24h für Sie da 0800 88 44 04

Tod im Christentum

Was bedeutet der Tod im Christentum?

Fotografie einer verwitterten Engelsstatue

Im Christentum ist der Tod das endgültige Ende des irdischen Lebens. Durch den Glauben an die Auferstehung nach dem Tod, stellt dieser eine Rückkehr des Menschen zu Gott dar, wo er seine Heimat für die Ewigkeit findet. Der Ursprung dieser Ansicht ist auf den Glauben zurückzuführen, dass Jesus Christus für unsere Sünden gestorben und am dritten Tag nach seinem Tod auferstanden ist. Ursprünglich unterschied das Christentum stark zwischen Himmel und Hölle. Die Ansicht, dass Ungläubige zu Qualen in der Hölle verdammt sind, bis sie von ihren Sünden reingewaschen wurden, gilt in den meisten christlichen Konfessionen jedoch als veraltet. 

Sie suchen einen Bestatter in Ihrer Region?

Benu ist österreichweit tätig – erstellen Sie kostenlos und unverbindlich einen Kostenvoranschlag!

Sterbebegleitung – Rituale und Bräuche

Welche Rituale und Bräuche gibt es bei einer christlichen Sterbebegleitung?

Bereits während sich eine Christin/ein Christ noch in der Phase des Übergangs vom Leben in den Tod befindet, gibt es einige gottesdienstliche Rituale und Bräuche.

Dazu zählt der Empfang letzter Sakramente wie der Krankensalbung, die früher auch als letzte Ölung bekannt war, um die sterbende Person in ihrer/seiner schweren Situation zu unterstützen. Auch die Eucharistie (Abendmahl), kann im Zuge einer Krankenkommunionerhalten werden. Die Krankenkommunion ist speziell für Gläubige, die nicht mehr an heiligen Messen teilnehmen können.

Des weiteren werden Sterbegebete vor und nach dem Verscheiden am Sterbebett gesungen und gesprochen. Außerdem ist es katholischer Brauch, Zeichen des Glaubens wie Weihwasser, ein Kreuz und Kerzen aufzustellen. Diese Symbole für den christlichen Glauben sind ebenfalls im Rahmen der Beisetzung ein wesentlicher Bestandteil, da sie eine Christin/einen Christen normalerweise ein ganzes Leben lang begleiten.

Unmittelbar nach dem Tod

Was geschieht im christlichen Glauben unmittelbar nach dem Tod?

Unmittelbar nach Eintreten des Todes ist es im Christentum üblich, dass sich die Angehörigen entweder im privaten Kreis oder mit einem Priester von der/dem Verstorbenen verabschieden. Das Waschen der Toten durch Angehörige, Nachbarn oder sogenannte Totenfrauen war früher weit verbreitet, jedoch wird dieser sehr persönliche letzte Dienst heutzutage in der Regel von Bestattern übernommen.

Außerdem werden die nächsten Verwandten normalerweise mündlich über den Tod informiert. Freunde und Bekannte erfahren durch persönliche Verständigung, einen Partezettel oder mit Hilfe einer Todesanzeige vom Tod der/des Verstorbenen.

Trauern

Wie verläuft die Trauer im Christentum?

Im Christentum wird Trauern als etwas Privates empfunden. Im Gegensatz zu vielen anderen Religionen wird der Schmerz nach Möglichkeit nicht in der Öffentlichkeit gezeigt. Im christlichen Wertesystem wird der Tod selten öffentlich thematisiert.

Fotografie eines rosa Blumenstraußes mit weißen Kreuzen im Hintergrund

In vielen – meist ländlichen – Regionen ist es auch heutzutage noch üblich, sich bis zu sechs Wochen nach dem Verlust einer geliebten Person in schwarz zu kleiden. Nach diesen sechs Wochen findet ein Andachtsgottesdienst statt, der im Zeichen der/des Verstorbenen steht.

Beileidsbekundungen von Freunden und Bekannten werden oftmals in Form von Kondolenzkarten, der Teilnahme an der Totenwache oder der Beerdigung, erbracht. In katholischen Pfarrgemeinden ist es ebenso üblich, kurz vor der Beerdigung einen Rosenkranz für die Verstorbenen zu beten.

Begräbnis und Verabschiedung

Wie läuft ein christliches Begräbnis ab? Wie verabschieden sich Christen von ihren Toten?

Ein wichtiger Aspekt der christlichen Bestattung ist die Aussegnung, die eine Art Verabschiedung ist, bei der die/der Verstorbene noch einmal gesegnet wird. Heutzutage ist die Aussegnung oftmals zeitlich entkoppelt und findet nicht mehr zwingend vor der Aufbahrung der/des Verstorbenen statt, die einen weiteren relevanten Teil des Abschiednehmens darstellt.

Es besteht die Möglichkeit einer offenen und einer geschlossenen Aufbahrung. Bei einer offenen Aufbahrung kann die verstorbene Person angesehen und berührt werden. Bei einer geschlossenen Aufbahrung, die weitaus verbreiteter ist, wird der verschlossene Sarg ausgestellt. Normalerweise findet die Aufbahrung in einer Trauerhalle statt, es besteht aber außerdem die Möglichkeit sie auch zu Hause durchzuführen, um in Ruhe und vertrauter Umgebung Abschied nehmen zu können. Auch bieten einige Bestatter Räumlichkeiten für eine Aufbahrung an.

