Totengräber: Alles über den mystischen Beruf

Stefan Atz

Verfasst von Stefan Atz

1. September 2021Lesezeit: 6 Minuten

Stefan Atz

Der Beruf des Totengräbers hat eine lange Tradition. Eine angemessene Beisetzung auf einem Friedhof wäre ohne ihn nicht möglich. Heutzutage kann ein Totengräber jedoch zahlreiche Aufgaben übernehmen, die weit über das Öffnen und Schließen einer Grabstelle hinausgehen.

Berufsbild des Totengräbers

Wie wird man Totengräber? Wie steht es um den Ruf eines Totengräbers?

Der Beruf des Totengräbers existiert, seit es Bestattungen gibt. Im Mittelalter war der Beruf stark negativ behaftet und wurde in kleinen Dörfern nur von Knechten ausgeführt.

Auch heute noch ist der Berufsstand von Vorurteilen geprägt. Doch heutzutage sind Totengräber in der Regel Angestellte der Friedhofsverwaltung und ihr Image erlebt langsam einen verdienten Wandel.

Typische Eigenschaften eines Totengräbers

Gesellig und humorvoll

Viele Totengräber verfügen über ein ausgeprägtes Taktgefühl, da sie des Öfteren zur ersten Anlaufstelle im Umgang mit trauernden Angehörigen, die einen geliebten Menschen verloren haben, geworden sind.

Auch sind Totengräber, ganz entgegen der allgemeinen Meinung, meist gesellige und humorvolle Menschen, die mitunter auch AnsprechpartnerIn vieler FriedhofsbesucherInnen sind.

Der Totengräber ist zu einer Art Bindeglied zwischen Himmel und Erde geworden und der Letzte, der Kontakt mit der bzw. dem Verstorbenen hat. Alle paar Tage – oder bei größeren Friedhöfen täglich – muss ein neuer Sarg unter die Erde gebracht werden. Totengräber, das ist kein Beruf für Schöngeister.

Es ist ein anstrengender, kräfteraubender Beruf für Menschen mit stabilem Innenleben. Wer nachts zu intensiv über das Erlebte grübeln muss, sollte davon absehen.

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Der Bekanntenkreis reagiert nicht immer positiv

Totengräber müssen ein sehr dickes Fell haben - oft fällt es anderen Menschen schwer, über den Tod zu sprechen, weshalb es vorkommt, dass sie sich von Totengräbern in ihrem Bekanntenkreis abwenden, nur um nicht mit dem Tod konfrontiert zu werden.

Zudem erleben Totengräber oft hautnah manch menschliche Abgründe, wenn beispielsweise ein wenig beliebter Mensch innerhalb der Familie verstirbt und es den Angehörigen nicht schnell genug gehen kann, denjenigen oder diejenige beerdigen zu lassen.

Umso wichtiger ist, dass Totengräber eine positive Lebenseinstellung haben, da ihr Beruf ansonsten unerträglich werden kann. Eine gesunde Einstellung zu Leben und Tod ist also gewissermaßen eine Grundvoraussetzung für einen Totengräberin, um dieser würdevollen und ernsthaften Tätigkeit gerecht zu werden.

Belastbarkeit

Da Totengräber stets mit der Vergänglichkeit des Lebens konfrontiert werden, müssen sie in dieser Hinsicht auch besonders belastbar sein. Speziell das zu Grabe tragen von Kindern ist selbst für die Totengräber, die in dieser Hinsicht bereits einiges gewohnt sind, enorm belastend.

Der Berufsstand des Totengräbers ist derzeit noch nicht offiziell anerkannt, allerdings gibt es das Bestreben, eine Vertretung in der Wirtschaftskammer einrichten zu lassen. Es gibt somit bisher auch noch keine einheitliche Ausbildung zum Totengräber und auch keine besonderen Anforderungen an die Anwärter*innen.

In der Regel sind Totengräber Angestellte der Friedhofsverwaltung, eines Bestattungsinstituts oder eines Steinmetzbetriebs. Sie sind je nach Region meistens für mehrere Friedhöfe zuständig.

Fotographie eines frischen Grabes mit Blumenkränzen und Holzkreuz.

Stark und einfühlsam

Neben der emotionalen Komponente und einem gebührenden Maß an Taktgefühl benötigen Totengräber für die Ausübung ihres Berufs auch ausreichend Muskelkraft. Obwohl es inzwischen Kleinbagger gibt, mit deren Hilfe sich die Gräber ausheben lassen, ist auf vielen Friedhöfen noch Handarbeit in Form von Schaufel und Spitzhacke gefragt, weil die Wege zwischen den Gräbern so schmal sind.

Besonders im Winter, bei gefrorenem Boden, kann das Ausheben der Gräber eine Herausforderung darstellen und ist ohne einen Kompressor kaum machbar. In vielen Fällen müssen Gräber auch zusätzlich mit Alupfosten gestützt werden, da diese sonst einstürzen würden.

Totengräber - die positiven Aspekte

Die vorhandenen Vorteile wie soziale Sicherheit, Arbeiten in freier Natur und hohe Kameradschaft und Solidarität bei der schweren körperlichen Tätigkeit, schätzt jeder, der den Beruf ausübt.

