Überblick

Die Sozialbestattung

Was ist eine Sozialbestattung?

Fotografie eines verwitterten Holzkreuzes

Eine Sozialbestattung (früher auch Armenbestattung genannt) wird durchgeführt, wenn die Kosten einer Beisetzung nicht durch den Nachlass gedeckt werden können und den Angehörigen nur keine finanziellen Mittel zur Verfügung stehen. In diesem Fall werden die Kosten vom Land oder der Gemeinde übernommen. Sollte die/der Verstorbene keine Angehörigen haben, oder diese nicht ermittelt werden können, kommt es ebenfalls zu einer Sozialbestattung durch die zuständige Gemeinde oder Stadt. Eine Sozialbestattung kann nur von jemandem beantragt werden, der aufgrund der Bestattungspflicht, die in der Regel bei den nächsten Angehörigen liegt, für die Bestattung aufkommen muss. Sollten die nächsten Angehörigen nicht auch die testamentarischen Erben sein, geht die Bestattungspflicht an ebendiese testamentarischen Erben über.

Sie müssen eine Bestattung organisieren?

Wir helfen Ihnen dabei!

Allein in Wien finden jährlich zwischen 800 bis 900 Armenbegräbnisse statt. Österreichweit liegt diese Zahl bei knapp 1.500. Dies erscheint auf den ersten Blick durchaus niedrig, allerdings ist die Zahl der Sozialbestattungen in den letzten Jahren stetig angestiegen.

Ablauf einer Sozialbestattung

Wie läuft eine Sozialbestattung ab?

Bei einer Sozialbestattung werden die Verstorbenen ebenfalls einem Bestattungsunternehmen übergeben. Dieses kümmert sich um die nächsten Schritte, zum Beispiel hygienische Versorgung.  In der Regel findet eine Feuerbestattung statt, da dies die günstigste Variante darstellt. Sollte die/der Verstorbene sich bereits zu Lebzeiten  auf eine bestimmte Bestattungsart festgelegt haben und dies auch schriftlich festgehalten wurde, wird dies nach Möglichkeit berücksichtigt, solange es den finanziellen Rahmen nicht sprengt. Erdbestattungen sind so beispielsweise ebenso möglich wie Seebestattungen.

Die Beisetzung selbst wird sehr schlicht gehalten. In vielen Gemeinden und Städten besteht auch ein akuter Sparzwang, wodurch Sozialbestattungen mitunter sehr karg wirken können. Die Dienstleistungen beschränken sich generell auf ein Mindestmaß.

Vor- und Nachteile einer Sozialbestattung

Was sind die Vorteile und Nachteile einer Sozialbestattung?

Der Vorteil einer Sozialbestattung ist offensichtlich: Eine verstorbene Person gerät nicht gänzlich in Vergessenheit. Es wird zumindest ein gewisses Maß an Würde und Pietät gewahrt, indem die Gemeinde oder Stadt die Kosten einer Bestattung übernimmt. Dies ist vor allem für die Angehörigen eine Erleichterung, falls sich diese in einer finanziellen Notlage befinden.

Die Nachteile einer Sozialbestattung liegen ebenfalls auf der Hand:Die Beisetzung selbst wird auf das Nötigste reduziert wird. Das bedeutet, dass die Urne oder der Sarg, der Blumenschmuck und die Trauerrede jeweils in der kostengünstigsten Variante ausgeführt werden. Auch die Erinnerung an die Verstorbenen wird lediglich mit Hilfe eines Holzkreuzes, auf dem der Name der verstorbenen Person steht, für zehn Jahre festgehalten.

Vor allem durch den Sparzwang vieler Gemeinden entsteht oft ein nicht angemessener Wettbewerb um niedrige Preise. Denn sobald eine gewisse Anzahl Sozialbegräbnisse in einer Gemeinde oder einer Stadt erreicht wurde, werden die Aufträge ausgeschrieben und an den günstigsten Anbieter vergeben. Das ist zwar nachvollziehbar, kann aber durchaus zu einem gewissen Pietätsverlust führen. Um Verstorbenen ohne Grabmal zu ermöglichen zumindest kleine Spuren zu hinterlassen, bieten manche Portale oder online Datenbanken an, online Profile zu hinterlegen. Somit können Hinterbliebene, Freunde und Bekannte an die verstorbene Person zumindest digital erinnert werden.

Balkendiagramm zur Darstellung der abgehaltenen Sozialbegräbnisse im Zeitraum 2006-2016. Die absoluten Anzahlen bleiben mit etwa 800 Begräbnissen annährend konstant, steigen aber leicht.
Die Anzahl der Sozialbestattungen ist über die Jahre hinweg in etwa konstant (Datenquelle: Addendum)

Kosten einer Sozialbestattung

Wie hoch sind die Kosten einer Sozialbestattung? Welche Kosten werden erstattet?

Die Kosten einer Sozialbestattung werden von der zuständigen Gemeinde oder Stadt übernommen, wenn diese nicht durch den Nachlass gedeckt werden können und den Hinterbliebenen ebenfalls nicht ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Dabei wird eine Sozialbestattung immer auf das Notwendigste reduziert. Dazu zählen erforderliche Kosten wie:

Nicht erstatten werden hingegen eine dauerhafte Grabpflege, Kondolenzanzeigen oder auch der Leichenschmaus. Diese Kosten sind von den Hinterbliebenen selbst zu tragen. Beachten Sie bitte auch, dass sich diese Leistungen auch von Bundesland zu Bundesland unterscheiden können, was auf die jeweiligen Bestattungsgesetze der Bundesländer zurückzuführen ist.

Bewerten Sie diese Seite

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
(auf die Sterne klicken)

13 Bewertungen
Ø 4.46 von 5,00 Sternen

Loading...

Quellen:
derstandard.at (Der Tod kostet in Wien nicht nur das Leben)
help.gv.at (Bestattung)
diepresse.com (Sozialbegräbnisse in Wien – Konkurrenz verboten?)

Siehe auch:
Bestattungsvorsorge – Informieren Sie sich über die unterschiedlichen Möglichkeiten zur Bestattungsvorsorge
Trauerratgeber – Lesen Sie in unserem Ratgeber über Wege, um mit Trauer umzugehen

Rückruf anfordern