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Kinder bei einer Beerdigung - Sollten Kinder bei einem Begräbnis dabei sein?

Stefan Atz

Verfasst von Stefan Atz

1. Dezember 2021Lesezeit: 6 Minuten

Stefan Atz

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Wenn ein geliebter Mensch im Familien- oder Freundeskreis stirbt, sind Eltern meist verunsichert, ob die Teilnahme von betroffenen Kindern an der Trauerfeier Sinn macht. Viele möchten ihre Kinder vor diesem Erlebnis schützen. Das Sterben ist jedoch ein nicht unwesentlicher Teil des Lebens. Es wird empfohlen, Kinder wegen der Trauerarbeit an der Beerdigung eines Familienmitgliedes oder einer vertrauten Person teilnehmen zu lassen.

Sollten Kinder bei einer Beerdigung dabei sein?

Kinder auf einer Beerdigung – Pro & Contra

Diese Gründe sprechen dafür:

  • Auch Kinder sollten sich von einem Verstorbenen verabschieden dürfen.
  • Nicht dabei zu sein ist ein Versäumnis, welches nie mehr nachgeholt werden kann.
  • Die Teilnahme an einer Bestattung hilft den Kindern dabei, die Endgültigkeit des Todes zu verstehen.
  • Sie erfahren, was mit einem Menschen passiert, nachdem er verstorben ist.
  • Sie können besser begreifen, warum z.B. ihre Eltern in den vergangenen Tagen so traurig waren.
  • Wenn es einem Kind zuviel wird, wendet es sich meistens von selbst ab.

Dagegen spricht:

  • Es gibt zwar keine Altersgrenze bei Beerdigungen - doch Säuglinge und Kleinkinder (bis ca. 4 Jahre) könnten andere Trauergäste stören.
  • Sie können sich oft gar nicht mehr an das Ereignis erinnern und begreifen nicht, was passiert.
  • Möchte ein Kind von sich aus nicht an einer Beerdigung teilnehmen, sollte dieser Wunsch von den Eltern auf jeden Fall respektiert werden.

Psychologische Aspekte

Kinderpsychologen halten es für richtig, Kinder an der Beerdigung eines Familienmitglieds oder einer vertrauten Person teilnehmen zu lassen.

Rituale können zeigen, dass das Sterben zum Leben dazu gehört, so traurig das auch sein mag. Solche Rituale geben Halt und können helfen Veränderungen, im Leben anzunehmen und Schwierigkeiten besser zu bewältigen.

Jedoch für alle Kinder gilt: Jedes Kind ist anders!

Ist ein Kind besonders sensibel bzw. versetzt es das lange Stillsitzen und die Reden bei Trauerfeierlichkeiten in Stress, empfiehlt es sich vielleicht in einem eigenen kleinen Ritual Abschied zu nehmen.

Man könnte etwa, nachdem die Trauergäste die Beerdigungsfeierlichkeiten verlassen haben, gemeinsam noch einmal zum offenen Grab gehen und ein selbst gemaltes Bild oder etwa der Lieblingsblume des bzw. der Verstorbenen Abschied nehmen.

Kinder haben ein Gespür dafür, was sie sich selbst zumuten können. Deshalb sollten sie gefragt werden, ob sie bei einer Aufbahrung Abschied nehmen möchten oder bei der Beerdigung dabei sein wollen. Kinder sollten auf eine Beerdigung vorbereitet werden, indem man ihnen erklärt, wie die Beerdigung abläuft.

Kinder und Trauer

Bei der Trauerbegleitung von Kindern ist es wichtig, über den bzw. die Verstorbene zu sprechen. Dabei geht es nicht darum, ihn zu idealisieren, sondern sich an die schönen gemeinsamen Momente zu erinnern oder an das, was ihn oder sie ausgezeichnet hat. Die Reaktionen auf den Verlust sind altersabhängig:

Erst ab einem Alter von 10, 12 Jahren kann von kindlicher Trauer gesprochen werden. Jetzt können sie auch bewusst und aktiv von einem Verstorbenen Abschied nehmen: Denn das Kind gehört zur Familie und teilt deren Schmerz. Es braucht keine Schonung, sondern authentische Wegbegleiter, die ehrliche Antworten geben.

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Können Kinder psychische Schäden davontragen?

Eine Beerdigung kann für ein Kind eine Extremsituation darstellen, jedoch ist die Teilnahme daran sicher nicht schädlich für ein Kind.

Extremsituationen gehören zum Leben, auch zum Leben von Kindern. Im Gegenteil kann es negative Auswirkungen auf das Kind haben, wenn es davon abgehalten wird das Geschehene zu begreifen und sich von einer geliebten Person zu verabschieden.

Wichtig ist eine gute Vorbereitung des Kindes auf die Begräbnissituation und die ehrliche Beantwortung der eventuell gestellten Fragen. Lesen Sie dazu auch unseren Artikel „Kindern den Tod erklären“.

Es ist wichtig, dem Kind zu erklären, dass es sich beim Begräbnis nur noch um die Hülle des geliebten Menschen handelt. Sonst besteht die Gefahr, dass fürchterliche Ängste entstehen.

