Sozial­bestattung

Alexander Burtscher

Verfasst von

Alexander Burtscher

12. Mai 2021lesezeit: 7 minuten

Eine Bestattung kann sehr teuer sein. Nicht jeder kann es sich leisten eine solche Summe auf Anhieb aufzubringen. Dennoch möchte man der oder dem Verstorbenen einen würdevollen Abschied ermöglichen. Aber welche Möglichkeiten hat man in Österreich überhaupt, wenn man trotz beschränkter finanzieller Mittel eine würdevolle Beisetzung organisieren möchte?

In diesem Ratgeberartikel erfahren Sie alles Wissenswerte zum Thema Sozialbestattung. Außerdem bieten wir Ihnen kostengünstige Alternativen zur Sozialbestattung.

Was ist eine Sozialbestattung?

Eine Sozialbestattung (früher auch Armenbestattung oder Armenbegräbnis genannt) wird durchgeführt, wenn die Kosten einer Beisetzung nicht durch den Nachlass gedeckt werden können und die Angehörigen kein Geld für die Beerdigung haben.

In diesem Fall übernimmt die Gemeinde oder das Land die Beauftragung der Bestattung und trägt die Begräbniskosten.

Auch wenn es nicht unüblich ist – in Österreich werden pro Jahr über 1.500 Sozialbestattungen durchgeführt – wird das sogenannte “Armenbegräbnis” oft noch als stigmatisierend wahrgenommen.

Bei einem Sozialbegräbnis haben die Angehörigen leider kaum Mitspracherecht. Weder beim Termin noch bei dem Beisetzungsort kann mitentschieden werden. Die Gemeinde veranlasst ein Begräbnis ohne große Trauerfeier in einem Armengrab.

Immer häufiger tun sich Familien schwer damit, im Trauerfall rasch das Geld für ein Begräbnis aufzutreiben, aus Not entscheiden sie sich dann für eine Kostenübernahme in Form einer Sozialbestattung.

Wann wird eine Sozialbestattung durchgeführt und was sind die Voraussetzungen?

Eine Sozialbestattung wird durchgeführt, wenn eine der beiden Voraussetzungen erfüllt ist:

  • Die Angehörigen haben kein Geld für die Bestattung
  • Die/der Verstorbene hat keine Angehörigen oder diese können nicht ermittelt werden

Wer kann eine Sozialbestattung beauftragen?

Eine Sozialbestattung kann nur von jemandem beantragt werden, der aufgrund der Bestattungspflicht, die in der Regel bei den nächsten Angehörigen liegt, für die Bestattung aufkommen muss.

Sollten die nächsten Angehörigen nicht auch die testamentarischen Erben sein, geht die Bestattungspflicht an ebendiese testamentarischen Erben über.

Alternativen zur Sozialbestattung?

Wir unterstützen Sie gerne dabei, eine selbstgewählte aber günstige Bestattung zu organisieren. Gemeinsam mit Ihnen planen wir eine Bestattung, die sich an Ihren Vorstellungen orientiert und sich im Rahmen Ihrer finanziellen Möglichkeit befindet. Wir stehen Ihnen zur Seite und helfen Ihnen die Bestattungskosten niedrig zu halten.

So können Sie frei wählen, welche Bestattungsart Sie in Anspruch nehmen möchten: Denn ob Feuerbestattung, Erdbestattung, Baumbestattung oder Seebestattung, bei all diesen Bestattungsarten gibt es Möglichkeiten, wie Sie etwas Geld einsparen können.

Wenden Sie sich für genauere Informationen dazu gerne jederzeit an unseren Kundenservice. Dieser ist rund um die Uhr telefonisch unter 0800884404 oder per Mail unter kontakt@benu.at für Sie da.

Unser Bestattungskosten­rechner für ganz Österreich

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Clever Bestattung – Die kostengünstige Alternative

Eine würdevolle Bestattung muss keine Frage des Geldes sein. Der Verlust eines lieben Menschen schmerzt schon genug.

Um den Angehörigen eine Alternative zu bieten, haben wir mit unserem Partner Clever Bestattung eine kostengünstige und würdevolle Möglichkeit geschaffen. Für einen unschlagbaren Preis erhalten Sie dort alle essentiellen Leistungen Ihrer gewünschten Bestattungsart.

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Ablauf einer Sozialbestattung in größeren Gemeinden und Städten

Wie läuft eine Sozialbestattung in größeren Städten ab?

In der österreichischen Hauptstadt ist es zum Beispiel so, dass Sozialbestattungen grundsätzlich nur von der Bestattung Wien in Form einer Erdbestattung am Friedhof Simmering durchgeführt werden.

Wird also eine Sozialbestattung in Wien veranlasst oder von den Angehörigen gewünscht, so gibt es keine freie Wahl des Bestattungsunternehmens und auch kein Mitspracherecht bei der Gestaltung der Bestattung.

