Den Bestatter selbst aussuchen: Darf man das?

Maria Steinwender

Verfasst von Maria Steinwender

24. September 2021Lesezeit: 5 Minuten

Maria Steinwender

Es ist jemand gestorben. Intuitiv greift man zum Telefon, schaut ins Internet, wer der örtliche Bestatter ist. Dass man sich seinen Bestatter selbst aussuchen kann, unabhängig vom Wohnort, ist den meisten unbekannt.

Welcher Bestatter passt zu mir?

Aus der Gewohnheit heraus würde man dazu neigen, den erstbesten lokalen Bestatter zu wählen. Oder den, den schon die Großeltern ausgesucht haben. Man hat ja keine andere Wahl, oder? Falsch gedacht.Entgegen der weit verbreiteten Annahme, gibt es im Bestattungsgewerbe kein Monopol eines bestimmten Bestatters in einer bestimmten Region.

Freie Bestatterwahl in Österreich

Hierzulande kann man sich den Bestatter selbst und vollkommen frei aussuchen. Woher kommt dann dieser Irrglaube? Weil es bis vor „kurzer Zeit“ tatsächlich nicht so frei wählbar war.

Die sogenannte "Bedarfsprüfung", welche die Anzahl der Bestatter in einem bestimmten Gebiet reglementiert, existiert nicht mehr.

Im Jahr 2002 wurde das Bestattungsgewerbe in Österreich liberalisiert. Seit damals gibt es eine Vielzahl neuer, privater Bestatter. Davor war es Sache der Gemeinden, ob und wie viele Privatbestatter erlaubt waren.Dennoch werden 85 - 90 % aller Bestattungen in Wien von der städtischen Bestattung Wien durchgeführt. Wie kann das sein?

Der Grund dafür ist in historisch gewachsenen "Vermittlungsstrukturen" in Krankenhäusern, Hospizen oder beim Standesamt, wo Sterbefälle zu beurkunden sind, zu suchen. Die dortigen Mitarbeiter schicken jeden meist direkt zur Bestattung Wien, ohne gänzlich auf die Möglichkeit des Aufsuchens eines privaten Bestatters in Wien hinzuweisen. Solche Empfehlungen sind unzulässig. So etwas wie „Hausbestatter“ oder „Vertragsbestatter“ gibt es nicht.

Sie als Angehörige sind vollkommen frei in der Wahl des Bestattungsunternehmens Ihres Vertrauens. Überführung, Versorgung und Einsargung der verstorbenen Person, die Erledigung aller behördlichen Formalitäten sowie die Organisation und Ausgestaltung Ihrer individuellen Trauerzeremonie können Sie jedem von Ihnen gewünschten Bestatter übergeben.

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Bestatten mit Herz: Benu macht's möglich!

Tipp für den Ernstfall: Wenn im Todesfall ein bestimmter Bestatter beauftragt werden soll, lohnt es sich, dies bereits vorab im Hospiz oder Spital bekanntzugeben.

Man ist also nicht zwangsläufig einem bestimmten Bestattungsunternehmen „ausgeliefert“, sondern kann den Bestatter frei wählen, mehrere Angebote miteinander vergleichen und sich schließlich für den Bestatter des Vertrauens entscheiden. Auch im Trauerfall ist ein Preisvergleich keine Schande.

Man kann sich seinen Bestatter nicht frei aussuchen, und den Friedhof ebenso wenig?

Dies ist schlicht und ergreifend falsch. Jeder kann sich seinen bevorzugten Bestatter selbst aussuchen, ebenso den Friedhof für das Begräbnis. In Österreich hat jeder oder jede den gesetzlichen Anspruch auf einen Friedhofsplatz in derselben Stadt, in welcher man vor dem Tod gemeldet war.

Wer jedoch lieber in einer anderen Stadt oder Gemeinde bestattet werden möchte, kann dies genauso veranlassen. Genaue Informationen zur Verfügbarkeit von Gräbern für Auswärtige lassen sich am besten bei der örtlichen Friedhofsverwaltung erfragen.