Kategorien des Totengräbers

Es gibt in Wien meist zweierlei Kategorien der Totengräber, die der "Helfer", sowie die der "Gehilfen". Erstere sind für das "Eingraben" zuständig, letztere für qualifiziertere Tätigkeiten, wie etwa das "Exhumieren". Die Gehilfen schreiten auch uniformiert jedem "letzten Weg" an der Spitze des Konduktes zum Grab voran. Sie kümmern sich um den Versenkungsapparat und stellen den Sarg darauf. Für alles davor vom Abholen von der Sterbestätte bis zur Aufbahrung sind die Kollegen des jeweiligen Bestattungsunternehmens zuständig. Trinkgelder gelten heute als verpönt - früher war dies jedoch anders.

Wie wird man Totengräber?

Eine Lehre oder Ausbildung zum Totengräber gibt es nicht. Es ist meistens so, dass man durch jemanden, der die Tätigkeit bereits ausübt, zu diesem Beruf kommt.

Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Friedhöfe Wien fangen grundsätzlich als Saisonarbeiterinnen oder Saisonarbeiter an und übernehmen zunächst die Aufgaben eines Friedhofhelfers. Dazu gehört wie bereits, Gräber so umzugraben, dass zu den bereits Beerdigten weitere dazukommen können. Das nennt man im Fachjargon "Beilagen vorbereiten". Nach einiger Zeit kann man zum Friedhofsgehilfen aufsteigen.

Gehalt und Arbeitszeit eines Totengräbers

Totengräber bekommen in Wien Arbeiterlöhne. Eis, Kälte und Hitze gehören zum Berufsalltag. Die Normalarbeitszeit (circa7 bis 15 Uhr) ist moderat.

Zukunft der Totengräber

Für viele Totengräber sind auch die immer häufiger stattfindenden Feuerbestattungen ein Problem, da diese in der Regel deutlich günstiger als die traditionellen Erdbestattungen sind.

Aus diesem Grund fällt der Umsatz entsprechend geringer aus. Für den Beruf des Totengräbers gibt es zudem relativ wenige Interessenten, was zu einer Überalterung führt.

Aufgaben des Totengräbers

Was sind die Aufgaben eines Totengräbers?

Zu den Aufgaben eines Totengräbers gehört zum einen der Grabaushub selbst. Die normale Tiefe eines Grabes beträgt 1,60 Meter, bei einem Doppeltiefgrab sind es sogar bis zu 2,80 Meter. Zum anderen umfasst das Betätigungsfeld aber einige weitere Aufgaben:

  • Die Anleitung der Sargträger auf dem Friedhof
  • Die Aufbahrung des Sarges oder der Urne
  • Das Dekorieren der Bestattungshalle mit Grünschmuck und Kerzen
  • Die Grabschließung im Anschluss an die Trauerzeremonie
  • Das Abräumen von Grabstätten, sobald deren Ruhefrist abgelaufen ist
  • Die eventuelle Umbettung eines Sarges/einer Urne im Falle, dass das Grab verlegt wird

Diese Aufgaben können jedoch von Friedhof zu Friedhof variieren, da es noch kein einheitliches Berufsbild des Totengräbers gibt. Neben dem Durchführen der Bestattungsarbeiten sind viele Totengräber auch damit beauftragt, den Friedhof in seiner Form als Park zu pflegen und zu gestalten, ähnlich den Aufgaben eines Friedhofsgärtners.

Wenn die täglichen Beisetzungstätigkeiten erledigt sind, sind sie oft auch für die Wegerhaltung (Kehren, Schneeräumen, Säuberung der Straßen), den Pflegeschnitt bei verwahrlosten Gräbern und die Pflege der Spalierbegrünung zuständig. Oft fallen darüber hinaus auch diverse Steinmetztätigkeiten in den Aufgabenbereich, bei Baufälligkeit etwa Grabsteine umlegen oder Grabsteinabtragungen bei neuzeitlichen Gräbern.

Die Arbeit am Grab ist Teil der Trauerarbeit

Häufig gestellte Fragen

Die wichtigsten Aufgaben sind Grabaushub, Grabschließung, Einebnung, Umbettung, Exhumierung, Pflege der Grünflächen, Dekorieren der Trauerhalle, Aufstellen von Sarg bzw. Urne, Anleitung der Sargträger, Arrangieren von Blumenschmuck auf dem frischen Grab, Abräumen der verwelkten Kränze und Gestecke.

Es gibt keine direkte Ausbildung. Häufig haben Totengräber eine Ausbildung als Gärtner oder Landschaftsbauer absolviert. Wenn Sie als Totengräber arbeiten möchten, erkundigen Sie sich am besten bei der örtlichen Friedhofsverwaltung oder bei einer Friedhofsgärtnerei nach offenen Stellen, oder Sie fragen jemanden, der bereits als Totengräber arbeitet.

Es ist nicht notwendig, dem Totengräber ein Trinkgeld zu geben. In der Regel haben die Hinterbliebenen auch nicht die Gelegenheit dazu, denn der Totengräber ist während der Beerdigung meist nicht zugegen: Wenn die Trauerfeier beginnt, ist das Grab bereits ausgehoben, und verschlossen wird es erst, wenn alle Trauergäste den Friedhof wieder verlassen haben. Dennoch können Sie dies trotzdem tun, falls es Ihnen ein Anliegen ist.

Quellen

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