Möchten Sie sich zuerst über die Möglichkeiten und Alternativen informieren, finden Sie hier alle Informationen zu den Bestattungskosten in Wien. Dabei spielt besonders die gewählte Bestattungsart eine tragende Rolle.

Ab einer gewissen Bevölkerungsgröße ist auch die Anzahl an Sozialbestattungen so hoch, dass die Durchführung dieser von der Gemeinde ausgeschrieben wird, oder ein eigener Tarif mit der Bestatterinnung ausverhandelt wird. Dieser enthält dann verbindlich festgelegt die Leistungen und den Preis einer solchen Sozialbestattung.

Die Leistungen der Bestattung Wien umfassen beispielsweise:

  • Abholung, z.B. im Krankenhaus
  • Hygienische Versorgung und Einsargung
  • Gegebenenfalls Kremation
  • Beisetzung des Sarges bzw. der Urne in einem Erdgrab am Friedhof
  • Markierung des Grabs mit einem Holzkreuz oder einer Tafel

Die Beisetzung selbst wird sehr schlicht gehalten. In vielen Gemeinden und Städten besteht auch ein akuter Sparzwang, wodurch die Sozialbeerdigung mitunter sehr karg wirken kann. Die Dienstleistungen beschränken sich generell auf ein Mindestmaß.

Bei einer Bestattung in Graz spricht man bei so einem Fall zum Beispiel von einer Fürsorgebestattung. Hier findet die Beisetzung in einem Reihengrab mit Holzkreuz statt und eine Segnung ist ebenso inbegriffen. Anträge nimmt das Sozialamt Graz entgegen.

Ablauf einer Sozialbestattung in kleineren Gemeinden

Wie läuft eine Sozialbestattung im Großteil Österreichs ab?

In den kleineren Gemeinden der restlichen Bundesländer Niederösterreich, Burgenland, Steiermark, Oberösterreich, Tirol, Salzburg, Kärnten und Vorarlberg ist der Ablauf einer Sozialbestattung meist anders und oft von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich geregelt. Wenn Sie eine solche Sozialbestattung in Auftrag geben wollen, können Sie uns gerne jederzeit kontaktieren: Wir setzen uns dann mit der betreffenden Gemeinde in Verbindung und klären den konkreten Ablauf für Sie ab.

Benu unterstützt Sie in einem solchem Fall aber auch gerne dabei, eine würdevolle Bestattung nach Ihren Wünschen zu organisieren, ohne dabei den finanziellen Rahmen zu sprengen:

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Was sind die Vorteile und Nachteile einer Sozialbestattung?

VORTEILENACHTEILE
Gemeinde übernimmt die KostenKein Mitspracherecht der Angehörigen
Würde bleibt gewahrtEs wird auf das Nötigste reduziert
Person gerät nicht in VergessenheitLediglich ein Holzkreuz erinnert an den Verstorbenen
Es wird ein Ort des Gedenkens geschaffenNach 10 Jahren wird das Grab aufgelassen

Bei einer Sozialbestattung werden die Urne oder der Sarg, der Blumenschmuck und die Trauerrede jeweils in der kostengünstigsten Variante ausgeführt.

Vor allem durch den Sparzwang vieler Gemeinden entsteht oft ein nicht angemessener Wettbewerb um niedrige Preise. Denn sobald eine gewisse Anzahl an Sozialbegräbnissen in einer Gemeinde oder einer Stadt erreicht wurde, werden die Aufträge ausgeschrieben und an den günstigsten Anbieter vergeben. Das ist zwar nachvollziehbar, kann aber durchaus zu einem gewissen Pietätsverlust führen.

Um Verstorbenen ohne Grabmal zu ermöglichen zumindest kleine Spuren zu hinterlassen, bieten manche Portale oder Online-Datenbanken an, Online-Profile zu hinterlegen. Somit können Hinterbliebene, Freunde und Bekannte an die verstorbene Person zumindest digital erinnert werden.

Kosten einer Sozialbestattung

Wie viel kostet eine Sozialbestattung?

Die Kosten einer Sozialbestattung, die für die zuständige Gemeinde oder Stadt anfallen, können einige Tausend Euro betragen. In Wien kostet eine Sozialbestattung der Stadt 2.940 Euro, über ein Jahr fallen für die etwa 800 Bestattungen dadurch Kosten von ca. 2,5 Mio. Euro an.

Welche Kosten werden übernommen?

Wenn die Kosten für eine Bestattung nicht von den Hinterbliebenen bezahlt werden können, übernimmt die Gemeinde die Ausrichtung der Bestattung. Dabei wird eine Sozialbestattung immer auf das Notwendigste reduziert. Dazu zählen erforderliche Kosten wie:

Keinen Zuschuss gibt es in Österreich für die weiteren Bestattungskosten wie dauerhafte Grabpflege, Kondolenzanzeigen oder auch den Leichenschmaus.

