Körperspende: Mein Körper für die Wissenschaft

Lukas Wurzinger

Verfasst von

Lukas Wurzinger

5. August 2021lesezeit: 4 minuten

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Was ist eine Körperspende?

Unter einer Körperspende versteht man, dass man nach Eintritt des Todes seinen Körper zu Lehr- und Forschungszwecken an ein anatomisches Institut „spendet“.

An den anatomischen Instituten dienen die Leichname der Ausbildung zukünftiger Ärztinnen und Ärzte, der ärztlichen Weiterbildung sowie der medizinisch-wissenschaftlichen Forschung. Für die ärztliche Ausbildung ist die Kenntnis der Anatomie, also des inneren Aufbaus des menschlichen Körpers, unverzichtbare Grundlage. Fundierte Anatomiekenntnisse können künftige Ärzt:innen nur durch das systematische Sezieren menschlicher Körperspenden erwerben.

Bei uns finden Sie außerdem alle weiteren relevanten Informationen, die es bei einer Körperspende in Wien zu beachten gibt. Wussten Sie zum Beispiel, dass es in Wien die meisten Körperspenden weltweit gibt?

Voraussetzungen für eine Körperspende

Um seinen Körper der Wissenschaft zu spenden, muss im Vorfeld eine schriftliche Willenserklärung abgegeben werden. Die entsprechenden Anträge und Formulare können online oder postalisch bei den entsprechenden Instituten angefordert werden.

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Spenderausweis und Widerruf

Nachdem eine gültige Willenserklärung abgegeben wurde und je nach Standort ein Unkostenbeitrag entrichtet wurde, erhält man einen Spenderausweis, den man nach Möglichkeit immer bei sich tragen sollte, um als Körperspender:in erkannt zu werden.

Stirbt die bzw. der Spender:in, übernehmen die anatomischen Institute alle weiteren, erforderlichen Schritte von der Überführung bis zur Beisetzung. Ein Widerruf der Körperspende ist jederzeit – ohne Angabe von Gründen – möglich.

Übernahme der Bestattungskosten

In der Regel ist eine Körperspende immer mit einer vollständigen Kostenübernahme durch das anatomische Institut verbunden – von der Überführung des Leichnams bis hin zur Bestattung.

Allerdings muss in Wien seit dem Jahr 2015 ein Unkostenbeitrag von 990 € bezahlt werden, da es der Universität aufgrund der hohen anfallenden Kosten nicht mehr möglich war, sämtliche Ausgaben einer Bestattung zu decken.

Des weiteren erfolgt eine Körperspende immer unentgeltlich, um Missbrauch vorzubeugen.

Körperspende Institute: Unkostenbeiträge & bediente Regionen

Zuständiges InstitutBediente RegionenKosten
Medizinische Universität WienWien
Niederösterreich
Raum Linz
Nördliches Burgenland
990,00 EUR
Medizinische Universität Grazauf Anfrage450,00 € + Überführungskosten
Medizinische Universität InnsbruckTirol Vorarlbergkostenlos (bis 2022 keine Spende mehr möglich)
Paracelsus Medizinische PrivatuniversitätSalzburg (Bundesland)Überführungskosten
Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheits-wissenschaftNiederösterreich
Oberösterreich
1.200,00 € (NÖ)
1.400.00 € (OÖ)

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Voraussetzungen für eine Körperspende

Darf jeder Mensch seinen Körper spenden?

Es gibt relativ wenige Voraussetzungen für eine Körperspende. Weder Krankheiten, noch körperliche Verletzungen oder Amputationen verhindern in der Regel eine Körperspende. Lediglich bei seltenen Infektionskrankheiten oder einer schwerwiegenden Zerstörung des Körpers ist eine Übernahme nicht möglich.

Keine minderjährigen Spender und rechtzeitige Verfügung

Auch das Alter der oder des Spender:in spielt keine große Rolle, solange keine unmündigen Personen, also Minderjährige und unter Sachwalterschaft gestellte Personen, ihren Körper spenden möchten.

Außerdem ist es wichtig, dass eine Körperspende rechtzeitig verfügt wird, also eine entsprechende Willenserklärung abgegeben wird, da eine derartige Verfügung in einem Testament oftmals zu spät ist.

Denn unter Umständen wird das Testament erst geöffnet, wenn der Leichnam bereits bestattet wurde, was eine Körperspende unmöglich macht. Es ist daher wichtig, dass diese Entscheidung im Vorfeld ausführlich innerhalb der Familie besprochen wird und die Angehörigen mit der Entscheidung einverstanden sind. Man sollte sich auch der Konsequenzen einer Körperspende bewusst sein - ein traditionelles Trauern ist in diesem Fall nicht möglich.

Kann ich meinen Leichnam jedem Institut in Österreich stiften?

Nein, das ist leider nicht möglich. Je nach Institut sind die akzeptieren Wohnort von potentiellen Spendern unterschiedlich. Einen Überblick über die unterschiedlichen Voraussetzungen und Kontaktmöglichkeiten bietet die unten stehende Tabelle.