Wir bei Benu helfen Ihnen gerne jederzeit bei Fragen dieser Art. Denn meist sind die Gebührensatzungen der jeweiligen Friedhöfe umständlich beschrieben und schwer verständlich. Zudem können die für den Friedhof anfallenden Kosten stark variieren. Unsere Bestattungsexperten stehen Ihnen jederzeit telefonisch oder per Mail zur Verfügung, falls Sie zum Thema Friedhofswahl und Bestattungskosten eine unverbindliche Auskunft benötigen.

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Bestattungsvorsorge - Wie funktioniert die Berechnung?

5 wichtige Fragen beantworten, Geburtsjahr eingeben, Angebot erhalten

Wie finde ich den richtigen Bestatter bzw. wie kann ich bei einer Bestattung Kosten sparen?

Gerade bei Bestattungen gilt oft: Wer billig kauft, zahlt drauf. Was jedoch ebenso feststeht: Manche Bestatter sind dennoch deutlich günstiger als andere.

Wenn Sie im Vorfeld einer Bestattung grundlegende Entscheidungen treffen, sparen Sie direkt bares Geld.

Die Wahl der Bestattungsart

Wenn eine Erdbestattung nicht das Nonplusultra darstellt, entscheiden Sie sich besser für eine Feuerbestattung. Die traditionelle Erdbestattung ist im Vergleich die teuerste Form der Bestattung, während die klassische Einäscherung mit anschließender Urnenaufbewahrung zu Hause die billigste Bestattungsart darstellt.

Dafür sprechen zahlreiche Gründe:

  • Friedhofsgebühren fallen geringer aus
  • Grabpflege und Kosten für den Steinmetz entfallen
  • Billigere Sargmodelle können gewählt werden

Bestattungskosten

Folgende Kosten entstehen bei einer Bestattung

Bei einer Bestattung muss man mit vier fixen Kostenpunkten rechnen:

  1. Bestatterleistungen

Dies umfasst Abholung, Versorgung, Einkleidung, Aufbahrung, Begräbnisdurchführung und administrative Aufgaben.

Je nach Region und Bestattungsart sollte man hier mit ab 1.490€ für eine Feuerbestattung bzw. 5.000€ für eine Erdbestattung rechnen.

Wie kann die Summe für die Erdbestattung so hoch sein? Dies liegt daran, dass der Bestatter die Kosten für Grabstein und Steinmetzarbeiten einbehält.

  1. Friedhofsgebühren

Ganz gleich, ob es sich um eine Erd- oder Feuerbestattung handelt – Friedhofsgebühren sind in jedem Fall zu entrichten. Die Beträge dafür variieren stark und liegen je nach gewähltem Beisetzungsort zwischen 500 und 1000€.

  1. Grabstellen-Kosten

Eben genannte Kosten gilt es nicht zu verwechseln mit den Kosten für eine Grabstelle, die sich auf etwa 500€ (für ein Urnengrab) und 2.000€ (für ein Erdgrab) belaufen. Bei einem Erdgrab ist meist alle zehn Jahre die Grabnutzungsgebühr zu entrichten. Bei Feuerbestattungsarten – wie etwa Baumbestattung, Donaubestattung, Urnenbeisetzung – ist dieser Kostenpunkt nur einmalig zu bezahlen.

  1. Auslagen

Sterbeurkunde, Totenbeschauarzt oder Prosekturgebühren im Spital – diese Kosten, die ein Bestatter direkt weiterverrechnet, sind unerlässlich.

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Ein gutes Angebot sollte immer einen Komplettpreis enthalten. Alle Beerdigungskosten sollten darin angeführt und abgedeckt sein. Wenn dies nicht der Fall ist, kann Ihnen die vermeintlich „billigste Bestattung“ teuer zu stehen kommen.

Keine verdeckten Kosten! Planen Sie Ihre Wunschbestattung.

Es lohnt sich, für diesen Fall eine Bestattungsvorsorge abzuschließen, in welcher man alle Kosten und Wünsche bereits zu Lebzeiten festhält.

