Überblick

Ausbildung eines Bestatters

Wie wird man Bestatter?

Fotografie einer verwitterten Engelsstatue

Einem Bestatter fallen wichtige Aufgaben zu. Diese reichen von der Überführung des Leichnams vom Sterbeort, der hygienischen und kosmetischen Aufbereitung eines Leichnams, bis hin zur Organisation einer kirchlichen oder weltlichen Trauerfeier samt Trauerrede und der Beisetzung des Sarges oder der Urne der/des Verstorbenen. Ferner bieten Bestatter den Angehörigen oftmals Hilfestellung bei essentiellen Behördengängen.

Sie müssen eine Bestattung organisieren?

Wir helfen Ihnen dabei!

Den Zugang zum Bestattungsgewerbe erhält nur, wer eine österreichische Befähigungsprüfung abgelegt hat und zudem mindestens zwei Jahre in einem Bestattungsunternehmen tätig war. Außerdem gibt es seit 2011 in Wien die erste Bestatterakademie Österreichs. Diese hat zum Ziel, die Ausbildung der Bestatter zu vereinheitlichen und zu diesem Zweck werden sowohl Aus-, als auch Fortbildungen angeboten. Dadurch soll ein österreichweiter, vergleichbarer Standard garantiert werden.

Tradition und Geschichte

Wie hat sich der Beruf des Bestatters im Lauf der Zeit verändert?

Erste Bestattungsunternehmen lassen sich bereits bis in die Antike zurückverfolgen, als vermögende Bürger die Dienste von Bestattern für eine Feuerbestattung in Anspruch nahmen, um eine aufwändige Beisetzungszeremonie abzuhalten.

Mit Aufkommen des Christentums wurde die Erdbestattung im europäischen Raum eingeführt und die Feuerbestattung wurden aus religiösen Gründen nicht mehr durchgeführt. Erst seit ca. 200 Jahren ist die Feuerbestattung als Alternative wieder erlaubt, vor allem aus hygienischen Gründen.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts ging schließlich das Berufsbild des Bestatters aus einer Mischung der Handwerke des Tischlers, des Gärtners, des Fuhrmanns und des Leichenbitters, der lange Zeit die Todesnachricht überbrachte und zur Beisetzung einlud, hervor. Auch heute noch ist diese Entwicklung bei traditionellen Bestattungen noch anhand des Sarges, den Kränzen und Blumen, dem Leichenwagen, sowie der Trauerzeremonie klar nachzuvollziehen.

Leistungen und Qualitätskriterien

Welche Leistungen sollte ein Bestatter erbringen?

Ein Bestatter erfüllt im Todesfall wichtige Aufgaben für die Angehörigen. Zunächst einmal ist er für die Überführung und hygienische Erstversorgung der/des Verstorbenen zuständig. Daraufhin erfolgt, falls notwendig, die kosmetische Aufbereitung und bei Unfällen die Rekonstruktion des Leichnams. Nachdem die Hinterbliebenen sich für einen Sarg oder eine Urne samt Dekoration entschieden haben, ist der Bestatter für die Einkleidung und Einbettung in einen Sarg zur offenen oder geschlossenen Aufbahrung zuständig.

Sofern die Angehörigen dies wünschen, erledigt ein Bestatter auch diverse Behördengänge, dazu zählen die Kontaktaufnahme mit dem Standesamt um die Sterbeurkunde zu erhalten, die Absprache mit dem Friedhofsträger betreffend der Grabstelle, sowie die Organisation einer christlichen oder weltlichen Trauerfeier an.

Fotografie von grünen Blättern, die sich um einen Baumstamm ranken

Außerdem bieten Bestatter oftmals an, eine Todesanzeige in einer Tageszeitung oder einem Gemeindeblatt zu schalten und einen Trauerbrief, bzw. einen Totenzettel zu drucken. Auch steht der Bestatter in all diesen Angelegenheiten gern beratend zur Seite, sollten die Hinterbliebenen sich dafür entscheiden, alles Organisatorische selbst zu regeln.

