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Überblick

Berufsbild des Totengräbers

Wie wird man Totengräber? Wie steht es um den Ruf eines Totengräbers?

Fotografie eines in der Erde steckenden Spatens

Der Beruf des Totengräbers existiert seit es Bestattungen gibt. Im Mittelalter war der Beruf stark negativ behaftet und wurde in kleinen Dörfern nur von Knechten ausgeführt. Auch heute noch ist der Berufsstand geprägt vom Vorurteil eines blässlichen alten Mannes. Doch heutzutage sind Totengräber in der Regel angestellte der Friedhofsverwaltung und ihr Image erlebt derzeit einen verdienten Wandel.

Gesellig und humorvoll

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Viele Totengräber verfügen über ein ausgeprägtes Taktgefühl, da sie inzwischen des Öfteren zur ersten Anlaufstelle im Umgang mit trauernden Angehörigen, die einen geliebten Menschen verloren haben, geworden sind. Auch sind Totengräber, ganz entgegen der allgemeinen Meinung, meist gesellige und humorvolle Menschen, die mitunter auch Ansprechpartner/in vieler Friedhofsbesucher/innen sind.

Der Totengräber ist zu einer Art Bindeglied zwischen Himmel und Erde geworden und der Letzte, der Kontakt mit der/dem Verstorbenen hat. Alle paar Tage – oder bei größeren Friedhöfen täglich – muss ein neuer Sarg unter die Erde gebracht werden. Totengräber, das ist kein Beruf für Schöngeister. Es ist ein anstrengender, kräfteraubender Beruf für Menschen mit stabilem Innenleben. Oft hilft Totengräbern auch nur eine gehörige Portion Humor, um ihre Erlebnisse zu verdauen.

Der Bekanntenkreis reagiert nicht immer positiv

Totengräber müssen auch ein sehr dickes Fell haben, denn oft fällt es anderen Menschen schwer über den Tod zu sprechen, weshalb es vorkommt, dass sie sich von Totengräbern in ihrem Bekanntenkreis abwenden, nur um nicht mit dem Tod konfrontiert zu werden. Andererseits erleben Totengräber auch hautnah manch menschliche Abgründe, wenn beispielsweise die wenig geliebte Schwiegermutter verstirbt und es den Angehörigen nicht schnell genug gehen kann, sie beerdigen zu lassen.

Umso wichtiger ist, dass Totengräber eine positive Lebenseinstellung haben, da ihr Beruf ansonsten unerträglich werden kann. Eine gesunde Einstellung zu Leben und Tod ist also gewissermaßen eine Grundvoraussetzung für eine/einen Totengräber, um ihrer würdevollen und ernsthaften Tätigkeit gerecht zu werden.

Belastbarkeit

Da Totengräber stets mit der Vergänglichkeit des Lebens konfrontiert werden, müssen sie in dieser Hinsicht auch besonders belastbar sein. Speziell das zu Grabe tragen von Kindern ist auch für die Totengräber, die in dieser Hinsicht bereits einiges gewohnt sind, enorm belastend.

Der Berufsstand des Totengräbers ist derzeit noch nicht offiziell anerkannt, allerdings gibt es das Bestreben, eine Vertretung in der Wirtschaftskammer einrichten zu lassen. Es gibt somit bisher auch noch keine einheitliche Ausbildung zum Totengräber und auch keine besonderen Anforderungen an die Anwärterinnen/Anwärter. In der Regel sind Totengräber Angestellte der Friedhofsverwaltung, eines Bestattungsinstituts oder eines Steinmetzbetriebs. Sie sind je nach Region meistens für mehrere Friedhöfe zuständig.

Stark und einfühlsam

Neben der emotionalen Komponente und einem gebührenden Maß an Taktgefühl benötigen Totengräber für die Ausübung ihres Berufs auch ausreichend Muskelkraft. Obwohl es inzwischen Kleinbagger gibt, mit deren Hilfe sich die Gräber ausheben lassen, ist auf vielen Friedhöfen noch Handarbeit in Form von Schaufel und Spitzhacke gefragt. Besonders im Winter, bei gefrorenem Boden, kann das Ausheben der Gräber eine Herausforderung darstellen und ist ohne einen Kompressor kaum machbar.

Zukunft der Totengräber

Für viele Totengräber sind auch die immer häufiger stattfindenden Feuerbestattungen ein Problem, da diese in der Regel deutlich günstiger als die traditionellen Erdbestattungen sind. Aus diesem Grund fällt der Umsatz entsprechend geringer aus. Für den Beruf des Totengräbers gibt es zudem relativ wenige Interessenten, was zu einer Überalterung führt.

Aufgaben des Totengräbers

Was sind die Aufgaben eines Totengräbers?

Zu den Aufgaben eines Totengräbers gehört zum einen der Grabaushub selbst. Die normale Tiefe eines Grabes beträgt 1,60 Meter, bei einem Doppeltiefgrab sind es sogar bis zu 2,80 Meter. Zum anderen umfasst das Betätigungsfeld aber einige weitere Aufgaben:

  • Die Anleitung der Sargträger auf dem Friedhof
  • Die Aufbahrung des Sarges oder der Urne
  • Das Dekorieren der Bestattungshalle mit Grünschmuck und Kerzen
  • Die Grabschließung im Anschluss an die Trauerzeremonie
  • Das Abräumen von Grabstätten, sobald deren Ruhefrist abgelaufen ist
  • Die eventuelle Umbettung eines Sarges/einer Urne im Falle, dass das Grab verlegt wird
Bild einer weißen Rose vor grauem Hintergrund

Diese Aufgaben können jedoch von Friedhof zu Friedhof variieren, da es noch kein einheitliches Berufsbild des Totengräbers gibt. Neben dem Durchführen der Bestattungsarbeiten sind viele Totengräber auch damit beauftragt, den Friedhof in seiner Form als Park zu pflegen und zu gestalten, ähnlich den Aufgaben eines Friedhofsgärtners.

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Quellen:
nachrichten.at (Totengräbers müssen auch Humor haben)
merkur.de (Totengräber-Treffen: Sterben kann auch lustig sein)
wikipedia.org (Totengräber (Beruf)

Siehe auch:
Gräber – Informationen zu Grabarten, Regelungen und Kosten
Bestatter – Alles rund um den Bestatterberuf

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