Körperspende Institute und Ihre Ansprechpartner

Zuständiges InstitutAnsprechpartner
Medizinische Universität WienAbteilung für Anatomie Körperspendensekretariat
T: +43 (1) 40160 - 37551
M: anatomie-koerperspenden@meduniwien.ac.at
Mo-Do: 09:00 - 14:00 Fr: 09:00 - 13:00
Medizinische Universität GrazLehrstuhl für makroskopische und klinische Anatomie
Fr. Erna Ollenborger & Fr. Birgit Pils
T: +43 (0) 316 385 71100
Mo-Do: 09:00 - 15:00 Fr: 09:00 - 13:00
Medizinische Universität InnsbruckSektion für Klinisch-Funktionelle Anatomie
T: +43 (0) 512 9003 71111
T: +43 (0) 664 2616943 (in Notfällen)
Paracelsus Medizinische PrivatuniversitätInstitut für Anatomie
Frau Isabell Schimmel
T: +43 (0) 662/2420-80401
M: isabell.schimmel@pmu.ac.at
Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheits-wissenschaftAnsprechstelle für Spender
Frau Christina Aron

T: +43 (0) 2732 72090 321
M: koerperspende@kl.ac.at

Ablauf einer Körperspende

Was passiert genau bei einer Körperspende? Was ist zu beachten?

Zunächst einmal müssen die Formalitäten geklärt werden. Das bedeutet, dass Sie Kontakt mit dem entsprechenden Institut aufnehmen, die erforderlichen Formulare unterzeichnet werden und Ihre Angehörigen über Ihre Absicht unterrichtet wurden.

An den anatomischen Instituten in Wien und Krems muss außerdem noch der Unkostenbeitrag beglichen werden, damit der Vertrag rechtskräftig wird. Sollten Sie sich nachträglich gegen eine Körperspende entscheiden, ist ein Widerruf natürlich jederzeit ohne Angabe von Gründen möglich.

Abholung durch das anatomische Institut

Nach dem Ableben und der Freigabe durch die Totenbeschauzentrale wird das anatomische Institut umgehend verständigt und die Überführung des Leichnams in das entsprechende anatomische Institut durch das beauftrage Bestattungsunternehmen vorgenommen.

Im Pathologie-Institut der betreffenden Universität werden die Körper konserviert.Hierfür wird eine Konservierungsflüssigkeit in die Blutgefäße injiziert und der Körper über Monate hinweg in einer Konservierungsflüssigkeit aufbewahrt.

Bevor die Studierenden mit den Körpern in Kontakt kommen, bekommen sie für gewöhnlich eine ethische Einführung. Wie geht man mit einem menschlichen Körper und der Situation um?

Die Aufbereitung des Körpers sowie die anatomischen Untersuchungen dauern normalerweise zwischen einem Monat und drei Jahren. Im Anschluss an die Untersuchungen erfolgt eine Feuerbestattung des Leichnams.

Die Beisetzung findet dabei ohne die Angehörigen statt. Diese werden von der erfolgten Beisetzung in Kenntnis gesetzt, sofern Sie dies wünschen.

Eine eigene Grabstelle am Friedhof nach Wahl des oder der Verstorbenen gibt es nicht. Dessen sollte man sich als Angehörige:r bewusst sein: Trauer kann nicht mit allen in unserem westlichen Kulturkreis verbundenen Ritualen stattfinden.

Es besteht jedoch die Möglichkeit, nach Beendigung der Untersuchungen Anspruch auf den Leichnam zu erheben. Die Angehörigen können ihn in der Folge am gewünschten Ort bestatten, allerdings sind in diesem Fall auch die Bestattungskosten selbst zu tragen.

Gibt es eine Trauerfeier?

Wie eben erwähnt, gibt es bei der Bestattung von Körperspenden keine Trauerfeier, an der die Hinterbliebenen teilnehmen könnten.

Wenn sie dennoch den Wunsch haben, ihrem Verstorbenen einen würdevollen Abschied im privaten Rahmen zu ermöglichen, können Sie uns gerne telefonisch oder per Mail kontaktieren.

Wir haben bereits Erfahrung darin, Trauerfeiern auch ohne Leichnam zu organisieren und ermöglichen Ihnen gerne ein auf Sie zugeschnittenes Angebot.

Einmal jährlich finden Gedenkfeiern zu Ehren der Verstorbenen, die sich den anatomischen Instituten zur Verfügung gestellt haben, statt. In Wien werden Körperspender im Zentralfriedhof bei Tor 3, in der Ehrengrabstätte der Abteilung für Anatomie, Gruppe 26, beigesetzt. In dieser Gedenkstätte gibt es die Möglichkeit, eine Namensplakette mit Geburts- und Sterbedatum anbringen zu lassen.

Zu deren Teilnahme werden Angehörige, Studierende und Universitätslehrende eingeladen.

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Vor- und Nachteile einer Körperspende

Was spricht für eine Körperspende? Was dagegen?

