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Überblick

Definition

Was bedeutet Exhumierung?

Als Exhumierung (auch Exhumation oder Enterdigung genannt) wird die erneute Freilegung eines bereits beerdigten Leichnams aus seinem Grab bezeichnet.

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Kosten einer Exhumierung und Umbettung/Grabzusammenlegung in Österreich

Eine tatsächliche Kosteneinschätzung kann von einem Bestatter erstellt werden. Diese ist u.a. abhängig von:

  • Der Bodenbeschaffenheit
  • Der Liegedauer des Verstorbenen
  • Weiteren Auslagen, wie den jeweiligen Friedhofsgebühren bzw. den Honoraren der Totengräber

Sie benötigen eine Exhumierung?

Gerne stehen wir für die Einholung eines Kostenvoranschlags in Ihrer Gemeinde zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns gerne jederzeit unter 0800 884404 oder mit einer Mail an kontakt@benu.at.

Hier eine Bespielkostendarstellung für eine Exhumierung mit Urnenaufstellung Zuhause:

Exhumierung, Einsargung, Transport und Amtswege ab ca. 1000 Euro
Krematationssarg ab ca. 300 Euro
Einäscherung ab ca. 600 Euro
Urne ab ca. 75 Euro

Zusätzliche Kosten entstehen durch mögliche Verwaltungsgebühren und Ähnliches (z.B. Genehmigung für die Urne Zuhause). Bei einer erneuten Beisetzung des Verstorbenen im Erdgrab sind die Kosten natürlich deutlich höher.

Gründe für die Exhumierung eines Toten

Folgende Gründe liegen meistens für eine Exhumierung vor:

  • Auflösung einer Gruft/Grab: ist der häufigste Grund für eine Exhumierung einer Leiche
  • Umbettung eines Verstorbenen in ein neues Grab
  • Grabzusammenlegung
  • Anfertigung eines Vaterschaftstests/Vaterschaftsfeststellung
  • Obduktion

Allerdings sind die gesetzlichen Bestimmungen, aus welchem Grund eine Exhumierung erfolgen darf, von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich:

Bundesland Gründe für eine Exhumierung
Burgenland, NÖ, OÖ, Salzburg, Tirol, Wien keine direkten Vorgaben
Kärnten Umbettung
Feuerbestattung
andere wichtige Gründe
Steiermark Umbettung
Überführung
Vorarlberg Umbettung
Feststellung der Todesursache
Beisetzung der Aschenreste in einem Sondergrab
andere wichtige Gründe

Wann kann eine Exhumierung durchgeführt werden und wann nicht?

In den meisten Bundesländern kann eine Exhumierung bei Erdgräbern nach Ablauf der Mindestruhezeit von 10 Jahren erfolgen. Davor müssen wichtige Gründe oder eine gerichtliche Anordnung vorliegen.

Die Exhumierung darf nicht erfolgen, wenn eine konkrete Gefahr der Übertragung von Krankheiten besteht.

Bundesland Bewilligung durch... Mindestruhezeit Beauftragung durch...
Burgenland BürgermeisterIn 10 Jahre nahe Angehörige
Kärnten, OÖ BürgermeisterIn Festgelegt in der Friedhofsordnung Jede/r, der ein Interesse glaubhaft machen kann
Gemeinde 10 Jahre Benützungsberechtigte Person des Grabes
Salzburg, Tirol Bezirksverwaltungsbehörde Festgelegt in der Friedhofsordnung Jede/r, der ein Interesse glaubhaft machen kann
Steiermark Gemeinde Festgelegt in der Friedhofsordnung Jede/r, der ein Interesse glaubhaft machen kann
Vorarlberg BürgermeisterIn Festgelegt in der Friedhofsordnung Jede/r, sofern Zustimmung der Angehörigen vorliegt
Wien Bezirksverwaltungsbehörde 6 Monate Jede/r, der ein Interesse glaubhaft machen kann

Ablauf einer Exhumierung und Umbettung bzw. Zusammenlegung in Österreich

Eine Exhumierung läuft wie folgt ab:

  1. Der Antrag für eine Exhumierung wird von derjenigen Person, die die Exhumierung durchführen lassen will, gestellt. (siehe Tabelle oben, wer dazu berechtigt ist und welche Stelle die Bewilligung erteilen kann) Viele Bestatter übernehmen die Antragsstellung auf Wunsch der Angehörigen auch selbst.
  2. Sperrung des Friedhofsbereiches, wo die Exhumierung erfolgen soll
  3. Durchführung der Exhumierung durch einen Totengräber und einen Bestatter. Ein Amtsarzt muss in den meisten Gemeinden anwesend sein, wenn die Bestattung weniger als 10 Jahre zurückliegt bzw. vermutet wird, dass noch organische Stoffe im Grab zu finden sein werden
  4. Meistens Kremierung der sterblichen Überreste
  5. Erneute Bestattung oder Zusammenlegung

Wussten Sie, dass Exhumierungen oftmals aufgrund der möglichen Geruchsentwicklung  erst in den Wintermonaten durchgeführt werden?

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Zeitablauf der Verwesung im Erdgrab

Die Dauer der Verwesung ist u.a. abhängig von der Bodenbeschaffenheit und der Temperatur. In lehmhaltigen Böden dauert die Verwesung oft sehr lange.

Innerhalb weniger Tage nach Todeseintritt Beginn der Auflösung von Weichgewebe, Hohlorganen und Bindegewebe
Nach bis zu 9 Monaten Verflüssigung des Weichgewebes und Entwässerung der Leiche
Nach 9 Monaten bis zu 2 Jahren Körpereigene Bakterien und Pilze zersetzen nach und nach das verbliebene Körpergewebe
Nach 2-5 Jahren Verwesung von Fingernägeln, Haaren und Sehnen
Nach 10-20 Jahren Meist nur noch Knochen vorhanden
Nach 30 Jahren Eventuell noch Schädel- und die Oberschenkelknochen vorhanden
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Quellen:
Dissertation von Mag. Elisabeth Mayer 2010, „der Umgang mit der Leiche“
RIS: Leichen- und Bestattungsgesetze der Länder
Wikipedia
bestattungen.de
bestattungsvergleich.de
bestattung-himmelblau.at
bestattung-nechansky.at
mymoria.de
planet-wissen.de

Siehe auch:
Bestattungsvorsorge – Welche Möglichkeiten gibt es noch zu Lebzeiten?
Sterbehilfe – Welche Formen gibt es und wie ist die Situation in Österreich?

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