Bei der Bestattung selbst sorgt ein Bestatter für die Grablegung oder eine Urnenbeisetzung. Er arrangiert die Schmückung der Räumlichkeiten, in denen die Trauerzeremonie stattfindet, dies kann in einer Kirche, einer Friedhofskapelle oder direkt in den Räumlichkeiten des Bestattungsunternehmens sein. Außerdem organisiert er die Sarg- und Urnenträger und stellt je nach Wunsch ein Kondolenzbuch bereit. Auch die Organisation eines Leichenschmauses wird von manchen Bestattern übernommen.

Ein wichtiges Qualitätskriterium eines Bestatters ist vor allem eine qualifizierte, zuverlässige und individuelle Kundenberatung nach einem Todesfall und auch bei der Bestattungsvorsorge. Außerdem ist die transparente Auflistung aller anfallenden Kosten einer Bestattung ein absolutes Muss. Wie Sie der unten stehenden Abbildung entnehmen können, ist dies in Österreich jedoch bei weitem nicht gängige Praxis. Benu hat es sich daher zum Ziel gesetzt, alle diese Services zu vereinen und garantiert außerdem eine Erreichbarkeit rund um die Uhr um Ihnen bei allen Fragen und Bedürfnissen bestens zur Seite zu stehen.

Balkendiagramm über die Verfügbarkeit von Online Preislisten bei Österreichischen Bestattern. Die überwiegende Mehrheit hat keine Online-Preislisten. Datenquelle ist Addendum.
Verfügbarkeit von Online Preislisten bei Österreichischen Bestattern (Datenquelle: Addendum)

Thanatopraxie

Was ist ein Thanatopraktiker?

Thanatopraktiker sind Bestatter mit einer Zusatzausbildung und als solche auf die optische Aufbereitung und Wiederherstellung eines Leichnams spezialisiert. Nach Abschluss einer kommissionellen Prüfung kann man in Österreich die Berufsberechtigung als thanatopraktisch tätiger Bestatter erlangen.

Thanatopraktiker sorgen unter anderem für die vorübergehende Konservierung bei Überführungen ins Ausland. Wenn zum Beispiel ein Tourist im Urlaub in Österreich stirbt und er zur Beerdigung in seine Heimat überführt werden muss, kann es bis zur tatsächlichen Beerdigung unter Umständen einige Wochen dauern – ein Thanatopraktiker sorgt dann dafür, dass der Leichnam bis dahin konserviert bleibt.

Auch das äußere Erscheinungsbild von beispielsweise Unfallopfern wird von Thanatopraktikern wiederhergestellt. Bei der Trauerbewältigung spielt dies eine große Rolle – den Angehörigen wird durch die Wiederherstellung des äußeren Erscheinungsbildes der Tod begreifbar gemacht.

Kosten eines Bestatters

Welche Kosten fallen bei einem Bestatter an?

Die Kosten eines Bestatters variieren je nach Umfang der gewünschten Bestattung. Der Bestatter kümmert sich um die Abholung und Überführung des Leichnams, die hygienische Erstversorgung, gegebenenfalls um die Kremierung und um alle organisatorischen Aufgaben rund um die Bestattungszeremonie. Je umfangreicher die Bestattung, desto höher sind natürlich auch die Kosten dafür. Ebenso ist die Bestattungsart, je nachdem ob eine Erd-, Feuer-, oder alternative Bestattungsart gewünscht ist, ausschlaggebend für die Kosten.

Beachten Sie bitte auch, dass die Erben der/des Verstorbenen kostentragungspflichtig sind, was bedeutet, dass die Erben die Kosten der Bestattung vollständig übernehmen müssen. Falls dies aus finanziellen Gründen nicht möglich ist, keine Bestattungsvorsorge getroffen wurde und auch der Nachlass nicht ausreichend ist, besteht die Möglichkeit eine Sozialbestattung zu beantragen.

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Quellen:
bestatterakademie.at (Aus- und Weiterbildungen für Bestatter und Bestatterinnen)
bestattungsplanung.de (Ausbildung zum Bestatter)
wikipedia.org (Bestatter)
wikipedia.org (Thanatopraxie)
bestattung-information.de (Bestattungsgeschichte)

Siehe auch:
Bestattungsarten – Welche unterschiedlichen Bestattungsarten gibt es?
Begräbnis – Informationen zu Ablauf und Gestaltungsmöglichkeiten

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