür sind sie auch wesentlich günstiger als Wahlgräber und Reihengräber. Wenn Sie nicht sicher sind, für welche Grabart Sie sich entscheiden sollen, können Sie sich bei Benu jederzeit nach den verschiedenen Möglichkeiten erkundigen.

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Halbanonyme Bestattung

Von einer halbanonymen Bestattung spricht man, wenn die Namen der Bestatteten auf einer Tafel oder Stele am Rande des Gräberfelds verzeichnet sind. Der Unterschied zur anonymen Bestattung ist auch, dass Angehörige bei der Beisetzung dabei sein können. Auch hier bleibt zwar die genaue Position der Urne oder des Sargs anonym, trotzdem gibt es einen festen Ort, an dem die Hinterbliebenen der verstorbenen Person gedenken können.

Auch bei anonymen Baumbestattungen ist es möglich, dass die Angehörigen bei der Beisetzung anwesend sind. An dem Baumplatz wird dann keine Namensplakette angebracht. Somit ist die halbanonyme Bestattung eine sehr zu empfehlende Bestattungsform für alle, die sich ein pflegefreies Grab ohne Aufwand für Ihre Angehörigen wünschen, und trotzdem einen würdevollen Abschied in Beisein der Angehörigen wollen.

Ist eine Trauerfeier bei einer anonymen Bestattung möglich?

Natürlich. Es ist zwar nicht üblich, aber es kommt durchaus vor, dass eine anonyme Beisetzung von einer Trauerfeier begleitet wird. Diese findet in der Regel beim Bestattungsinstitut oder im Krematorium statt.

Auf diese Weise können die Angehörigen dem Verstorbenen die letzte Ehre erweisen, bevor er oder sie zur letzten Ruhe in der nicht gekennzeichneten Grabstelle gebettet wird. Man spricht dann von einer halbanonymen Bestattung.

Muss bei der anonymen Beisetzung in der Erde bestattet werden?

Nein, auch hier gibt es, da die Kremation als Möglichkeit zur Verfügung steht, weitere Optionen bezüglich dessen, wie mit der Urne verfahren werden kann. Auch viele Waldfriedhöfe bieten eine anonyme Bestattung an, ebenso ist die anonyme Seebestattung möglich.

Bei der Naturbestattung sieht das in der Praxis so aus, dass einfach die betreffende Namens-Beschilderung an den Bäumen weggelassen wird oder die Asche ohne Trauerfeier im Fluss beigesetzt wird.

Bei einer anonymen Seebestattung wird eine wasserlösliche Urne in einem Fluss beigesetzt - ohne Beisein der Angehörigen. Diese Bestattungsform nennt man auch stille oder unbegleitete Beisetzung.

Bei einer anonymen Seebestattung werden an einem Tag meist mehrere Urnen beigesetzt. Hier erspart man sich zudem die Kosten für einen Grabplatz, Grabstein und die Grabpflege, was eine anonyme Seebestattung insgesamt zu einer günstigen Angelegenheit macht.

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Was macht die Bestattung sonst noch anonym?

Es werden weder Ort noch Zeitpunkt der Bestattung öffentlich bekannt gemacht. Auf eine Traueranzeige wird verzichtet, Trauergäste sind – bis auf die engsten Angehörigen - meist nicht zugelassen. Es entfallen eine individuelle Gestaltung sowie die Verpflichtung zur Pflege des Grabes. Hier ist nachteilig zu sehen, dass die Trauerarbeit deutlich erschwert wird, da es keinen erkennbaren Ort für die Trauer gibt.

Gründe für eine anonyme Bestattung

Mit steigenden Bestattungskosten sind vor allem Menschen in unteren Einkommensschichten genötigt, eine anonyme Bestattung in Anspruch zu nehmen. Ein Grab macht auch nach der Bestattung noch viel Arbeit und verursacht zahlreiche Kosten, die nicht zu unterschätzen sind: Grabpflege, Grabstein, Kosten für die Grabstätte selbst… viele wollen „nachträglich“ den Angehörigen finanziell nicht zur Last fallen. Abgesehen von der finanziellen Lage können außerdem noch die sexuelle Identität oder die religiöse Überzeugung ausschlaggebend für eine anonyme Beisetzung sein.

