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Überblick

Organspende

Was ist eine Organspende? Unterschied zwischen Organspende und Lebendspende?

Zwei Menschen formen mit ihren Händen ein Herz vor einem Sonnenuntergang

Bei einer Organspende werden einer kürzlich verstorbenen Person Organe wie die Niere, die Leber, eine Lunge oder auch das Herz entnommen und im Gegenzug einem schwerkranken Menschen mittels einer Transplantation eingesetzt. Eine Organspende ist immer entweder eine lebensrettende oder die Lebensqualität verbessernde Maßnahme. Ebenso ist eine Lebendspende möglich, bei der in der Regel eine Niere von einer gesunden Person gespendet wird. Meistens sind die Spender Familienangehörige, die einer/einem schwerkranken Angehörigen das benötigte Organ spenden.

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Patientinnen/Patienten, die dringend ein funktionierendes Organ benötigen, werden auf eine Warteliste gesetzt, die Informationen bezüglich Dringlichkeit der Transplantation, Wartezeit, die Blutgruppe etc. enthält. Durch eine nicht gewinnorientierte Organisation, der “Eurotransplant International Foundation“, deren Mitgliedsstaaten Belgien, Deutschland, Kroatien, die Niederlande, Luxemburg, Slowenien und Österreich sind, wird diese Liste überregional verwaltet und die Organspende wird nach festgelegten Kriterien vergeben. Diese Vermittlungskriterien sind für die einzelnen Organe unterschiedlich, im Vordergrund stehen jedoch immer die Erfolgsaussicht, die Dringlichkeitgeographische Zuteilungskriterien sowie die bisherige Wartedauer.

Wie sind die Zahlen in Österreich?

In Österreich ist die Anzahl der Organspenderinnen und Organspender im internationalen Vergleich relativ hoch, dennoch stehen nicht ausreichend Organe für erforderliche Transplantationen zur Verfügung. So wurden im Jahr 2014 österreichweit insgesamt 813 Organtransplantationen durchgeführt, wovon 735 mit den Organen verstorbener Organspenderinnen/Organspender und 77 mit Organen von Lebendspenderinnen/Lebendspendern erfolgten.

Allerdings sterben noch immer Menschen, die sich auf einer Warteliste befinden. Stand Jänner 2015 sind immer noch über 900 Personen auf den Wartelisten für eine Organtransplantation zu finden.

Wie kann ich helfen?

Eine gute Möglichkeit, um mehr schwerkranken Menschen auf der Warteliste zu helfen, ist die Lebendspende, beispielsweise einer Niere. Gesunde Personen vertragen einen solchen Eingriff in der Regel problemlos. Allerdings ist nach der Organspende auch eine medizinische Nachbetreuung des Spenders notwendig, um die Gesundheit und Lebensqualität nicht unnötig zu gefährden.

Organtransplantationen werden in mehreren Bundesländern durchgeführt. Dazu zählen die Universitätskliniken in Graz, Innsbruck, und Wien, sowie das Elisabethinen Krankenhaus in Linz, das jedoch ausschließlich Nierentransplantationen durchführt. Allgemein wird an diesen Standorten die Transplantation von Niere, Lunge, Pankreas und dem Herzen vollzogen. Die Kosten einer Organtransplantation werden in Österreich von den Sozialversicherungsträgern übernommen.

Der Verkauf seiner eigenen Organe ist nicht erlaubt. Es wird die Lebendspende lediglich in der Form einer uneigennützigen Spende akzeptiert.

Voraussetzungen für eine Organentnahme

Was sind die Voraussetzungen für eine Organentnahme?

In Österreich ist die Voraussetzung für eine Organentnahme normalerweise immer gegeben. In Frage kommen prinzipiell alle Verstorbenen, bei denen der irreversible Hirntod festgestellt wurde. Dieser wird von einem unabhängigen Arzt durch eine fixe Abfolge an Untersuchungen festgestellt, darunter unter anderem die Kontrolle von etwaigen motorischen Reaktionen (auf Schmerzreize) und Hirnstammreflexen (Lichtreaktion der Pupillen), sowie die Durchführung einer Elektroenzephalographie (welche eine sogenannte Nullliniezeigen muss). Die Feststellung des Hirntodes steht nicht in Widerspruch zu einer scheinbaren biologischen Lebenstätigkeit. Um die Funktionsfähigkeit der Organe des potentiellen Spenders so lange wie möglich aufrechtzuerhalten, werden die grundlegenden Lebensfunktionen in diesem Stadium nämlich von der Herz-Lungen-Maschine übernommen.

Was ist die Widerspruchslösung?

Durch die sogenannte Widerspruchslösung ist es prinzipiell zulässig, jeder verstorbenen Personen einzelne Organe und Organteile zu entnehmen, wenn dadurch das Leben eines anderen Menschen gerettet oder seine Gesundheit wiederhergestellt werden kann. Auch Altersbeschränkungen existieren nicht. Es ist jedoch möglich, dieser Regelung zu widersprechen, indem die/der Verstorbene vor ihrem/seinen Tod eine Organspende ausdrücklich abgelehnt hat. Diese Ablehnung einer Organentnahme können Sie im österreichischen Widerspruchsregister vermerken lassen. In Österreich herrscht also eine sogenannte Opt-Out-Regelung. Im Nachbarland Deutschland wird beispielsweise die umgekehrte Regelung angewendet, hier muss man sich explizit als Organspender registrieren lassen (Opt-In).