Der Klassiker: Sterbegeldversicherung mit dem Wiener Verein

Die klassische Möglichkeit, vorzusorgen, ist die sogenannte Sterbegeldversicherung. Für unseren offiziellen Kooperationspartner Wiener Verein beraten wir Sie ausführlich und schließen danach eine solche Versicherung mit Ihnen ab, falls Sie sich dazu entscheiden. Benu ist offizieller Partner vom Wiener Verein.

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Wie funktioniert eine Sterbegeldversicherung? Diese greift im Sterbefall und übernimmt alle anfallenden Kosten bis hin zu einer im Vorfeld festgelegten Deckungssumme. Die Kosten sind unabhängig davon, wo Sie die Versicherung abschließen, und berechnet sich nach Ihrem Alter, Ihrem Geschlecht und Ihrer gewünschten Deckungssumme.

Der Vorteil einer derartigen Versicherung ist, dass diese wirkungsvoll wird, sobald sie in Kraft ist. Außerdem sind weltweite Überführungen davon abgedeckt.

Der Nachteil ist, dass ein höherer Betrag eingezahlt wird als notwendig, und dennoch unvorhergesehene Gebühren anfallen.

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Unsere moderne Alternative: Bestattungsvorsorge & Treuhandkonto mit Benu

Wenn die eben genannte Form der Versicherung nichts für Sie ist und Sie dennoch Ihre Wunschbestattung absichern möchten, haben wir die perfekte Lösung für Sie! Und zwar in Form des Benu Treuhandkontos. Dies ist die kostengünstige Möglichkeit, finanziell und organisatorisch vorzusorgen.

Wie werden dabei die Kosten berechnet? Es werden die in Ihrem Wohnort anfallenden Bestattungskosten herangezogen und der Betrag auf ein eigens, nur für diesen Zweck eingerichtetes und verwaltetes Konto eingezahlt.

Der Treuhänder BDO verwaltet gemeinsam mit der Ersten Bank Ihr Geld. Die Einzahlung kann einmalig oder auf Raten geschehen.

Der klare Vorteil dieser Form der Vorsorge: Ihre Lieben werden finanziell und organisatorisch entlastet.
Das Begräbnis ist in seiner Form bereits geplant, die Kosten sind gedeckt; zusätzlich dazu werden etwaige Versicherungsgebühren eingespart. Lediglich der Beitrag für das Begräbnis an sich ist zu zahlen, sowie eine einmalige Gebühr von 99€ für die Einrichtung des Treuhandkontos.


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Kann ich eine Bestattung auch ohne Bestatter durchführen?

Viele Menschen sind trotz allem oft unglücklich mit der Wahl des Bestatters und wollen eine Bestattung selbst organisieren. Wer eine Bestattung vorbereitet, muss sich nicht an einen Bestatter wenden, solange er die Vorgaben des Bestattungsrechtes in Österreich einhält.

Bei der Planung einer Bestattung ohne Bestatter gibt es einige Dinge, die man ohne ein Bestattungsinstitut selbst organisieren kann. Ein Beerdigungsinstitut unterstützt die Angehörigen in den Nachlass- und Bestattungsangelegenheiten – es spricht jedoch nichts dagegen, eine Bestattung auch ohne einen Bestatter zu organisieren.

Mit der Hilfe eines Bestattungsunternehmens kann man die teils aufwändige Organisation jedoch in professionelle Hände abgeben* und hat so mehr Zeit zum Trauern und für den Abschied.

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Warum Sie um einen Bestatter dennoch nicht herumkommen

Theoretisch könnte man auch heute noch fast die gesamte Bestattung selbst durchführen, ohne dass dazu ein Bestatter herangezogen werden muss. Die Betonung liegt hier auf dem Konjunktiv: Die einzigen Aspekte einer Beerdigung, bei denen die Beauftragung eines Bestatters wirklich erforderlich werden könnte, sind die Aufbewahrung und der Transport des Leichnams.

Diese Punkte unterliegen gesetzlichen Abläufen, welche keinesfalls missachtet werden dürfen.Verstorbene dürfen per Gesetz nur in einen ausgekleideten Sarg gebettet in einem dafür gekennzeichneten Bestattungswagen befördert werden. Soll heißen, dass es sich an diesem Punkt nicht vermeiden lässt, einen Bestatter zu beauftragen. Abgesehen davon steht den Trauernden die Wahl des Bestatters heutzutage ebenso frei, wie die Abwicklung der Bestattung in Eigenregie.