Weitere Gründe für eine anonyme Bestattung

  • Nichtidentifizierbarkeit des oder der Verstorbenen (etwa bei Kriegsopfern, Naturkatastrophen, Pandemien, Genozid; Massengräber werden ausgehoben und erfordern eine gemeinsame Bestattung einer Vielzahl an Menschen)
  • Um Grabraub oder Leichendiebstahl zu verhindern
  • Zum Schutz vor der Öffentlichkeit: Handelt es sich bei der beigesetzten Person um jemanden, der stark polarisiert hat? Dann kann durch eine anonyme Bestattung Grabschändung verhindert oder einer unerwünschten Pilgerstätte vorgebeugt werden (Kriegsverbrecher, terroristische Attentäter, Amokläufer, Personen des NS-Regimes).
  • Zum Schutz der Hinterbliebenen - die Angehörigen von Verstorbenen eben genannter Personengruppen sind oft Anfeindungen ausgesetzt.

Vor- und Nachteile einer anonymen Bestattung

Vorteile

Kostengünstig

Grabpflege und Kosten für die Feier entfallen

Nur enge Angehörige gehören zum Trauerkreis

Alle Beisetzungsarten sind anonym möglich

Nachteile

Keine Möglichkeit zur Anteilnahme

Kein Familien- oder Paargrab möglich

Kein erkennbarer Ort zur Trauer

Wird oft als „würdelos“ angesehen

Dem sei jedoch entgegengesetzt, dass die Trauer so individuell ist, wie die Menschen selbst. Viele wollen einfach auf Schaulustige auf einem Begräbnis verzichten und entscheiden sich deswegen für eine anonyme Bestattung. Ganz nach dem Motto „Im Stillen leben, im Stillen sterben.“ Der Wunsch nach einer anonymen Bestattung sollte jedenfalls berücksichtig werden. Denn: Die Würde eines Menschen zu wahren, bedeutet auch, seine Entscheidungen zu respektieren – mögen sie noch so sehr von den eigenen Vorstellungen entfernt sein.

Friedhof mit Meerblick von Rod Long via Unsplash

Kosten für eine anonyme Bestattung

Wieviel kostet eine anonyme Beisetzung? Wir haben ein Kostenbeispiel für Sie – in diesem Fall handelt es sich um eine Feuerbestattung mit anonymer Beisetzung auf einem Wiener Friedhof.

Basisleistungen BestatterKosten
Vollumfängliche Organisation der Bestattung (Behördenwege und Formalitäten, Friedhof)686 €
Kremationssarg (inkl. Einbettung)390 €
Einäscherung (inkl. Aschekapsel)342 €
Verabschiedungsfeier im Krematorium368 €
Beisetzung am gewünschten Friedhof inkl. 10-jähriger Ruhezeit374 €
Gesamtkosten (inkl. USt.)2.160 €

Als Fremdleistungen und Gebühren sind noch 23,60 € als Amtsgebühr für die Sterbeurkunde sowie 160 € für Krankenhausgebühren zu erwarten.

Häufig gestellte Fragen

Bei der anonymen Bestattung wird auf jeglichen Namenshinweis verzichtet. Es werden weder Ort noch Zeitpunkt der Bestattung öffentlich bekannt gemacht. Somit entfallen eine individuelle Gestaltung sowie die Verpflichtung zur Pflege des Grabes. Meist ist eine anonyme Bestattung auch günstiger als eine herkömmliche Bestattung.

Bei einer anonymen Bestattung wird weder der Zeitpunkt der Beisetzung öffentlich bekanntgegeben noch die Grabstätte des Verstorbenen namentlich gekennzeichnet. Meist werden keine Traueranzeigen aufgegeben, Trauergäste sind nicht erwünscht.

Im Todesfall eines Familienmitgliedes sind die nächsten Angehörigen des oder der Verstorbenen zu dessen Bestattung verpflichtet. Diese müssen in der Regel auch die Kosten dafür tragen. Das gilt auch für eine anonyme Bestattung.

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