Aus diesem Grund sind alle Krankenanstalten gesetzlich dazu verpflichtet, im Vorfeld einer geplanten Organentnahme eine Abfrage im Widerspruchsregister durchzuführen. Auch ist es in Österreich in der Regel weiterhin üblich, dass die Angehörigen ihre Zustimmung für eine Organentnahme geben, bevor diese durchgeführt wird. Um Missbrauch vorzubeugen und die Sicherheit von Spenderin/Spender und Empfängerin/Empfänger zu gewähren, gilt außerdem das sogenannte Gewinnerzielungsverbot, das besagt, dass Organe, Organteile und Gewebe nicht Gegenstand von Rechtsgeschäften sein dürfen, die auf Gewinn ausgerichtet sind.

Wann ist eine Organtransplantation ausgeschlossen?

Eine Organtransplantation kommt nicht in Frage, falls die/der Verstorbene gewisse System- oder Infektionserkrankungen in sich trägt, die das Leben der Empfängerin/des Empfängers bedrohen. Darunter fallen beispielsweise HIV und bestimmte Krebserkrankungen. Die Erkrankung einzelner Organe ist hingegen unproblematisch und schließt die Transplantation anderer Organe nicht aus. Diese Reglung gilt sowohl bei verstorbenen Spenderinnen/Spendern, als auch für Lebendspenden.

Ablauf einer Organspende

Wie läuft eine Organspende ab?

Bei der Durchführung einer Organspende kommt es in der Regel immer zum gleichen Ablauf. Dabei wird zunächst jede Patientin/jeder Patient mit Verdacht auf Hirntod an Europlant gemeldet. Dazu gehören Name, Geburtsdatum, Blutgruppe, Größe, Gewicht, das Aufnahmelabor, die Medikation und die Anamnese, also die gesundheitliche Vorgeschichte der Verstorbenen/des Verstorbenen. Sollte die/der Verstorbene in Frage kommen, erfolgt eine Abfrage im Widerspruchsregister und ein aufklärendes Gespräch mit den Angehörigen.

Sollte kein Eintrag im Widerspruchsregister vorhanden sein und auch die Angehörigen keine weiteren Einwände haben, kann die Organspende durchgeführt werden.

Vor- und Nachteile einer Lebendspende

Was sind die Vorteile einer Lebendspende? Was sind die Nachteile einer Lebendspende?

Die Vorteile einer Lebendspende sind, dass:

  • die Empfängerin oder der Empfänger die Spenderin/den Spender in der Regel kennt, wodurch lange Wartezeiten überbrückt werden können und somit weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen vermieden werden.
  • die Transplantation eines Organs von einer lebenden Spenderin/einem lebenden Spender meist erfolgreicher ist als die Transplantation eines Organs einer bereits verstorbenen Person.
  • die Operation im Vorfeld gezielt geplant werden kann und nicht ad hoc geschehen muss.
  • auch ein emotionaler Gewinn für Spenderin/Spender und Empfängerin/Empfänger entsteht, da man einen Tiefpunkt des Lebens gemeinsam überstehen kann.

Die Nachteile einer Lebendspende hingegen sind, dass:

  • sich ein gesunder Mensch einer Operation unterziehen muss.
  • immer ein allgemeines Operations- und Narkoserisiko besteht.
  • ärztliche Nachuntersuchungen in regelmäßigen Abständen notwendig sind.
  • diverse Langzeitrisiken entstehen können (wenn beispielsweise durch einen Unfall die eigene Niere versagt und die zweite Niere gespendet wurde).

Die Vorteile einer Leichenspende sind hingegen, dass man auch über seinen Tod hinaus anderen Menschen helfen kann und diesen somit ein glücklicheres, längeres Leben bescheren kann. Auch der ethische und moralische Aspekt, anderen Menschen zu helfen, sofern es möglich ist, spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Als Nachteil einer Leichenspende gilt natürlich der religiöse Aspekt, da in beinahe jeder Religion die Unversehrtheit des Leibes eine wichtige Rolle spielt. Aus diesem Grund verweigern sich viele religiöse Menschen einer Organspende auch nach ihrem Tod.

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Quellen:
bmg.gv.at (Bundesministerium für Gesundheit – Organspende)
transplant.goeg.at (Transplantationsportal der Gesundheit Österreich GmbH)
help.gv.at (Allgemeines über die Organtransplantation in Österreich)
help.gv.at (Widerspruch gegen die Organspende)
help.gv.at (Feststellung des Hirntodes)
netdoktor.at (Organspende)
stiftung-lebendspende.de (Vor- und Nachteile einer Lebendspende)

Siehe auch:
Obduktion – Was geschieht bei einer Obduktion?
Checkliste Todesfall – Was ist zu erledigen?

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