Sollte der Todesfall in den eigenen vier Wänden des Verstorbenen eingetreten sein, gestaltet sich der Ablauf einer Beerdigung ohne Bestattungsunternehmen folgendermaßen: Laut Gesetz darf der oder die Tote bis zu 36 Stunden am Sterbeort belassen werden, sodass die Angehörigen genügend Zeit haben, organisatorische Maßnahmen hinsichtlich der Beerdigung zu ergreifen.

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Selbstständiger Transport der Urne bei einer Feuerbestattung?

Wenn man sich entschieden hat, den oder die Verstorbene:n einäschern zu lassen – auch hier kommt man an einem gewissen Punkt nicht um das Engagement eines Bestatters herum.Das Gesetz gibt vor, dass auch hier Angehörige bei einer Feuerbestattung die Urne nicht selbsttätig zum Beisetzungsort transportieren dürfen. Hinzu kommt, dass die Urne aus gesetzlichen Gründen nicht den Angehörigen übergeben wird.

Die Trauerfeier selbst organisieren: Checkliste

Eine Beerdigung oder Bestattung eigenständig zu planen ist zeit- und nervenaufwändig. Ein Bestattungsunternehmen zu beauftragen, macht also durchaus Sinn. Wenn man dennoch lieber die Trauerfeier allein organisieren will, finden Sie hier eine kleine organisatorische Checkliste für die Bestattungsplanung:

  • Falls der Tod in der eigenen Wohnung eingetreten ist: (Totenbeschau-)Arzt benachrichtigen
  • Sterbefall beim Standesamt melden und Sterbeurkunde beantragen
  • Grabstelle aussuchen und Erdaushub festlegen
  • Termin für die Trauerfeier bei Stadt oder Kirche festlegen
  • Mit Pfarrer den Bestattungsritus gestalten
  • Ggf. Trauerredner kontaktieren
  • Sarg aussuchen
  • Den Verstorbenen bzw. die Verstorbene waschen, einkleiden und überführen (Hierfür benötigen Sie einen Bestatter bzw. dessen Bestattungskraftwagen)
  • Kirchenmusik bzw. musikalische Untermalung für die Trauerfeier auswählen
  • Gewählte Örtlichkeit für die Trauerfeier schmücken
  • Sargträger bestellen (Freunde fragen)
  • Trauerkränze in Auftrag geben (können auch selbst angefertigt werden)
  • Trauerbriefe und Danksagungen ordern (alternativ: selbst gestalten und versenden)
  • Traueranzeige für die Zeitung gestalten und einreichen
  • Leichenschmaus in einem Restaurant bestellen oder für zuhause planen
  • Wenn Kremation gewünscht ist: die Einäscherung im Krematorium beantragen, die Überführung (mit Bestattungskraftwagen) und die Urnenbeisetzung beauftragen

Häufig gestellte Fragen

Ja. In Österreich herrscht freie Bestatterwahl. Sie sind keineswegs an die örtliche Bestattung gebunden oder an Empfehlungen aus Pflegeheimen oder Krankenhäusern – suchen Sie sich den Bestatter, der Ihnen am besten zusagt.

Gerne können Sie auch den Friedhof frei wählen. Einen gesetzlichen Anspruch auf ein Grab besteht jedoch lediglich in der Stadt oder Gemeinde, in welcher man vor dem Tod gemeldet war. In einem Friedhof dürfen somit auch „Auswärtige“ beerdigt werden. Beachten Sie jedoch, dass sich die Gebühren von Friedhof zu Friedhof unterscheiden.

Auch dies können Sie gerne selbst erledigen – dennoch brauchen Sie für die Überführung der oder des Verstorbenen eigens auf einen Bestatter zugelassene Fahrzeuge (Bestattungskraftwagen), der Transport darf nicht in einem handelsüblichen PKW erfolgen. Dies gilt auch für die Aushändigung und den Transport der Asche von Verstorbenen.

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