Dasselbe gilt bei Formulierungen wie “Er ist für immer eingeschlafen”, hier muss man sehr vorsichtig sein, sonst haben die Kinder womöglich bei jedem abendlichen Einschlafen Angst, nicht mehr aufzuwachen.

Wie bereite ich ein Kind auf eine Beerdigung vor?

Bevor man mit Kindern zu einem Begräbnis geht, sollten sie über den Ablauf aufgeklärt werden, denn die Trauer von Erwachsenen oder die üblicherweise getragene schwarze Kleidung kann vor allem bei kleinen Kindern zu Verunsicherungen führen.

Kinder möchten meistens alles ganz genau wissen. (Wie sieht ein Sarg aus, was ist da drinnen, liegt die verstorbene Person auch weich,…).

Die Eltern sollten sich vor einer Bestattung Zeit nehmen um solche Fragen ehrlich zu beantworten. Es gibt auch gute Bücher die die Eltern dabei unterstützen können.

Falls man erahnt, dass man selbst nicht die Kraft hat um sich während der Bestattung um sein Kind zu kümmern, ist es wichtig eine nahe stehende, vertraute Person zu finden, die während der Zeremonie für das Kind da ist.

Auch wenn es sich das Kind kurz vor der Trauerfeier anders überlegt oder sich währenddessen überfordert fühlt, kann diese Person mit dem Kind die Beerdigung verlassen.

Wie soll sich ein Kind auf einer Beerdigung verhalten?

Oft empfiehlt es sich, Kinder aktiv in die Zeremonie einzubinden.

Beispielsweise kann ein Kind den Blumenkorb halten, aus dem die Trauergäste dann die Blumen nehmen, die ins Grab geworfen werden.

Auch selbst gemalte Bilder, die in den Sarg gelegt werden dürfen, geben dem Kind das Gefühl Teil der Trauerzeremonie zu sein.

Um andere Trauernde nicht zu stören, sollten sich Kinder während der Trauerzeremonie ruhig verhalten oder am Friedhof nicht über die Gräber laufen. Es ist daher sinnvoll dem Kind eine vertraute Person zur Seite zu stellen, die die Zeremonie bei Bedarf mit dem Kind auch vorzeitig verlassen kann.

Kinder trauern anders als Erwachsene. Auch dies muss respektiert werden – und manchmal hilft ein fröhliches Kinderlachen auch anderen Trauernden und spendet vielleicht etwas Trost in einer schwierigen Zeit.

Häufig gestellte Fragen

Heutzutage ist es üblich und akzeptiert, dass Kinder auf einem Begräbnis gepflegte Alltagskleidung tragen dürfen und sich nicht an die strenge "All Black Everything"-Ordnung halten müssen. Dennoch sollte man nach Möglichkeit grelle Farben oder allzu fröhliche Muster und Stickereien vermeiden. Für Jugendliche gilt jedoch der gleiche Dresscode wie für Erwachsene.

Kinder sollten im Vorfeld alle Fragen bezüglich Tod und Sterben stellen dürfen und auch beantwortet bekommen - mögen diese auch noch so eigenartig für Erwachsene erscheinen. Die Vorbereitung sollte derart sein, dass nach der Beisetzung keine Fragen zu den oben genannten Themen mehr offen sind. Kinder sollten unbedingt erfahren, wie die Kleiderordnung bei einer Bestattung aussieht, und warum es sein kann, dass dort viele traurige, weinende Menschen vor Ort sein könnten. Es ist ebenso ratsam, eine Vertrauensperson mit der Betreuung des Kindes zu beauftragen, sollte die emotionale Last für Sie selbst zu hoch sein.

Kinder sollten den Tod „begreifen“ können - sie sollten überlegen, ob sie den Verstorbenen bzw. die Verstorbene nochmals sehen und an der Beerdigung teilnehmen möchten. Gerne können sie auch „aktiv“ Abschied nehmen: malen, einen Brief schreiben, ein Foto von sich auswählen und in den Sarg bzw. das Grab legen. Kinder dürfen ebenso dürfen unbefangen ihre Gefühle ausdrücken, ob Wut, Verzweiflung, Angst. Mehr erfahren Sie in unserem diesbezüglichen Artikel.

Man kann Kinder jeden Alters zu Beerdigungen mitnehmen, solange sie eine Begleitung haben, die nicht selbst zu stark von der Trauer betroffen ist. Dies kann etwa eine FreundIn der Familie sein, die Fragen beantworten und auf die Bedürfnisse des Kindes eingehen kann. Kinder können durchaus mit belastenden Situa­tio­nen umgehen - man muss sie nur lassen.

Außerdem würde niemand einem Erwachsenen raten, nicht auf die Beerdigung eines Familienmitglieds zu gehen, da Beerdigungen Rituale sind, die einen heilsamen Abschluss ermöglichen. Dies spüren auch Kinder – selbst wenn sie es noch nicht in Worte fassen können.

Quellen

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