Die Vorteile einer Körperspende liegen auf der Hand:

  • Der Medizin wird ein großer Dienst erwiesen. Durch eine Körperspende hilft man bei der Ausbildung angehender Mediziner, zudem können sich Ärztinnen und Ärzte mit Hilfe der Verstorbenen fortbilden. Auch die allgemeine medizinische Forschung wird somit vorangetrieben.
  • Viele Menschen hegen das Bedürfnis, auch über den Tod hinaus nützlich zu sein, was durch ein Überlassen des Körpers an die Wissenschaft gewährleistet wird.
  • Man erspart den Angehörigen ein teures Begräbnis. Da bei Körperspenden die Beisetzung und Überführung des Leichnams meistens von den anatomischen Instituten getragen wird, muss kein kostspieliges Begräbnis von den Angehörigen organisiert werden. Dies ist vor allem bei finanziellen Engpässen ein großer Vorteil. Lediglich in Wien muss ein Unkostenbeitrag geleistet werden, welcher allerdings immer noch deutlich unter den durchschnittlichen Begräbniskosten liegt.

Die Nachteile einer Körperspende sind allerdings ebenfalls nicht unerheblich:

  • Aus einem religiösen Blickwinkel betrachtet, ist eine Körperspende nicht zulässig, da die Unversehrtheit des Leibes in vielen Religionen oberste Priorität genießt.
  • Auch gibt es bei vielen Menschen Bedenken, dass mit dem Leichnam pietätlos umgegangen wird und dieser nur als reines Studienobjekt gesehen wird.
  • Eine Verabschiedung von der oder dem Verstorbenen im Rahmen einer Trauerfeier ist bei einer Körperspende in der Regel leider nicht möglich.

Wenn sie dennoch den Wunsch haben, ihrem Verstorbenen einen würdevollen Abschied im privaten Rahmen zu ermöglichen, können Sie uns jederzeit telefonisch oder per Mail kontaktieren. Wir erstellen gerne ein für Ihre Bedürfnisse passendes Angebot.

Häufige Fragen zum Thema Körperspende

Was kostet eine Körperspende?

Gewöhnlich ist eine Körperspende immer mit einer kompletten Kostenübernahme durch das anatomische Institut verbunden – von der Überführung des Leichnams bis hin zur Bestattung.

Allerdings muss in Wien seit dem Jahr 2015 ein Unkostenbeitrag von 990 € bezahlt werden, da es der Universität aufgrund der hohen anfallenden Kosten nicht mehr möglich war, die Auslagen einer Bestattung zu decken.

Generell liegen die Kosten für eine Körperspende zwischen 450€ (Graz) und 1.400€ (Oberösterreich).

Was ist eine Körperspende?

Auf Wunsch des oder der Verstorbene:n wird der Leichnam zu Forschungszwecken an ein anatomisches Institut einer Universität gespendet werden.

Was ist die Voraussetzung für eine Körperspende?

Um seinen Körper der Wissenschaft zu spenden, muss im Vorfeld eine schriftliche Willenserklärung abgegeben werden. Die entsprechenden Anträge und Formulare können online oder postalisch bei den Instituten der zugehörigen Universitäten eingeholt werden.

Sobald eine gültige Willenserklärung abgegeben wurde und je nach Standort ein Unkostenbeitrag entrichtet wurde, erhält man einen Spenderausweis, welchen man immer bei sich tragen sollte, um als Körperspender:in identifiziert zu werden.

Stirbt die bzw. der Spender:in, kümmern sich die anatomischen Institute um alle erforderlichen Schritte, von der Überführung bis zur Beisetzung. Ein Widerruf der Körperspende ist immer möglich.

Was sind die Vor- und Nachteile der Körperspende?

Die Vorteile einer Körperspende:

  • Durch eine Körperspende hilft man bei der Ausbildung angehender Mediziner und zudem können sich Ärztinnen und Ärzte mit Hilfe der Verstorbenen fortbilden.
  • Der eigene Körper ist auch nach dem Ableben noch "sinnvoll".
  • Die Angehörigen ersparen sich ein teures Begräbnis.

Die Nachteile einer Körperspende:

  • Der Körper bleibt nicht unversehrt, was in vielen Religionen ein Problem darstellt.
  • Der Leichnam wird zum Studienobjekt - viele haben Bedenken, ob ein pietätvoller Umgang gewährleistet ist.
  • Eine Verabschiedung von der oder dem Verstorbene:n im Rahmen einer Trauerfeier ist normalerweise nicht möglich.

Standorte Bestattung Benu

18. Bezirk

Benu Bestattung & Vorsorge
Anastasius-Grün-Gasse 11/1-2
1180 Wien

7. Bezirk

Benu Bestattung & Vorsorge
Burggasse 5
1070 Wien

16. Bezirk

Benu Bestattung & Vorsorge
Ottakringer Straße 2291160 Wien

Quellen

MedUni Wien-Information zur Körperspende

Die Presse-Wien, Stadt der Körperspender

Anatomie Innsbruck-Information zur Körperspende

Konsument-Körperspende – Alternative zum Begräbnis

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