Diese Kosten sind von den Hinterbliebenen selbst zu tragen. Beachten Sie bitte auch, dass sich diese Leistungen von Bundesland zu Bundesland unterscheiden können, was auf die jeweiligen Bestattungsgesetze der Bundesländer zurückzuführen ist.

Gibt es eine Einkommensgrenze für eine Sozialbestattung?

Nein, denn es kann auch vorkommen, dass Menschen mit einem größeren Vermögen im Rahmen einer Sozialbestattung beigesetzt werden. Dann nämlich, wenn keine Angehörigen auffindbar sind, die eine Bestattung beauftragen. Die Gemeinde holt sich in solchen Fällen die Kosten für die Sozialbestattung aus dem Nachlass zurück.

Wo kann man eine Sozialbestattung beantragen?

In den Bestattungsgesetzen der Bundesländer ist geregelt, was passiert, wenn die Angehörigen nicht in der Lage sind eine Bestattung zu beauftragen. Eine Übersicht der zuständigen Stellen, findet Sie untenstehend. Wenn Sie einen Antrag auf eine Sozialbestattung stellen wollen, können Sie sich an folgende Stellen wenden.

BUNDESLANDZUSTÄNDIGE STELLE
WienMA 15 - Gesundheitsdienst der Stadt Wien
NiederösterreichDie Gemeinde, in der der Todesfall eingetreten ist
BurgenlandDie Gemeinde, in der die/der Verstorbene zuletzt den Hauptwohnsitz hatte
KärntenDie Gemeinde, in der die/der Verstorbene zuletzt den Hauptwohnsitz hatte
OberösterreichDie Gemeinde, in der der Todesfall eingetreten ist
SalzburgDie Gemeinde, in der der Todesfall eingetreten ist
TirolDie Gemeinde, in der der Todesfall eingetreten ist
VorarlbergDie Gemeinde, in der der Todesfall eingetreten ist
SteiermarkDie Gemeinde, in der der Todesfall eingetreten ist

Bestattungsvorsorge: Entlasten der Angehörigen

Mit einer Bestattungsvorsorge können Sie im Trauerfall eine wertvolle Entlastung für Ihre Angehörigen schaffen. Sie besteht aus dem inhaltlichen Vorsorgevertrag mit einem Bestatter, sowie der finanziellen Absicherung wie etwa einer Sterbegeldversicherung oder der Einmaleinlage in ein Treuhandkonto.

Bei der Bestattungsvorsorge sorgen Sie schon zu Lebzeiten vor und können so den Hinterbliebenen eine große Last abnehmen. Besonders, wenn diese nur wenige finanzielle Mittel zu Verfügung haben, können Sie mithilfe einer Vorsorge Ihre eigene Bestattung schon im Vorhinein planen und finanzieren.

So können Sie selbst bestimmen, welche Leistungen, wie zum Beispiel die Bestattungsart Sie gerne in Anspruch nehmen möchten. Auch die Summe mit der Sie vorsorgen möchten, kann frei von Ihnen gewählt werden.

Mit unserem Bestattungskostenrechner planen Sie Ihre individuelle Wunschbestattung jetzt unverbindlich von Zuhause:

Wer zahlt in Österreich die Beerdigung, wenn kein Geld da ist?

Haben Sie nicht genügend finanzielle Mittel um selbst für die Bestattung einer/eines Angehörigen aufzukommen, besteht die Möglichkeit eines Sozialbegräbnisses. Bei einer solchen Sozialbestattung werden die Bestattungskosten von Stadt oder Gemeinde übernommen. Dies ist der Fall, wenn die Angehörigen nicht für die Kosten aufkommen können oder keine Angehörigen der Verstorbenen ermittelt werden können. Wo Sie eine solche Bestattung beantragen können und welche Alternativen es gibt, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Wer muss in Österreich ein Begräbnis bezahlen?

In Österreich gilt die sogenannte Bestattungspflicht. Diese liegt in der Regel bei den nächsten Angehörigen, welche für die Bestattung aufkommen müssen. Sollten die nächsten Angehörigen nicht auch die testamentarischen Erben sein, geht die Bestattungspflicht an ebendiese testamentarischen Erben über.

Gibt es Alternativen zu einer Sozialbestattung?

Bei einer Sozialbestattung werden die Bestattungskosten von Stadt oder Gemeinde übernommen. In diesem Fall haben die Angehörigen beim Ablauf der Bestattung jedoch kein Mitspracherecht. Es gibt dazu zwar keine Alternativen, bei denen Ihnen die gesamten Kosten abgenommen werden, allerdings besteht die Möglichkeit, Kosten einzusparen oder eine für Sie geeignete Finanzierungsform zu finden. Gerne beraten wir Sie dazu und helfen Ihnen trotz limitierter finanzieller Mittel eine würdevolle Bestattung zu organisieren.

Quellen

Der Standard-Der Tod kostet in Wien nicht nur das Leben

Die Presse-Sozialbegräbnisse in Wien – Konkurrenz verboten?

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