Fotografie eines Blumenbuketts aus hellrosa Rosen

Ein christliches Begräbnis verläuft seit Jahrhunderten ähnlich. Jedes christliche Begräbnis ist immer zugleich auch ein Gottesdienst. Dieser Trauergottesdienst, an dem normalerweise Verwandte, Freunde und Bekannte teilnehmen, wird oft auch als Totenwache bezeichnet, bei der unter anderem ein Glaubensbekenntnis sowie Gebete für die verstorbene Person gesprochen werden, um sie/ihn auf dem letzten Weg zu begleiten. Dieser Gottesdienst findet in der Regel in einer Kirche statt. Die Verkündung der Auferstehung nimmt in der Trauerfeier einen zentralen Platz ein, da Christen daran glauben, dass die Verstorbenen nach dem Tod in das Himmelreich Gottes auffahren.

Der Sarg wird oftmals mit Weihwasser bespritzt, zum einen als eine Form des Abschieds, aber zum anderen auch um zu symbolisieren, dass die/der Tote durch die Taufe mit Christus zum ewigen Leben kommt. Dies ist zugleich einer der wenigen Unterschiede zwischen einer katholischen und einer evangelischen Bestattung, da nur bei einer katholischen Beerdigung Weihwasser benutzt wird. Allgemein sind sich eine katholische und eine evangelische Bestattung jedoch sehr ähnlich und unterscheiden sich meistens nur durch teilweise unterschiedliche Lieder und Gebete. Hauptsächlich sind Bestattungen durch die Wünsche der Angehörigen oder der/des Verstorbenen selbst geprägt, woraus Unterschiede resultieren können.

Anschließend an den Gottesdienst werden, entweder noch in der Kirche oder am Grab, Trauerreden gehalten. Dies geschieht meist durch einen geistlichen Vertreter. Alle Teilnehmerinnen/Teilnehmer der Prozedur begeben sich gemeinsam an die Grabstelle. Nach der Grabrede wird mit Weihrauch verdeutlicht, dass der Leib der/des Verstorbenen ein Tempel Gottes war. Angehörige und Freunde Spenden in der Regel Kränze und Blumen.

Fotografie eines verwitterten Steinkreuzes auf einer Bergwiese vor blauem Himmel

Zum Zeichen, dass der Mensch aus der Erde kommt und zur Erde zurückkehrt erfolgt der sogenannte Erdwurf, mit den Worten „Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub“ wird dreimal Erde auf den Sarg geworfen. Dies ist ein Symbol der Barmherzigkeit und eine Andeutung, dass die/der Verstorbene zur letzten Ruhe gebettet wird. Außerdem wird ein Kreuz als Zeichen der Hoffnung auf die Auferstehung auf das Grab gesteckt.

Früher war die einzige erlaubte Bestattungsart im Christentum die traditionelle Erdbestattung in einem Sarg, allerdings ist es seit einigen Jahrzehnten ebenso möglich, eine Feuerbestattung durchführen zu lassen und anschließend die Urne in ein Erdgrab abzusenken.

Ein kirchliches Begräbnis wird für alle Christen, egal ob evangelisch oder katholisch, abgehalten. Allerdings gibt es auch für aus der Kirche Ausgetretene die Möglichkeit eines christlichen Begräbnisses, sofern die Angehörigen um den Beistand der Kirche ersuchen. Dies ist eine spezielle Begräbnisform, bei dem das Hauptaugenmerk auf der Begleitung der Trauernden Angehörigen liegt.

Die Grabstelle selbst wird meist mit Blumen, die das ewige Leben symbolisieren sollen, einer Kerze, die in Anlehnung an die Osterkerze steht und einem Kreuz oder Grabstein, verziert. Der wichtigste christliche Feiertag im Gedenken an die Verstorbenen ist Allerseelen (katholisch) – und der evangelische Totensonntag. An diesen Tagen werden in einem Gottesdienst der Toten gedacht und anschließend werden die Gräber der verstorbenen Verwandten und Freunde besucht.

Leichenschmaus

Was ist ein Leichenschmaus?

Nach der Beerdigung wird traditionell zu einem Leichenschmaus (auch Totenmahl) eingeladen, um weitgereiste Trauergäste zu versorgen und allen für die erhaltene Hilfe zu danken. Das Totenmahl soll die sozialen Bindungen festigen und zugleich aufzeigen, dass die Hinterbliebenen nicht alleine gelassen werden. Das gemeinsame Essen findet in Gedenken an den toten Menschen statt.

Bewerten Sie diese Seite

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
(auf die Sterne klicken)

11 Bewertungen
Ø 4,64 von 5,00 Sternen

Loading...

Quellen:
kath-kirche-vorarlberg.at (Bräuche und Riten rund um das Sterben von Christen und Muslimen)
stadtpfarrkirche-graz.at (Der Dienst der katholischen Kirche bei einem Begräbnis)
swp.de (Bestattungs- und Trauerrituale im Christentum) (offline)
tod-und-glaube.de (Die Bestattungskultur des Christentums)
erzdioezese-wien.at (Gibt es ein kirchliches Begräbnis für aus der Kirche Ausgetretene?)

Siehe auch:
Feuer- oder Erdbestattung? – Informieren Sie sich über die Vor- und Nachteile!
Trauerfeier – Wie unterscheiden sich weltliche und christliche Trauerfeiern?

Rückruf anfordern